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Test Magic Mouse: Maus mit Multitouch

23.10.2009 | 14:46 Uhr |

Die laut Apple erste Multitouch-Maus der Welt hat vor allem eine Unzulänglichkeit: Bisher funktioniert sie nur mit den neuen iMacs. Zumindest so lange, bis das Wireless Mouse Software Update 1.0 oder Mac-OS X 10.6.2 erschienen ist.

Magic Mouse
Vergrößern Magic Mouse

Wer schon heute die mit den neuen iMacs ausgelieferte Magic Mouse mit älteren Macs unter Mac-OS X 10.5.8 oder 10.6 nutzen will, wird seine Erwartungen an die laut Apple erste Multitouch-Maus der Welt erst einmal enttäuscht sehen. Zwar erkennt der Mac das Eingabegerät sofort über Bluetooth, mehr als eine drahtlose Zweitastenmaus hat man damit aber noch nicht an seinen Rechner angeschlossen. Der Grund: Älteren Macs fehlt die aktualisierte Systemeinstellung "Maus", die auf den neuen iMacs bereits installiert ist. Apple selbst weist in den Systemvoraussetzungen für die Magic Mouse darauf hin, dass ein Wireless Mouse Software Update 1.0 für die Multitouch-Maus unerlässlich ist, das Update hat Apple bis dato aber noch nicht veröffentlicht. "Ende Oktober" soll die Magic Mouse im Handel erhältlich sein, bis dahin sollte dann auch das Update für Mac-OS X 10.5.8 vorliegen. Die neue Software wird auch Bestandteil von Mac-OS X 10.6.2 sein, das ebenfalls in Kürze erscheinen dürfte. Nach dem Systemupdate präsentiert sich dann die Systemeinstellung "Maus" in der neuen Optik.

Multitouch statt Scrollball

Nutzer der Mighty Mouse, die Apple jetzt als "Apple Mouse" mit Kabel für 49 Euro verkauft, müssen zunächst auf einige Funktionen verzichten. Apple lässt den Scrollball weg, damit entfällt aber eine zusätzlich konfigurierbare Maustaste. Auch die beiden seitlichen Knöpfe der alten Maus, mit denen man etwa Exposé steuern konnte, entfallen ersatzlos - viele Anwender werden das nicht vermissen. Stattdessen erkennt die Magic Mouse Gesten von einem oder zwei Fingern. Sehr gut gefällt uns das 360-Grad-Scrollen, das man mit einem Finger auf der Maus steuert. Nicht nur strikt horizontal und vertikal bewegt man sich so durch Dokumente, sondern auch kreuz und quer, sofern es die Software zulässt - was eher bei der Bildbearbeitung als bei der Textverarbeitung möglich ist. An das iPhone erinnert der zuschaltbare Nachlauf. Einmal den Scrollbalken angeschubst, trudelt der Inhalt eines Fensters langsam aus.

Wie schon die Mighty Mouse bewegt sich auch die gesamte Magic Mouse bei einem Klick. Auf welcher Seite der Sekundärklick etwa für Kontextmenüs ausgelöst wird, lässt sich in der Systemeinstellung festlegen - selbst ohne das Wireless Mouse Software Update. So dient die Maus gleichermaßen Links- und Rechtshändern.

Auf eine weitere Ein-Finger-Geste versteht sich die Magic Mouse: Der Vergrößerung des Bildschirminhaltes. Wie im Fall der Mighty Mouse benötigt es dabei noch eines Tastendrucks, doch anstatt einen Scrollball zu drehen, bewegt man nun den Finger auf der berührungsempfindlichen Oberfläche nach vorne und zum herauszoomen nach hinten.

Mit zwei Fingern navigieren

Scrollen und Zoomen konnte bereits die Mighty Mouse - zumindest solange sie halbwegs sauber war und der Scrollball nicht verhakte. Vollkommen neu hingegen ist die einzige Zwei-Finger-Geste, das Navigieren per Wischbewegung. Behält man zwei Finger auf der Oberfläche und zieht sie horizontal, wechselt etwa Safari im Verlauf der besuchten Webseiten vor und zurück oder iPhoto von einem Bild zum nächsten. Der Unterschied zwischen horizontalem Scrollen und Navigieren per Wischen ist recht fein, schnell hat man sich aber daran gewöhnt, den zweiten Finger nicht zu früh auf- oder abzusetzen. Die Maus mit einem dritten Finger auf ihrer Unterlage zu fixieren ist ebenfalls überflüssig, nachdem man gelernt hat, auf welch sanftes Streichen das Gerät bereits reagiert.

Dank der beiden mitgelieferten AA-Batterien ist die drahtlose Magic Mouse schwerer als eine Kabelmaus, im Vergleich zur Bluetoothvariante des Vorgängermodells aber angenehm leicht. Wog die Wireless Mighty Mouse inklusive zweier Alkaline-Batterien noch 133 Gramm, muss man mit der Magic Mouse mit den gleichen Energiespendern nur 105 Gramm durch die Gegend schubsen. Wie lange ein Satz Batterien ausreicht, konnten wir noch nicht in Erfahrung bringen. Apple verspricht ein Energiemanagement, das die Maus bei Nichtbenutzung in den Ruhezustand gehen lässt.

Insgesamt liegt die Maus angenehm in der Hand, auf den von uns getesteten Oberflächen (Holz-Schreibtisch, Alu-Mousepad, Schranktür, Aluminiumfensterrahmen, Jeans-Stoff) reagierte der Cursor auf dem Bildschirm präzise auf unsere Bewegungen. Apples Behauptung, die Magic Mouse käme mit mehr Oberflächen denn je zurecht, konnten wir jedoch nicht genau überprüfen. Glas gehört nicht dazu, das hat Apple auch nie behauptet.

Fazit

Wer von der "ersten Multitouch-Maus der Welt" erwartet, sie würde in sich Trackpad und Maus derart in sich vereinen, dass Herumgeschiebe auf dem Schreibtisch überflüssig wird, sieht sich enttäuscht. Interessant wird die Funk-Maus jedoch für diejenigen, die auf dritte und vierte Maustasten verzichten können oder der ständig notwendigen Reinigung des Scrollballs überdrüssig sind. Ideal eignet sich die Maus, setzt man den iMac nicht nur im Büro, sondern auch im Wohnzimmer ein, die hohe Reichweite und die relative Unempfindlichkeit gegen Oberflächen machen es möglich.

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