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Midi-Controller und Videopräsentation im Test: Block & Cell DNA

14.07.2010 | 15:07 Uhr |

Mit Block präsentiert Livid Instruments einen faszinierenden Midi-Controller. Die Videosoftware Cell DNA zeigt das breite Einsatzspektrum des Geräts

Edles Äußeres, kreative Funktionen: Block von Livid Instruments
Vergrößern Edles Äußeres, kreative Funktionen: Block von Livid Instruments
© Livid Instruments

Livid Instruments ist eine kleine Manufaktur in Austin/Texas, die bei ihren handgefertigten Geräten Ohm 64 und Block auf nachwachsende Rohstoffe, gefahrstofflose Produktion und Open Source Software setzt. Der Korpus von Block ist aus Jelutong-Holz gefertigt, die Deckplatte aus Aluminium. Block basiert auf derselben Grundform wie Ohm 64, hat aber einige Dreh- und Schieberegler weniger. Das Herzstück beider Geräte ist eine 8x8-Matrix aus beleuchteten, nicht anschlagdynamischen Knöpfen. Dazu kommen bei Block zwei Fader, acht Drehregler sowie sechs zusätzliche und ein Tap-Button.

Dem Gerät mit den Maßen 26 x 26 x 3,8 cm sieht man die Handarbeit im besten Sinne an, denn es ist tadellos verarbeitet: die Knöpfe aus Gummi sind gut spielbar, die Fader angenehm leicht, aber nicht leichtgängig. Treiber benötigt man für Block nicht; das Gerät ist nach dem Einstöpseln über USB sofort spielbereit. Eine separate Stromversorgung ist nicht nötig, da sich Block den Strom über die USB-Schnittstelle holt.

Der Block-Editor

Die Programmierung über den Editor ist denkbar einfach: Man aktiviert ein Steuerelement, stellt den Kontrolltyp ein und vergibt einen Wert, zum Beispiel die Controller-Nummer. Vom Editor aus lassen sich die LEDs der 8x8-Matrix mit Bildern, Buchstaben und Videos animieren. Allerdings erlaubt die grobe Rasterung nur eine Auflösung von 8x8 Pixel. Man kann unterschiedliche Animationen in Pattern ablegen. Diese werden jedoch nur im Editor gespeichert, nicht im Gerät, sind also ohne die Software nicht lauffähig. Schade!

Block und Ableton Live

Für den Sequenzer Ableton Live ist der Controller ein idealer Partner. Die 64 Knöpfe lassen sich leicht zum Ein-, Aus- und Weiterschalten einzelner Clips verwenden. Die Dreh- und Schieberegler können dabei die Lautstärke einzelner Kanäle regeln oder die Transportfunktionen von Live übernehmen.

Das harmonische Zusammenspiel von Block und Live dokumentiert ein quelloffener Step-Sequenzer von der Webseite von Livid Instruments. Er lässt sich als Effekt in jede einzelne Spur einschleifen und über Block steuern. Die Tonhöhe der einzelnen Schritte muss allerdings in Live angepasst werden.

Gut für Live-Performances: Über das ebenfalls als Open Source-Programm erhältliche Livid Lights sendet der Host die Midi-Daten an den Controller zurück, um die LEDs im Takt des Sequenzers leuchten zu lassen.

Block und Cell DNA

Block steuert alle Programme, die Midi-Daten verarbeiten können. Dazu gehört auch eine Reihe von Video-Anwendungen, zum Beispiel Cell DNA. Das Programm gehört bei Ohm 64 zum Lieferumfang, bei Block nicht.

Das Videosteuerungsprogramm Cell DNA lässt sich über Block optimal steuern.
Vergrößern Das Videosteuerungsprogramm Cell DNA lässt sich über Block optimal steuern.

Cell DNA steuert verschiedene Video- und Audioquellen. Das kann ebenso eine Live-Kamera sein wie Videoclips und Musik von der Festplatte. Dabei zeigt sich das Programm sehr formatfreudig: Es spielt alle gängigen Video- und Audio-Typen ohne Murren ab. Allerdings kann Cell DANN nur eine Live-Kamera steuern.

Für die 51 Effekte von Cell DNA, die von dezent bis brachial alles abdecken, was man sich für Video-Darbietungen wünscht, reichen die Knöpfe und Regler von Block nicht. Das Programm gleicht dieses Manko über 32 Presets aus, die man von Block aus weiterschalten kann. Damit lässt sich dann die ganze Effektpalette komfortabel und umfassend bedienen. Leider reagiert Cell DNA mitunter behäbig oder erst beim zweiten Mal auf Regler-Änderungen bei Block. Dies sollte der Hersteller beim nächsten Update auf jeden Fall beheben.

Empfehlung

Block ist ein idealer Partner für Liveperformances und andere Kreativspiele. Er ist von ansprechendem Äußeren, lässt sich leicht bedienen und unterstützt mit seinem Konzept eine ganz neue Art von Musik und Videokunst. Allerdings sollte man erwähnen, dass Block nichts kann, was man mit modernen MIDI-Keyboard-Controllern nicht auch hinbekommt - außer leuchten.

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