Von Rainer Wolff - 25.01.2013, 15:07

Homebanking

Test: Moneyplex 12 Business

Moneyplex ist das einzige Homebanking-Programm auf dem Markt, das als native Software gleichermaßen für Mac-OS X, Linux und Windows erhältlich ist. Das ist nicht sein einziger Vorteil.
Mit Version 12 unterstützt Moneyplex Business erstmals auch Mac-OS X. Und diese Version überzeugt auf Anhieb, denn das Programm bietet eine nahezu vollständige Unterstützung der im deutschen Kreditgewerbe standardisierten HBCI-Schnittstelle. Neben HBCI mittels Chipkarte, Diskette oder PIN/TAN unterstützt Moneyplex auch das neue optische TAN-Verfahren sowie die SMS-TAN-Verfahren. Außen vor bleiben nur Banken wie die Degussa Bank oder die Volkswagen Bank, die keine HBCI-Unterstützung anbieten, sondern ihren Kunden nur den direkten Kontozugang über ihre Internet-Portale zugestehen.
Überhaupt punktet Moneyplex mit einem Bedienungskonzept und einer Benutzeroberfläche, die zwar alles andere als Mac-konform ist, sich aber auf Anhieb einfach und intuitiv bedienen lässt. Die vielmehr an Linux angelehnte Benutzeroberfläche ist unter Windows und Mac-OS X identisch, was den Wechsel unter Mitnahme der vorhandenen Datenbank auf eine andere Plattform erleichtert. Charakteristisches Merkmal der Benutzeroberfläche ist die am rechten Rand angeordnete Navigationsleiste, über die man unter anderem die Bereiche für Kontoauszüge, Zahlungsaufträge, Kapitalanlagen, Planungen oder Auswertungen erreicht. Zentraler Anlaufpunkt des Programms ist das Finanzzentrum, bei dem man vergleichbar mit Apples Dashboard individuelle Widgets ablegen kann, die in zwei Spalten angezeigt werden. Moneyplex nennt diese Widgets jedoch Ansichten, von denen derzeit Informationsfenster unter anderem für Kontoübersichten, Kontoverläufe, Einnahmen, Ausgaben, Devisenkursverläufe, Depotzusammensetzungen oder Aktienkursverläufe zur Verfügung stehen.

Paypal zickt

Moneyplex 12 Business unterstützt auch Paypal-Konten. Die Einrichtung eines Paypal-Kontos gelingt uns allerdings nicht, weil das Programm im Test wiederholt mit einem Passwort-Fehler abbricht. Von diesem Schönheitsfehler einmal abgesehen, haben die Entwickler das Einrichten neuer Konten mittels Assistenten verblüffend einfach gelöst. Nach der Eingabe der Bankleitzahl, der Auswahl des Sicherheitsverfahrens, der Zuordnung zu einem Mandanten und der Bestätigung mittels PIN wählt man den Bankzugang sowie die darunter von der Bank zugeordneten Konten aus. Anders als in vielen anderen Homebanking-Programmen wird der Anwender erfreulicherweise von Fragen zu HBCI-Versionen oder Banken-URLs verschont.

SEPA-Überweisung verbesserungswürdig

Im Bereich Zahlungsverkehr kann man neben Überweisungen auch Terminüberweisungen, Daueraufträge, Lastschriften, Terminlastschriften, Auslandsüberweisungen oder SEPA-Überweisungen administrieren. Angesichts der Tatsache, dass im Februar 2014 die Umstellung auf die SEPA-Zahlungsverfahren zwangsläufig erfolgen muss, führen wir eine Testzahlung als SEPA-Überweisung aus. Hierbei fällt auf, dass man statt vier Zeilen zu je 35 Zeichen lediglich vier Zeilen zu je 27 Zeichen Verwendungszweck und keine individuelle End-to-End-Referenz eingeben kann. Das entspricht nicht den SEPA-Konventionen und muss in jedem Fall noch nachgebessert werden.
Bei den grafischen Auswertungen hinterlässt Moneyplex einen guten Eindruck. Einnahmen und Ausgaben lassen sich in Kategorien von drei verschiedenen Darstellungstiefen aufteilen: als Gesamtübersicht, als zeitliche Aufschlüsselung einer Kategorie der Gesamtübersicht oder als Anzeige der Buchungen eines Zeitabschnitts einer Kategorie. Für Kapitalanleger verfügt das Programm auch über eine umfangreiche Depot- und Wertpapierverwaltung. So kann man nicht nur seinen Depotbestand via HBCI abrufen, sondern auch Aktienkursverläufe im Vergleich oder Erfolgsberechnungen erstellen.

Empfehlung: Moneyplex 12 Business

Moneyplex 12 Business legt mit seiner ersten Mac-Version einen überzeugenden Start hin und setzt die Messlatte für viele andere Homebanking-Programme auf dem Mac nach oben. Die von uns getestete Business-Version ist zwar kein Preisschnäppchen, verfügt jedoch über einen soliden Leistungsumfang mit vielen hervorragenden Funktionen. Das Programm überzeugt ferner mit einer ansprechenden Benutzeroberfläche, die einfach und intuitiv zu bedienen ist. Wenn der Hersteller noch die kleinen Schönheitsfehler behebt und die SEPA-Zahlungsverfahren für Februar 2014 konsequent integriert, bietet das Homebanking-Programm nicht nur für den privaten Anwender, sondern auch für den Unternehmenseinsatz eine ernsthafte Alternative.

Moneyplex 12 Business

Gutes Homebanking-Programm mit individualisierbaren Finanzansichten

Matrica
Preis: € 140, CHF 168
Note: 2,0 gut
Leistung (30%) 2,0
Ausstattung (30%) 2,3
Bedienung (30%) 1,5
Dokumentation (10%) 2,5
Vorzüge: Einfach zu bedienen, gute Benutzeroberfläche, unterstützt alle relevanten HBCI-Verfahren, gelungener Einrichtungs-Assistent, individualisierbare Ansichten im Finanzzentrum, gute Auswertungsfunktionen
Nachteile: Benutzeroberfläche entspricht nicht dem Mac-OS Style-Guide, derzeit fehlerhafte Anbindung von Paypal-Konten, SEPA-Überweisung mit Optimierungsbedarf
Ab Mac-OS X 10.5, freier USB-Port für Chipkarten-Leser
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