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Test Lensbaby Composer with Tilt Transformer

07.02.2011 | 17:25 Uhr |

Lensbaby_Nex
Vergrößern Lensbaby_Nex

Lensbaby entwickelt sich zu einer Objektivfamilie, bei der man sich für eines von drei Grundsystemen entscheidet und je nach Geschmack eine der sechs Optiken einsetzt. Für die Systemkameras der Panasonic G-Serie, Olympus Pen-Serie und Sony Nex-Serie ist exklusiv der Composer with Tilt Transformer gedacht. Er ist vergleichbar mit dem Composer für Spiegelreflexkameras und nimmt jede der erhältlichen Optiken auf oder alternativ eine Nikon Festbrennweite.

Das Besondere an Lensbaby ist der spezielle Look der Bilder mit einem frei einstellbaren scharfen Bereich und dem sanften Übergang in die Unschärfe zum Rand. Somit wirken Bilder ein wenig verträumt bzw. verspielt. Manche Digitalkameras imitieren diesen Effekt und nennen ihn "Miniaturen"-Effekt. Im professionellen Bereich kennt man diese Eigenschaft auch von Tilt/Shift-Objektiven - nur mit dem Unterschied, dass diese keinen so extremen Unschärfebereich haben. Das Objektiv ist auf einer Kugel gelagert, die sich nach allen Seiten schwenken lässt. Die Position fixiert man mit einem Ring. Auf diese Weise wird der " Sweet-Spot ", also der scharfe Bereich, im Bild positioniert. Mit etwas Übung klappt das sehr gut.

Einziger Makel: Die Kugel läuft im klassischen Composer leichter. Die Schärfe selbst wird klassisch von Hand mit einem großen Ring eingestellt. Wir haben den Composer mit einer Sony Nex-5 ausprobiert - ein ideales Gespann. Durch den klappbaren und sehr großen Monitor sowie der einstellbaren Lupe ist ein leichtes und perfektes Einstellen möglich. Kameras mit festem Monitor sind wegen der ungünstigen Handhaltung auf Augenhöhe wackeliger.

Eine tolle Erweiterung sind die wechselbaren Objektiveinsätze: Zum Beispiel die Kunststofflinse, die Bilder ähnlich wie mit einer Spielzeugkamera macht. Die Bilder erscheinen mit einer starken Aura und sehr schön fließender und strahlenförmiger Unschärfe.

Mitgeliefert wird ein mehrschichtvergütetes Glasobjektiv mit zwei Linsen, das in etwa einem 40mm Objektiv entspricht. Hiermit lassen sich sehr gezielt richtig scharfe Bereiche setzten. Das ist ideal für Portraits, Landschaften oder Stilleben und ist der universellste Einsatz. Für die Nahaufnahmen kann man eine der Macrolinsen einsetzen; für Panoramaaufnahmen nutzt man den 0,42x Weitwinkelkonverter.

Empfehlung

Das Lensbaby macht richtig Spaß, speziell in Verbindung mit dem Klappmonitor der Nex. Das bringt ein Mittelformat-Lichtschachtfeeling mit perfekter Einstellbarkeit. Wer noch alte Nikon Festbrennweiten besitzt, bekommt auch eine bessere Bildqualität als die eher für künstlerische Fotografie ausgelegten Optiken des Lensbaby. Natürlich könnte man auch in der Bildbearbeitung einen ähnlichen Effekt erreichen. Das ist aber nicht das Gleiche und man verzichtet auf wahnsinnig viel Spaß. Der positive Eindruck wird durch die Erweiterbarkeit bis hin zu Makrolinsen abgerundet. Wer nur Nikon Objektive einsetzen möchte, kann zum günstigeren reinen Tilt Transformer greifen.

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