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Test: Sophos 8.0.10

05.02.2013 | 12:21 Uhr |

Der kostenlose Virenscanner schützt einen Mac akzeptabel. Doch in der Praxis fallen einige Mängel auf

Macs sind vor Viren relativ sicher. Für Firmen oder bei häufigem Datenaustausch mit Windows-Nutzern ist aber ein Virenscanner sinnvoll: Um nicht unwissentlich PC-Viren zu verbreiten und Kunden oder Freunde zu verärgern. Sophos Antivirus ist bereits seit vielen Jahren für den Mac verfügbar und für Privatanwender kostenlos. In der neuen Version nutzt er eine zusätzliche Online-Virenerkennung, welche nach unseren Messungen die Malware-Erkennung deutlich verbessert.

Etwas unübersichtlich

Die Oberfläche ist deutschsprachig, allerdings etwas unübersichtlich. Geboten werden ein manuell nutzbarer Scanner  sowie ein Hintergrundwächter, der alle Dateizugriffe prüft. Will man einen Mac oder eine Festplatte einer Kontrolle unterziehen, stehen zwei Funktionen zur Verfügung: Es gibt die Funktion „Scannen lokaler Laufwerke“, die alle angeschlossenen Laufwerke prüft und die Option „Individueller Scan“. Bei letztgenannter Funktion kann man Ordner oder Medien gezielt auswählen und einen Zeitplan festlegen – etwa einen täglichen Scan des Mail-Ordners. Die Erkennungsleistung von Mac- und PC-Viren ist laut mehreren Tests gute Mittelklasse. Von einem nicht repräsentativen Test-Sample mit hundert älteren Viren erkennt der Scanner knapp 86, deutlich mehr als bei früheren Versionen. Bei Tests des Instituts AV-Test landet Sophos regelmäßig im oberen Mittelfeld.

Einige Probleme treten bei der Durchführung des Komplett-Scans eines Mac auf, wiederholt bricht die Prüfung nach mehreren Stunden ab. Als Ursache stellt sich die automatische Aktualisierung der Virensignaturen heraus, die als Voreinstellung stündlich erfolgt und bei einem Update den Scan abbricht. Nach Änderung der Zeitabstände auf tägliche Updates sind komplette Scans möglich. Als unnötig erweist sich beim Komplettscan, dass das Tool eine vorhandene Boot-Camp-Partition prüft, was den Scan deutlich verlängert und in der Regel bereits durch einen Window-Scanner geschützt ist. Auch der Scan einer angeschlossenen Time-Machine-Festplatte ist nicht deaktivierbar. Sinnvoller sind deshalb „individuelle“ Scans der Mac-Partition oder des Nutzerordners.

Bremse

Ein Antivirenprogramm greift sehr tief in das System ein, vor allem permanent im Hintergrund laufende Wächterprogramme können oft das System ausbremsen und Stabilitätsprobleme verursachen. Auf Grund des niedrigen Gefährdungsniveaus eines Mac könnte  es deshalb für Heimanwender sinnvoller sein, den Hintergrundscanner zu deaktivieren und nur bei Bedarf verdächtige Dateien zu prüfen. Dazu eignet sich das aktuelle Sophos recht gut.

Für manuelle Scans gibt es allerdings viele Alternativen mit besserer Erkennungsrate. Empfehlenswert ist die kostenlose App-Store-Version von Bitdefender oder die neun Euro teure App von Kaspersky . Die Nutzung dieser am PC weit verbreiteten Lösungen macht aus einem weiteren Grund Sinn: Viele Scannerhersteller wie Kaspersky stufen eigentlich ungefährliche Adware und Programmkomponenten weit häufiger als Malware ein als Sophos . Es ist deshalb schon vorgekommen, dass eine von Sophos zu Recht als unbedenklich eingestufte Datei bei einem Kunden mit Kaspersky-Scanner als gefährliche Schadsoftware bemängelt wird.

Empfehlung: Sophos

Sophos bietet ein brauchbares Komplettpaket aus Scanner und Echtzeitschutz. Die Bedienung ist jedoch nicht ohne Tücken und das Programm hat einige ärgerliche Eigenheiten. Somit ist es nur eingeschränkt empfehlenswert. Für Heimanwender sind vor allem manuelle Scans sinnvoll und hier liefern die Apps von Kaspersky und Bitdefender bessere Ergebnisse.

Sophos

Preis: kostenlos
Note: 2,4 gut
Leistung (50 %)   2,5
Ausstattung (30 %)   2,0
Bedienung (10 %)    3,5
Lokalisierung (10 %)    2,0
Vorzüge: Brauchbare Viren-Erkennung, gute Konfigurierbarkeit
Nachteile: Komplettscan problematisch, Echtzeitschutz bremst Rechner aus
Alternative: Bitdefender, Kaspersky
Ab OS X 10.6
Sophos
www.sophos.com

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