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Garageband 11

22.10.2010 | 11:08 Uhr |

Das Musikstudio für Einsteiger Garageband kommt in der Version von iLife 11 dem musikalischen Laien mit einem verbesserten Unterricht und zwei neuen Funktionen zur Rhythmuskorrektur weiter entgegen. Gitarristen finden noch mehr Soundvielfalt.

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Vor einigen Versionen versuchte Apple, sein Musikstudio für Einsteiger als Tonstudio für Podcasts oder Werkzeug zur Nachvertonung eigener Filme zu etablieren. Podcaststudio und Filmspur sind zwar nach wie vor enthalten, doch baut Apple mit Garageband 11 die Musikabteilung von iLife weiter zum Lernwerkzeug für Einsteiger aus. Den Schwerpunkt legt Apple in Garageband 11 auf Rhythmus-Korrekturen, Flex Time und Groove Matching erbt die Software quasi von ihren großen Schwestern Logic Pro und Logic Express. Konnten Nutzer schon bisher zur Unzeit angeschlagene Töne von MIDI-Spuren - in Apple-Sprache "Softwareinstrument" genannt und im Mixer grün markiert - im Raster der Notation (Musikrolle) auf den richtigen Platz verschieben, dürfen nun auch Gitarristen und Bassisten bei der Aufnahme einzig ihrem Rhythmusgefühl vertrauen und auf die Chance zur Nachbearbeitung hoffen.

Only Time Will Tell

Das ermöglicht Flex Time, das einzelne Töne der Spuren echter Instrumente in der Zeitleiste zu verschieben, dehnen oder stauchen hilft. Rhythmische Ungenauigkeiten lassen sich so korrigieren, einzelne Töne auf die richtige Zählzeit verschieben oder abrupt abgestoppte Noten länger zum Klingen bringen. Die Korrekturen lassen sich entweder jede einzeln wieder entfernen oder mit einer Schaltfläche für die Spur komplett ein- und ausschalten. Dabei gelten die Korrekturen nur für den jeweils bearbeiteten Take der Aufnahme. Auch die echten Instrumente älterer Projekte bearbeitet Flex Time, ist dabei aber nicht so genau wie bei frisch aufgenommenen Tracks, da die Analyse der Tonspur nicht genau zwischen einzelnen Tönen unterscheiden kann. So werden ganze Passagen gestaucht, anstatt einzelne Töne verschoben. In unserem ersten Test führte der Einsatz des Werkzeugs zudem öfter zu Programmabstürzen, die Ursache konnten wir bis dato nicht ermitteln. Sobald der unbekannte Fehler eine Spur betroffen hat, lies diese sich nicht mehr mit Flex Time bearbeiten. Auf ein baldiges Update ist zu hoffen.

Let’s Groove Tonight

Weit weniger problematisch gestaltet sich der Einsatz des zweiten neuen Werkzeugs, das Apple für Grobrhythmiker entworfen hat. Groove Anpassung heißt es und verfolgt das Prinzip, dass sich alle in der Band bitteschön nach ihren Taktgeber richten sollen. Idealerweise bestimmt das Schlagzeug den Groove - und auch, ob die Band den Beat treiben oder verschleppen soll. So versucht Garageband also nicht, die Noten aller Spuren korrekt auf die "eins" oder wenigstens die "und" zu ziehen, sondern richtet sich nach einer frei wählbaren Referenzspur. Diese erhält man, fährt man im Mixer mit der Maus links neben das Instrumentensymbol: Ein Stern wird sichtbar, per Klick darauf erhält die Spur den Status als Taktgeber. Alle anderen Spuren lassen sich nun dafür bestimmen, ob sie der Referenz folgen oder nicht. Hörbare und sichtbare Effekte erzielt man, indem man aus der Garagebandbibliothek eine MIDI-Loop auswählt, und bewusst unrhythmisch ein echtes oder ein Softwareinstrument dazu spielt. Siehe da: Die Einträge in der Notenrolle oder der Zeitleiste verschieben sich auf den von der Referenz bestimmten Groove. Das funktioniert auch umgekehrt: Wählt man nun die unrhythmische Spur als richtigen Groove aus, passt sich das ansonsten genaue Schlagzeug an. Hier nur Spielerei - im echten Bandleben schadet es aber weder, die Arhythmiker an den Takt anzupassen, noch, superkorrekte nach dem Metronom spielende Musiker in den treibenden oder schleppenden Groove der Leitinstanz einzufügen.

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