1986410

Test: Nuance Dragon Dictate 4.0.4

27.08.2014 | 16:44 Uhr |

Die Möglichkeiten von Apples Spracherkennung, die in OS X integriert ist, sind begrenzt. Dragon Dictate hat wesentlich mehr zu bieten. Ob sich das Diktierprogramm in der Neuauflage spürbar verbessert hat, zeigt unser Test.

Dragon Dictate ist nach wie vor die einzige Software für den Mac, mit der sich Spracherkennung inklusive Diktieren und Steuerung des Betriebssystems professionell einsetzen lässt. Im Unterschied zu Apples eingebauter Diktiersoftware korrigiert man mit Dictate Wörter, fügt neue hinzu, lässt bereits vorhandene Dokumente auf ihren Wortschatz hin analysieren und übernehmen und bedient die Maus per Stimme. Selbst über eine iPhone-App können die Texte auf den Mac gesprochen werden – wofür allerdings, wie für jedes alternative Mikrofon sonst auch, umständlich ein neues Profil anzulegen ist. Hat man ein Interview aufgezeichnet, setzt Dictate dieses auf Wunsch in geschriebenen Text um.

Ende 2015 hat Nuance die neue Version Dragon 5 für Mac herausgebracht. Lesen Sie hier unseren Test

Nicht alles funktioniert perfekt, auch nicht in der aktuellen Version. Allerdings: Legt man ein neues Benutzerprofil an und spricht einen vorgegebenen Übungstext ein, ist die Erkennungsrate anschließend beeindruckend hoch. Normale Alltagstexte werden fast einwandfrei erkannt. Im Wortkorrekturfenster lassen sich etwaige Fehler rasch verbessern, was weithin direkt über die Stimme funktioniert. Zur Sicherheit sollte man immer wieder das Profil speichern, denn Dictate 4.0 stürzt zwar deutlich weniger ab als sein Vorgänger. Aber wenn, dann sind hinzugelernte Wörter ohne diese Sicherung verloren.

Schneller und genauer

Die Ersteinrichtung für Mikrofon und Stimme dauert inklusive eines gesprochenen Übungstexts etwa 10 Minuten. Dann reagiert Dictate 4 mit hoher und beeindruckender Präzision auf unsere Diktate. Es ist zudem jetzt als 64-Bit-Applikation spürbar schneller geworden, und es bietet einige Besonderheiten wie die Sprachsteuerung von Gmail-Konten in Safari oder Firefox. Probleme mit der neuen Version gibt es zunächst, weil wir ein älteres Profil von Dictate 3 nicht updaten können. Der Versuch, wie gewohnt vorliegende eigene Dokumente auf das Vokabular hin analysieren zu lassen, gelingt zwar. Danach jedoch ist das Profil praktisch unbrauchbar, bis es nur noch abstürzt. Ein neu eingerichtetes Profil läuft dann wieder flott und treffsicher, mit einer sehr guten Erkennungsrate und hoher Geschwindigkeit. Zur „Sicherheit“ erweitern wir das Vokabular jetzt nur sporadisch. Aber natürlich ist das nicht im Sinne des Nutzers, auf dem „alten“ Vokabular sitzen zu bleiben. Nach unserer Rückmeldung an den Entwickler programmiert dieser ein Update, das nun auch mit einem großen hinzugefügten Nutzer-Vokabular hervorragend läuft, wie unser Test mit der aktualisierten Version 4.0.4 zeigt.

Leider fehlen immer noch wichtige Befehle, wie zum Beispiel zum Anfang einer Zeile zu navigieren, was unverständlicherweise nur in Apples Mailprogramm möglich ist. Warum nicht auch in anderen Applikationen? Wünschenswert wäre es ferner, wenn man im Texterkennungsfenster endlich zwei Nomen per Sprachbefehl kombinieren könnte (zum Beispiel „System + Voraussetzungen > Systemvoraussetzungen“), anstatt dies dann doch umständlich per Tastatur bewerkstelligen zu müssen. Störend ist zudem, dass man den korrekturbedürftigen Text manchmal mehrfach benennen muss, bevor dieser endlich im Texterkennungsfenster angezeigt wird.

Empfehlung

Wer diktieren möchte, dazu Programme und Maus per Sprache bedienen will, ist mit Dictate 4.0.4 durch die hohe Erkennungsrate und Geschwindigkeit gut bedient. Insgesamt ist Dictate durch eine Vielzahl von eindeutig festgelegten Befehlen etwas unübersichtlich, auf der anderen Seite fehlen wichtige Kommandos. Insgesamt steht Dictate 4, von Apples minimalistischer Spracherkennung einmal abgesehen, derzeit konkurrenzlos im Mac-Bereich da.

Nuance Dragon Dictate 4.0.4

Hersteller: Nuance

Preise: € 150, CHF 182; Upgrade von Version 3: € 80, CHF 97

Gesamtnote: 2,3 gut

Leistung (50%)          2,2

Ausstattung (20%)    1,8

Bedienung (20%)       3,0

Dokumentation (10%)           2,0

Vorzüge: Schnelle und gute Spracherkennung, umfassende Funktionen, inklusive System- und Maussteuerung

Nachteile: Uneinheitliche Programmsteuerung, Transkription mit schwankendem Erfolg, gelegentliche Bildung von Artefakten in Texten, umständliche Profilverwaltung, hoher Preis

Systemanforderungen: Ab OS X 10.8.3

Alternativen: Apple OS X Spracherkennung

0 Kommentare zu diesem Artikel
1986410