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Test: Photoshop Elements 12

11.10.2013 | 15:37 Uhr |

Pünktlich zum Herbst erneuert Adobe sein Bildbearbeitungsprogramm für Foto-Hobbyisten. Wir testen wie sich die neue Version von Photoshop Elements mit verbesserter Anbindung zu Mobilgeräten und neuen Bildeffekten schlägt.

Zum Start gleiche eine gute Nachricht für den Mac: Endlich ist Photoshp Elements auf dem Mac in 64 Bit programmiert, vorher mussten wir in diesem Punkt neidisch in Richtung Windows-Version schielen. Dank 64 Bit dürfte vieles spürbar flüssiger laufen. Bei der Bildverwaltung mit dem Organzier liegt der Schwerpunkt diesmal eindeutig auf Mobilgeräte-Anbindung. Und das ist gut so, schließlich kommen iPhone und iPad immer öfter als Kamera oder digitaler Bilderrahmen zum Einsatz. Mit der Gratis-App Adobe Revel ist es jetzt möglich, von iOS auf die Fotogalerien von unterwegs zuzugreifen. Mit der kostenlosen Adobe-ID aktiviert man dazu die neuen Mobilen Alben. Ähnlich wie beim von iOS bekannten Fotostream kann man von allen Geräten auf die gemeinsam geteilte Bibliothek zugreifen. Umgekehrt können auf dem iPhone geknipste Bilder ganz leicht von den internen Fotos in die Revel-Bibliothek geladen werden.  Genau so leicht lassen sich am Desktop in Photoshop Elements Bilder vom lokalen in den mobilen Ordner ziehen, schon sind sie unterwegs verfügbar.

Teilen und synchronisieren

Auch das Anlegen von Alben, in dem man Familie oder Freunde einlädt, ist möglich - inklusive gemeinsamer Bearbeitung der Fotos. Revel ist kostenlos, solange man nur 50 Fotos im Monat synchronisiert, wer unbegrenzte Uploads haben möchte, muss dafür 5,99 Euro im Monat zahlen. Revel unterstützt alle gängigen Bildformate, die mit dem Smartphone aufgenommen werden können. Die Revel-App bietet auf dem iPhone einfache Bildeffekte a la Instagram , die non-destruktiv arbeiten, erst beim Laden in Photoshop Elements wird das Bild gerendert. Revel ist nicht nur gratis, man braucht keine weiteren Adobe-Produkte um Bilder ansehen und aufpeppen zu können - Revel könnte als eine Art Reader für Fotos auf den Mobilgeräten gesehen werden. Neben Revel können mit dem „Teilen“-Menü die Fotos zu Flickr, Facebook, und neu, jetzt auch auf Twitter geladen werden.

Die Symbole auf der Oberfläche sind größer und prominenter, dadurch hat man oft das Gefühl vieles leichter zu finden als zuvor. Mehr Durchblick in der heute viel größeren Masse an Fotos und Videos, die jeder von seinem Smartphone mitbringt, soll das neue Tags-Fenster bringen. Dort können zum Beispiel Orte, Personen und Ereignisse angelegt und per Drag-and-drop auf Bilder zugewiesen oder importiert werden. Später reicht ein Klick auf die Leiste, um nur die passenden Medien aus der Sammlung herauszufiltern. Ereignisse können selbst organisiert oder per eingeschalteten „Smart Ereignissen“ automatisch anhand der Aufnahmezeit gruppiert werden - ähnlich wie in //www.macwelt.de/produkte/Test-iPhoto-11-iPhoto-11-im-Praxistest-3215467.html:iPhoto .

Foto-Styling auf Knopfdruck

Direkt im Organizer stehen einige Korrekturen wie Freistellen oder Schärfen auf Knopfdruck bereit, für mehr wechselt man zum anderen Programmteil, dem Editor.  Im „Schnell“-Modus gibt es neue Effekte, die mit einem Klick Fotos verschiedene Retro-Optiken wie bei Instagram, Dramatik und andere Farbverfremdungen beibringen. Filter lassen sich mit Rahmen und Texturen kombinieren. Mit dem „Reset“-Pfeil verschwinden alle Änderungen wieder. So kann jeder in Sekunden und mit viel Spaß seine Fotos aufpeppen. Neben reiner Optik gibt es neue Korrekturmöglichkeiten: Das „rote Augen“-Werkzeug bringt mit der neuen Option „Tierauge“ Fotos von Vierbeinern wieder ihr natürliches Aussehen zurück.

Das ist neu

- Fotoalben mit iPhone und iPad synchronisieren und teilen

- Schnelleffekte im Instagram-Stil

- Praktische neue Effekte und Retuschen per Assistent

- Inhaltsbasiertes Füllen und Verschieben

- Spezielle Korrektur für Tieraugen

- Automatische intelligente Farbtonbearbeitung

Aufwändigere Effekte gibt es im ausgebauten „Assistent“-Modus, der jetzt durch 25 Bildbearbeitungen Schritt für Schritt führt und gleich im Beschreibungstext Knöpfe zum Drücken anbietet. Neben Bildkorrekturen zaubern damit auch Anfänger gehobene Fotoeffekte, etwa der neue „Zoom Burst“, der Bewegungsunschärfe simuliert, den Puzzle Effekt (nur optisch, hat nichts mit der Herstellung von Fotopuzzles zu tun) und eine komplexe Retusche zum auffrischen gescannter, alter Fotos.

Experten dürfen auch ran

Mehr als doppelt so viele Werkzeuge stehen im Experten-Modus bereit, der Hit darunter: Vom großen Bruder Photoshop hat Elements das inhaltsbasierte Retuschieren gelernt. Damit lassen sich Bildteile verschieben, dabei entstehende Löcher füllt Photoshop Elements automatisch und orientiert sich dabei an die Umgebungspixel. Schiefe Bilder lassen sich mit dem neuen „Gerade Ausrichten Werkzeug“ drehen, die leeren Ecken füllen sich mit etwas Glück – der Erfolg hängt immer etwas vom Motiv ab – wie von Zauberhand.

Auto-Korrekturen gab es in Photoshop Elements schon immer, wie gut sie ausfallen ist immer etwas Geschmackssache. Endlich können die Ergebnisse per Hand feingetunt werden. Das Programm schlägt eine Autokorrektur für Helligkeit und Kontrast vor. Fein abstimmen lässt sich dies sehr intuitiv entweder direkt auf dem Vorschaubild mit einem Joystick oder per Klick auf die Mini-Vorschaubilder in der Ecke. Die Veränderungen werden von Elements gespeichert - so passt sich das Programm mit der Zeit dem Geschmack für die Bildoptik an.

Empfehlung Adobe Photoshop Elements 12

Adobe hat Photoshop Elements   an den richtigen Stellen - Stichwort mobil -  erweitert und verbessert, wobei das inhaltsbasierte Verschieben und Füllen ein echtes und konkurrenzloses Highlight in der Einsteigerklasse der Bildbearbeiter darstellt. Die neuen Schnelleffekte sorgen für höheren Spaßfaktor, Anspruchsvolle werden mit mehr manuellen Eingriffsmöglichkeiten oder komplexeren Step-by-Step Anleitungen ebenfalls hervorragend bedient.

Photoshop Elements 12

Adobe

Preis: € 98, CHF 121; Update € 80, CHF 99

Note: 1,3 sehr gut

Funktionsumfang (50%) 1,2

Bedienung (20%) 1,5

Dokumentation (20%) 1,2

Zuverlässigkeit (10%) 1,3

Vorzüge: Schnelle Ergebnisse, auch für Fortgeschrittene geeignet, verbesserte Bildverwaltung, gute Neuzugänge bei Effekten und Profi-Tools

Nachteile: Kostenloses Revel-Konto mit Einschränkungen, drei Benutzermodi im Editor können auch verwirren

Alternative: iPhoto , Pixelmator

www.adobe.de

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