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Frontrow-Alternativen: Der Mac als Mediencenter

02.11.2011 | 17:41 Uhr |

In OS X Lion hat Apple die integrierte Mediencenter-Lösung Front Row überraschend eingespart. Wir testen vier aktuelle Alternativen und prüfen, ob sie sich als Front-Row-Ersatz eignen.

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Vom Sofa aus einen Spielfilm auswählen, Freunden Urlaubsfotos vorführen und auf die komplette Musiksammlung zugreifen: Eine Mediencenter-Software soll dies besonders bequem ermöglichen, dank spezieller Oberfläche und Menüstruktur sogar per Fernbedienung. Letzteres sollte man keinesfalls unterschätzen: Hat man seinen Mac Mini oder sein Macbook mit seinem LCD-TV oder Projektor verbunden, stellt man nämlich bald eine Einschränkungen von iTunes und dem Quicktime Player fest: Die Programme sind für Tastatur und Maus ausgelegt, die man im Fernsehsessel nicht parat hat.

Apple hat die bequem per Apple Remote steuerbare Software Front Row mit OS X Lion ohne jede Begründung eingespart. Wahrscheinlich passt Front Row nicht mehr in das Geschäftsmodell, man will Filme lieber über den iTunes-Store verkaufen. iTunes oder Apple TV sollen als Abspielmöglichkeiten genügen.

Mit einigen Tricks kann man Front Row unter Lion nachinstallieren, trotzdem ist es wohl an der Zeit, sich nach einer Alternative umzusehen. Front Row hat viele Schwächen, kann nur von Quicktime unterstützte Videoformate abspielen und bietet keine TV-Funktion. Eine Mediencenter-Software wie Plex oder Media Central macht da mehr Sinn.

Vier Lösungen erweisen sich als für Mac-Anwender besonders interessant. Das kostenpflichtige Media Central sowie das Open Source-Projekt XBMC samt den von ihm stammenden Lösungen Plex und Boxee.

Media Central von Equinux erinnert stark an Front Row und bietet unter einer schlichten Oberfläche viele Funktionen. Als einzige Lösung bietet es ein DVB-T-Modul , das neben der DVB-T-Gerätelinie The Tube auch DVB-T-Empfänger von Elgato unterstützt.

Plex ist sehr funktionsreich, Boxee glänzt mit einer modernen und aufgeräumten Oberfläche. So ist die Linux-Version von Boxee ebenso Grundlage für die neuen Mediaplayer-Geräte Iomega TV und die Boxee Box von D-Link.

Boxee bietet ein gut gestaltete Oberfläche, die man komplett per Fernbedienung benutzen kann.
Vergrößern Boxee bietet ein gut gestaltete Oberfläche, die man komplett per Fernbedienung benutzen kann.

Da sich die Entwickler auf diese Geräte konzentriert haben, ist die aktuelle Mac-Version etwas älter, ein Update soll aber im Herbst erscheinen. Einen veralteten Eindruck macht XBMC, das zwar problemlos arbeitet, aber schlechter an den Mac angepasst ist als etwa Plex.

Die passende Hardware

Die Stärke eines Mac im Vergleich zu Mediaplayern wie Boxee Box ist seine große Flexibilität: So kann man auf dem Rechner beliebig Programme und Spiele installieren, ein vollwertiges DVD-Laufwerk ist integriert. Ideal für den Anschluss an den HD-Fernseher ist ein Mac Mini, ein Macbook eignet sich ebenfalls gut als Mediencenter. XBMC und Media Central laufen sogar auf alten Power-PC-Macs, nach einigen ernüchternden Erfahrungen mit einem alten Mac Mini G4 raten wir aber zu Intel-Macs. Die alte G4-CPU ist für beide Lösungen zu langsam.

XBMC und Boxee kann man als experimentierfreudiger Anwender sogar auf einem Apple TV der ersten und zweiten Generation installieren. Ein Tool namens ATV USB Creator macht es möglich.

Der Mac muss nicht der Aufbewahrungsort für die Daten sein, alternativ unterstützen die Tools Datenspeicher im Netz, etwa einen NAS-Netzspeicher. Grundlage bildet hier das Protokoll DLNA . Düster sieht es bei Bluray aus. Externe Bluray-Laufwerke sind zwar ab 80 Euro zu haben, keine der Mediencenter-Lösungen unterstützt jedoch kopiergeschützte Blurays.

Unauffällig verläuft die Installation von Media Central und XBMC, deutlich länger die von Plex. Ein Grund dafür ist, dass sich das Programm tief ins System integriert. So installiert es einen Medien-Server, der bei jedem künftigen Systemstart im Hintergrund läuft und automatisch Mediendaten analysiert. Wir raten, bei Nutzung von Plex wie angeboten das Tool Soundflower zu installieren, das Webvideos im Format Flash und Silverlight überträgt. Nebenbei löst es eventuelle Probleme mit der Ton-Übertragung per HDMI .

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