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Garageband für iPad

31.03.2011 | 14:40 Uhr |

Mit Garageband für iPad legt Apple ein sehr interessantes Produkt für seinen Tablet-PC vor. Wir haben die App getestet.

Garageband iPad
Vergrößern Garageband iPad

Garageband für Mac-OS X ist das, wovon Musiker träumen: ein einfach zu bedienendes Werkzeug, um musikalische Ideen festzuhalten. Für manche ist es auch mehr: Die Augsburger Musikerin Lydia Daher hat ihr erstes Album 2007 nahezu komplett mit Garageband aufgenommen und damit gezeigt, dass einfache Bedienung und professioneller Output kein Widerspruch sind.

Nun hat Apple seinem musikalischen Notizbuch eine neue Plattform beschert und der Plattform die dazu passende Version : Garageband für iPad ist nicht nur einfach eine Portierung der Anwendung auf den Tablet-PC. Es ist vielmehr ein in weiten Teilen geniales Tool, um Musik intuitiv zu produzieren.

Klangerzeuger

Garageband für iPad bietet eine erkleckliche Anzahl von Instrumenten, die für jeden Song essentiell sind: Drum, Bass, Gitarre, Keyboard. Ergänzt werden die Basics durch die Optionen, Vocals aufzunehmen, echte Instrumente anzuschließen oder eigene Samples zu erstellen.

Die Auswahl deckt nicht jedes denkbare Szenario ab, reicht aber für die Hauptfunktion von Garageband, das Aufzeichnen von Ideen, absolut aus. Es gibt Klaviere, Orgeln, Synthesizer, Effekte, E- und A-Bässe und -Gitarren sowie diverse Drumsets. Zudem kann Garagenband Apple-Loops einbinden.

Der Klang der einzelnen Instrumente ist jedenfalls mehr als ordentlich und reicht von der Güte her für alle kreativen Notizen dicke aus.

Musik einspielen

Alle bordeigenen Instrumente lassen sich im Prinzip live einspielen und aufnehmen. Das funktioniert systembedingt allerdings nur mäßig, denn es gibt kein direkt spürbares Feedback: Die Saiten an Gitarre und Bass federn nicht zurück, die Taste am Klavier benötigt keine Kraft, um nach unten gedrückt zu werden, und die Drums haben mit echtem Schlagzeug-Feeling nichts gemein. Entsprechend schwierig ist es, Melodien, Rhythmen und Drumparts tatsächlich live einzuspielen - auch wenn unsaubere Aufnahmen durch Quantisierungen kompensiert werden. Die sorgen dafür, dass alle Töne sauber auf die dafür vorgesehenen Zählzeiten geschoben werden. Glücklicherweise zeigt sich Garageband für iPad mit der Betriebssystemsversion iOs 4.2 prinzipiell auch aufnahmefähig für MIDI-Instrumente. Damit ist es dann gewohnt komfortabel, die Spuren einzuspielen.

Uneingeschränkt gut sind die Spielhilfen, die Apple dem App spendiert hat. So erlaubt der iPad-bordeigene Accelerator das anschlagsabhängige Spielen der Instrumente, woran sich andere Anbieter von Musik-Apps gleich mal ein Beispiel nehmen sollten. Zudem lassen sich mit den Fingern Slide-Töne und Vibratos erzeugen. Das können MIDI-Keyboards zwar über Aftertouch auch, beim iPad ist das aber viel haptischer und übergangsloser als dort. Dieses Live-Spiel ist beim iPad ähnlich gut wie bei dem wesentlich teureren Controller Continuum Fingerboard. Nur zum Vergleich: Den gibt es ab 3.650 Euro aufwärts.

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