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Test: Netgear Centria WNDR 4720

07.02.2013 | 08:00 Uhr |

Apple hat es mit der Time Capsule vorgemacht, nun bietet auch Netgear einen Dual-Band-Router mit integrierter 2-TB-Festplatte an. Doch als Alternative zur Time Capsule reicht es nur bedingt

Bei der Ausstattung hat Netgear nicht gespart und spendiert dem Router Centria WNDR 4720 fünf Anschlüsse für Gigabit-Ethernet, zwei Anschlüsse für USB 3.0 und einen SD-Kartensteckplatz . Ein USB-Anschluss und der Kartensteckplatz sind seitlich am senkrecht stehenden Router angebracht und so leicht zu erreichen. Per Knopfdruck lässt sich der Inhalt der eingelegten Speicherkarte auf die Router-Festplatte übertragen.

Die 2-TB-Festplatte im 3,5-Zoll-Format lässt sich – anders als bei der Apple Time Capsule – bequem entnehmen. Dazu muss man nur eine Klappe auf der Seite öffnen und einen Verriegelungshebel umlegen. So kann man die Platte schnell tauschen, wenn man beispielsweise zwei Laufwerke für Backups verwendet, oder falls ein Problem auftritt. Nachteilig gegenüber der Time Capsule sind das Lüftergeräusch, das deutlich zu hören ist, und der mit 14,8 Watt höhere Stromverbrauch. Bei Nichtgebrauch lässt sich das WLAN per Taste ausschalten, zudem verfügt der Router über einen Netzschalter.

Einrichtung leicht gemacht

Der Router, der ab Werk mit einem verschlüsselten WLAN ausgestattet ist, lässt sich schnell konfigurieren. Beim Aufrufen einer beliebigen Internetadresse (URL) im Browser öffnet sich die Konfigurationsseite, um die Einstellungen für den Internetzugang vorzunehmen. Dazu gibt es einen Assistenten Namens Netgear Genie, der durch die Einrichtungsschritte führt, sowie wahlweise einen manuellen Modus bietet. Außerdem kann man die Software „Desktop Netgear Mac Genie“ aus dem Web laden und installieren. Über Netgear Genie lassen sich die Einstellungen für Internet, WLAN und Router vornehmen. Außerdem kann man sich eine Netzwerkübersicht anzeigen lassen, die Kindersicherung einschalten (diese verwendet OpenDNS), das Gästenetz aktivieren sowie die Hilfe aufrufen und auf die Download-Seite von Netgear zugreifen. Die Installationsdatei (wie auch alle anderen Netgear-Programme für OS X) ist aber nicht signiert, weshalb Gatekeeper die Installation zunächst verhindert und man den Öffnen-Befehl im Kontextmenü aufrufen muss.

Für iOS gibt es eine App, die analoge Optionen bietet. Für die erweiterten Einstellungen muss man über einen Browser auf den Router zugreifen, um beispielsweise das Gerätepasswort zu ändern. Für die Geschwindigkeitsmessung werden über das 5-GHz-WLAN eine große Filmdatei und ein Ordner mit rund 2800 Einzeldateien auf die Festplatte des Routers übertragen und von dort zurück kopiert. Im Schnitt liegt die Übertragungsrate in unserer Testumgebung beim Lesen bei knapp 44 MBit/s und beim Schreiben bei 48 MBit/s. Das Sichern mit Time Machine sowie das Zurückkopieren von Dateien aus dem Backup funktioniert ebenfalls zuverlässig.

Drucken und Cloud mangelhaft

Möchte man einen an den Router angeschlossenen Drucker verwenden, muss man das Netgear USB Control Center installieren. Dieses muss zum Drucken immer aktiviert bleiben. Geht der Drucker jedoch in den Ruhemodus, verliert das Control Center im Test die Verbindung und kann den Drucker nicht mehr aufwecken. Auch die Airprint -Option, die man in Netgear Genie für die an den Mac oder den Router angeschlossenen Drucker aktivieren kann, funktioniert nicht zuverlässig und es gelingt im Test nur ein einziger Ausdruck von einem iOS-Gerät.

Ebenfalls keine Lorbeeren kann sich Netgear mit Ready Share Cloud verdienen. Diese Software soll es ermöglichen, auf die über USB an den Router angeschlossenen Festplatten über das Internet zuzugreifen. Dazu richtet man bei Netgear ein Konto ein. Mit Benutzername und Passwort meldet man sich im Browser oder in Ready Share Cloud dann an diesem Konto an. Auch für iOS gibt es eine App für den Fernzugriff. Während diese im Test funktioniert und wir PDFs und Bilder unter iOS6.1 öffnen und laden können, gelingt der Zugriff über Safari und Firefox nicht. Hier sind nur die Symbole der Laufwerke im Fenster sichtbar, auf den Inhalt der Festplatte kann man aber nicht zugreifen. Beim Anmelden über das Programm Ready Share Cloud bleibt dagegen der Finder hängen, über den die Verbindung aufgebaut wird, und muss neu gestartet werden.

Empfehlung: Netgear Centria WNDR 4720

Der Netgear Centria WNDR 4720 empfiehlt sich zwar auf Grund der großzügigen Ausstattung an Schnittstellen und der schnell wechselbaren Festplatte. Unerfreulich ist jedoch die unausgereifte Mac-Software für den Druck und den Zugriff auf die Daten über das Internet, was einer guten Benotung nicht zuträglich ist.

Centria WNDR 4720

Netgear

Preis: € 342, CHF 457

Note: 2,7 befriedigend

Leistung (50 %) 2,0

Ausstattung (20 %) 1,5

Handhabung (20 %) 5,0

Ergonomie (10 %) 3,5

Vorzüge: Festplatte leicht tauschbar, viele Schnittstellen, ab Werk verschlüsselt, übersichtliche Konfigurationssoftware

Nachteile: Druck- und Cloud-Software mangelhaft, vergleichsweise teuer

 2,4 GHz und 5 GHz simultanes Dual-Band, 2 TB 3,5-Zoll-Festplatte, 5x Gigabit Ethernet (1x WAN, 4x LAN), 2x USB 3.0, 1x SD-Kartensteckplatz, durchschnittlicher Stromverbrauch 14,8 W

Alternative: Apple Time Capsule , WD My Net N900Central

www.netgear.de

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