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Test: Mail Designer Pro 3 – Professionelles E-Marketing

30.06.2016 | 09:15 Uhr |

Wer in der Flut heutiger Neuigkeiten und Nachrichten auffallen will, muss bestimmt auftreten, ohne zu stören. Dafür will Mail Designer Pro 3 auf elegante Weise sorgen.

Wir haben die Vorgängerversion des professionellen Mail-Designers von Equinux bereits vor gut zwei Jahren getestet, am Konzept des Programms hat sich wenig geändert. So lassen sich damit wie in einem rahmenbasierten Layout-Programm Elemente aufziehen, die der Maildesigner freilich bereits vorgibt, so Blöcke kombiniert aus Text und Grafik-/Fotoelementen. Hier lassen sich dann aus der Fülle von mitgelieferten Grafiken, Buttons und anderem Fotos, Hintergründe und Designelemente hineinziehen und beispielsweise mit Hyperlinks versehen. Im Lieferumfang sind auch vielfältige Schilder und Logos etwa für spezielle Angebote des Versenders oder um Facebook, Ebay, LinkedIn und zahlreiche andere Netzwerke und Anbieter optisch schön einbinden zu können.

Vielfältige Funktionen, die etwas Übung brauchen

Um Videos einzubinden, etwa aus Youtube, ist dort der Link einzugeben, direkt mitversenden lassen sich Filme nicht, dies würde die E-Mail auch zu sehr aufblasen. Die mit Maildesigner gestalteten Schreiben schickt man in der Regel per Massenversand etwa an Geschäftskunden oder Vereinsmitglieder. Übrigens bietet das Programm zahlreiche fertig gestaltete, allerdings englischsprachige Vorlagen für den E-Mail-Versand. Diese freilich lassen sich durch einfachen Doppelklick in Schrift und Inhalt problemlos an eigene Bedürfnisse anpassen.
 Mail Designer Pro 3 ist zwar durchaus intuitiv zu bedienen, doch um es virtuos nutzen zu können, muss man sich mit den vielen Funktionen, Einstellungen und Optionen vertraut machen. Dabei ist das Programm komplett lokalisiert und liegt auf Deutsch vor, leider aber nicht die äußerst wichtige Hilfedatei, die es bislang nur auf Englisch gibt. Doch die Bedeutung gerade der Anfasser und der Umgang mit Rahmen, Links und anderen Parametern ist für ein gutes Ergebnis äußerst wichtig.  Immerhin gibt es ein paar elementare Tipps auch interaktiv während der Arbeit mit dem Programm.

Prinzipiell hat man in der Mitte sein Arbeitsfeld, rechts davon eine Palette mit Tabs für die Inhalte (wie Grafiken, Bilder und Buttons), für den Stil, um Link und Hintergrund zu bearbeiten, Schrift und Grafik zu formatieren und anderes mehr. Und schließlich der Protokollbereich, der bis ins Detail zeigt, welche Schritte man schon vorgenommen hat. Optional blendet man Lineale vertikal und horizontal ein. Links von der Arbeitsfläche finden sich Knöpfe für die Desktop-Darstellung einer E-Mail (das heißt auf Macs, PCs und auch Tablets), dazu für Smartphones und Apple Watches (als reiner Text). Äußerst wichtig ist auch die Option Inbox-Vorschautext, denn hier legt man fest, welchen Betreff und Überblickstext der Empfänger als erstes zu sehen bekommt – und gegebenenfalls Interesse entwickelt, weiter zu lesen.

Responsive Design und flexibler Versand

Eine realistische Vorschau, wie die Mail auf dem Empfängergerät aussehen wird, erhält man durch die Vorschau-Optionen für eine ganze Reihe von Geräten, wie die Apple Watch oder das iPhone in unterschiedlichsten Modellen. Hierzu wird die grafische E-Mail in einspaltige Layouts übertragen, sodass es nicht nötig ist zu zoomen und zu vergrößern. Selbst im Querformat lassen sich die Newsletter betrachten. Darüber hinaus gibt es die Geräte-Vorschau für Macbooks, iPads und gar Android-Smartphones mit unterschiedlichen OS-Versionen.
 Natürlich möchte man seine E-Mail mit aufwendig gestaltetem Layout auch gern real versenden, am besten zunächst für sich selbst, um sich das Ergebnis auch ”im wirklichen Leben” ansehen und gegebenenfalls Verbesserungen vornehmen zu können. Vorher kann man sein Werk auf Layout-Probleme prüfen lassen. Ist alles in Ordnung, gibt es mehrere Möglichkeiten. So etwa der direkte Versand aus dem Mail Designer heraus, dieser übernimmt dabei die Systemeinstellungen für die E-Mail-Adresse. Zusätzliche Anlagen wie PDF-Dokumente oder Bilder lassen sich per Drag-and-drop hinzufügen. Eine weitere Option ist der Export zu Apple Mail, wo der Newsletter (oder was immer man entworfen hat) als Vorlage gesichert wird. Auch von dort aus kann man ihn versenden. Für den professionellen und massenhaften E-Mail-Versand empfehlen sich kommerzielle Diensteanbieter wie  Campaign Monitor ( kritische Besprechung hier ) oder Mail Chimp ( kritische Vorstellung hier ). Ferner kann man es an andere Nutzer ”ausleihen” oder als Anhang verwenden, so ist gemeinsame Arbeit daran möglich. Schließlich ist auch der Export als Website in einen Ordner möglich. Dieser ließ sich problemlos mit Safari, aber nicht mit Google Chrome öffnen. Bei Nutzung dieser Funktion sollte man dies also mit den entsprechenden Browsern prüfen. Probleme hatten wir bisweilen beim erneuten Öffnen des Programms samt der aktuellen Dokumente – dies klappte in unserer Version erst beim wiederholten Öffnen korrekt.

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

Auf unserem iMac von 2010 läuft Mail Designer Pro 3.0.1 problemlos und flott. Vorausgesetzt wird mindestens OS X 10.9, der Download ist immerhin 550 MB groß. der reguläre Preis beträgt 90 Euro, derzeit erhält man das Programm für 50 Euro. Upgrade-Angebote sind ebenfalls verfügbar, hier bezahlt man 40 Euro. Auch eine kostenlose Demo-Version bietet der Entwickler an.

Fazit und Empfehlung

Wir konnten bei unserer Arbeit kaum Probleme feststellen, den Massenversand haben wir allerdings nicht geprüft. Aus dem Programm heraus funktionierte es einwandfrei. Mail Designer Pro 3 bietet gegenüber dem Vorgänger eine Reihe von Neuerungen, die sich hier einsehen lassen . Dazu gehört die Unterstützung für Retina-Displays, neue Design-Elemente und Bilder, zusätzliche Typographie-Optionen und mehr. Wie erwähnt, wünscht man sich vor allem eine deutschsprachige Hilfedatei für die vielfältigen Funktionen. Für gelegentliche Partyeinladungen ist das Tool zu komplex und teuer – wer aber wie Vereine oder Betriebe etc. aufwendige Newsletter und Mitteilungen verschicken will, erhält mit dem Mail Designer Pro 3 ein passendes Programm.

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