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Test: Parallels Desktop 11

28.08.2015 | 14:37 Uhr |

Parallels Desktop 11 unterstützt nun OS X 10.11 El Capitan und Windows 10 - und ist dabei schneller geworden.

Schnell die monatliche Umsatzsteuererklärung mit Elster erledigen oder die auf Access basierende Firmendatenbank nutzen - selbst überzeugte Anhänger von OS X müssen gelegentlich Windows-Programme verwenden. Eine virtuelle Version von Windows, wie man sie mit Parallels nutzen kann, ist da die komfortabelste Lösung. Im Unterschied zu Bootcamp muss man seinen Mac nicht in Windows booten, sondern startet das gewünschte Windows-Programm unter OS X. Neben dem kostenlosen Virtual Box und Vmware Fusio n hat sich Parallels Desktop für diese Aufgabe bewährt. Etwa jedes Jahr gibt es eine neue Parallels-Version, die in der Regel auch für Kompatibilität mit neuen Mac- und Windows-Betriebssystemen sorgt. So unterstützt Parallels Desktop 11 jetzt das kommende OS X 10.11 und das aktuelle Windows 10 .

Drei Versionen stehen zur Verfügung: Das 80 Euro teure Parallels Desktop for Mac ist für Einzelanwender gedacht, für Profis und Firmenanwender gibt es die die beiden Versionen Parallels Desktop für Mac Pro Edition und Parallels Business Editon - letztere sind so gut wie identisch. Ein Upgrade von der Vorversion kostet immerhin 50 Euro, weshalb manch Anwender sich das Upgrade wohl sparen wird. Die neue Standardversion bietet außerdem jetzt weniger Funktionen als die Vorversion - so unterstützt die Heimversion maximal 8 GB Arbeitsspeicher und vier CPUs und muss auf einige Netzwerkfunktionen und Backup-Optionen verzichten.

Wichtigster Grund für einen Umstieg ist aber die Unterstützung von OS X 10.11 El Capitan . So hat die Vorversion Probleme mit der El-Capitan-Funktion Rootless und Nutzer berichten von Kernel Panics. Zwar kann man mit etwas Mühe auch unter Parallels 10 das neue Windows 10 verwenden, die neue Version liefert aber einige Optimierungen und erleichtert die Installation. Noch ein Grund für ein Upgrade sind die besseren Leistungen, wenn auch nicht bei der Grafik-Performance. Wie Messungen mit dem Benchmark 3DMark zeigen, ist die Grafikleistung auf dem Stand der Vorversion - wie bisher unterstützt das System nur das ältere Direct X 10 und Open GL 2.1. Der Konkurrent Vmware unterstützt dagegen bereits Open GL 3.3. Stark verbessert hat Parallels dafür die Leistung beim Starten und Beenden der virtuellen Maschine. Ein Neustart von Windows 10 dauert in unserem Test mit einem Macbook Pro mit SSD unter Parallels 10 immerhin 50 Sekunden, unter Parallels 11 sehen wir bereits nach 16 Sekunden den Anmeldebildschirm. Allgemein soll das Beenden und Starten einer Maschine um 50 Prozent schneller erfolgen. Die Performance der virtuellen Festplatte konnte Parallels ebenfalls steigern. So verkürzt sich der Zeitraum für das Duplizieren einer Videodatei sich in unserem Test von 13 auf 8 Sekunden. Neu ist außerdem eine Option namens „Reisemodus“, bei dem man schnell den Energieverbrauch des Systems reduzieren kann. Highlight ist die Unterstützung von Cortana, den wie Siri nutzbaren Sprachassistenten von Microsoft. Auch ohne aktive Windows-Umgebung kann man das Tool mit „Hey Cortana“ aktivieren, Internetsuchen starten oder andere Fragen stellen. Allerdings bieten dies auch andere Virtualisierungslösungen.

Ohne Neustart kann man unter Parallels 11 auf eine Bootcamp-Partition zugreifen, außerdem verspricht Parallels eine um 25 Prozent verbesserte Akkulaufzeit sowie schnellere Dateioperationen unter Windows. Windows-Starts und das Herunterfahren des Systems sollen um bis zu 50 Prozent schneller erfolgen. Speziell für Profis und Entwickler ist die Mac Pro-Edition gedacht, die Entwickler-Tools wie Docker, Visual Studio, Chef, Jenkins und Vagrant unterstützt.

Das ist neu:

  • Pro-Version mit Funktionen für Entwickler und Unternehmen

  • Pro-Version nur als Abo verfügbar

  • Unterstützung von Cortana

  • Reise-Modus

  • Automatisches Datenträger-Tuning

  • Schnelleres Speichern und Starten einer VM

  • Bessere Leistung der virtuellen Disk

  • Standortdaten und Windows verfügbar

  • Einfacheres Drucker-Konfiguration

  • Quick Look steht ab sofort unter Windows zur Verfügung

  • Force Touch-Gesten

  • Anzeige der zuletzt genutzten Dateien

  • Synchronisation der Lautstärke zwischen Mac und PC.

  • Schneller Wechsel in den Coherence Modus

  • Zuordnung von Dateiarten zu Windows-Programmen

  • Parallels Access (Pro)

  • Visual Studio Plug-in  (Pro und Unternehmensversion)

  • Unterstützung von Developer-Tools  (Pro und Unternehmensversion)

  • Erweiterte Netzwerktools  (Pro und Unternehmensversion)

  • Unterstützung von Cloud-Dienste für Unternehmen  (Pro und Unternehmensversion)

  • 24-Stunden-Support  (Pro und Unternehmensversion)

  • Microsoft Visual Studio Plu-in (Pro und Unternehmensversion)

Weitere Funktionen für Entwickler sind das Debuggen von Gastsystemen und Netzwerksimulationen. Unterschiede zur Basisversion sind außerdem die Verfügbarkeit eines Headless-Modus, verknüpfte Klone, Unterstützung von 64 GB RAM und 16 CPUs. Einsteiger müssen sich mit 8 GB RAM und 4 CPUs begnügen. Nur bei der Pro-Version erhalten Kunden Zugriff auf einen täglich und rund um die Uhr erreichbaren Support per Telefon und E-Mail. Ein Abo für die Fernsteuerungslösung Parallels Access ist bereits enthalten, das sonst 20 Euro Jahresgebühr kostet. Ganz zufrieden sind wir mit der Unterstützung von Windows 10 aber nicht - einige Funktionen wie das Pausieren des Systems stehen nur unter älteren Windows-Versionen zur Verfügung.

Für Firmen gibt es außerdem die Parallels Desktop 11 für Mac Business Edition, die zusätzlich zu den Funktionen der Pro-Edition zentralisierte Administration, Lizenzverwaltung und Richtlinien für USB-Geräte beinhaltet. Beide Versionen kosten 100 Euro pro Jahr, bei der Basisversion handelt es sich weiter um eine permanente Lizenz. Ein Upgrade von Parallels 9 oder 10 kostet 50 Euro, ein Upgrade auf die Pro-Version 50 Euro pro Jahr.

Empfehlung

Mit der neuen Pro-Version will Parallels offensichtlich mehr Firmenanwender und Entwickler gewinnen - die traditionelle Kunden des Konkurrenten Vmware sind. Leider müssen dafür die Nutzer der Standardversion auf einige Profi-Versionen verzichten, die aber vermutlich die wenigsten Heimanwender vermissen werden. Gut gefällt die bessere Performance beim Starten und Beenden einer Maschine, als Wermutstropfen bleibt aber wie immer die mäßige Grafik-Performance. Für Gamer ist Bootcamp weiterhin die bessere Wahl.

Parallels Desktop

Preis: 80 Euro (Standard Edition),100 Euro pro Jahr (Pro Edition)

Note: 1,5 gut

Leistung (50%)   1,4

Ausstattung (30%)  1,5

Bedienung (10%)    1,5

Dokumentation (10%)    1,5

Vorzüge: Einfache Bedienung, gute Integration in OS X

Nachteile: Mäßige Grafikleistung, Profi-Funktionen bleiben Pro-Edition vorbehalten

Alternativen: Vmware Fusion, Virtual Box, Bootcamp

Ab OS X 10.8

Parallels

www.parallels.com

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