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Adobe Photoshop Elements 8 im Test

18.11.2009 | 14:35 Uhr |

Das Volks-Photoshop bietet in Version 8 einige markante Neuerungen, die helfen, komplexe Bildbearbeitungen einfach anzuwenden. Dabei sieht man ihm das auf den ersten Blick nicht an.

Elements 8 kann nun Aktionen ausführen - aufzeichnen lassen sich diese aber nach wie vor nur im großen Photoshop-Bruder aus der Creative Suite.
Vergrößern Elements 8 kann nun Aktionen ausführen - aufzeichnen lassen sich diese aber nach wie vor nur im großen Photoshop-Bruder aus der Creative Suite.
"Bild neu zusammensetzen" in Elements 8 entspricht dem inhaltsbewahrenden Skalieren in Photoshop CS4. Hier können die Bildproportionen geändert werden ohne wichtige Inhalte zu verzerren.
Vergrößern "Bild neu zusammensetzen" in Elements 8 entspricht dem inhaltsbewahrenden Skalieren in Photoshop CS4. Hier können die Bildproportionen geändert werden ohne wichtige Inhalte zu verzerren.

Die bemerkenswertesten Neuerungen finden sich hauptsächlich im assistierten Bearbeitungsmodus von Elements 8. So hat Elements das inhaltsbewahrende Skalieren vom großen Bruder CS4 übernommen. Mit dieser Funktion lassen sich Bildabmessungen neu festlegen, etwa von Querformat zu Quadratisch, ohne dass dabei wichtige Formen wie der Körper einer Person verzerrt werden. Die Funktion hat ihre Grenzen, ab der auch die automatisch vor Verzerrung geschützten Bildbereiche gestaucht oder gedehnt werden. Dann muss man von Hand mit einem Schutzpinsel solche Bildbereiche markieren. Entgegengesetzt arbeitet der Löschpinsel, mit dem man Bildbereiche markieren kann, die bei einer Begrenzung des Bilds entfernt werden dürfen.

Hier wird der Szenenbereiniger eingesetzt, um aus dem linken Bild ein Segelboot, zwei Schwimmer und zwei Jogger zu den Personen im rechten Bild hinzuzufügen. Einfache Pinselstriche reichen dafür aus.
Vergrößern Hier wird der Szenenbereiniger eingesetzt, um aus dem linken Bild ein Segelboot, zwei Schwimmer und zwei Jogger zu den Personen im rechten Bild hinzuzufügen. Einfache Pinselstriche reichen dafür aus.

Zwei weitere neue Werkzeuge für komplexe Bearbeitungen finden sich in der Photomerge-Abteilung im assistierten Modus. Der Szenenbereiniger dient dazu, störende Elemente aus Szenen zu entfernen - man kann aber auch umgekehrt Elemente zu einer Szene hinzufügen. Dazu benötigt man zwei oder mehrere möglichst deckungsgleiche Aufnahmen einer Szene. Eine der Aufnahmen wird als Vorlage für das Endergebnis bestimmt und in den anderen Aufnahmen markiert man mit einfachen Pinselstrichen die Bereiche, die in das Endergebnis transferiert werden sollen. Im Endergebnis-Bild lassen sich zudem Bereiche markieren, die entfernt werden sollen. Elements 8 richtet zusätzlich dazu die einzelnen Aufnahmen zueinander aus. Auch diese Funktion ist versierten Photoshop-CS4 -Anwendern bereits bekannt, dort findet sie sich unter den Stapel-Funktionen. Eine so einfache Anwendung bietet das große Photoshop allerdings nicht.

Optimale Belichtung

Bei der Photomerge-Belichtung kombiniert Elements 8 gut belichtete Teile einer Szene miteinander - entweder automatisch, halbautomatisch oder mit manueller Maskenmarkierung.
Vergrößern Bei der Photomerge-Belichtung kombiniert Elements 8 gut belichtete Teile einer Szene miteinander - entweder automatisch, halbautomatisch oder mit manueller Maskenmarkierung.

Zu den Photomerge-Funktionen gesellt sich auch eine Belichtungskombination hinzu. Hier werden mehrere Belichtungen desselben Bildausschnitts so kombiniert, dass nur gut belichtete Bildbereiche im Endergebnis zu sehen sind. Unter- und überbelichtete Bereiche werden somit ausgeblendet. Das Prozedere kann man vollautomatisch geschehen lassen, was im Test in den meisten Fällen sehr gut funktioniert. Daneben stehen noch ein halbautomatischer Modus, bei dem man Lichter und Schatten selber gewichtet, und einer mit manueller Maskenmarkierung zur Verfügung.

Auch hier arbeitet wieder eine automatische Ausrichtung der Bilder zueinander, falls nicht vom Stativ fotografiert wurde. HDR-Fans werden weiter auf eine Unterstützung durch Elements 8 warten müssen, aber die meisten (Amateur)anwender werden mit einer Belichtungskombination besser zurecht kommen als mit der schwerer zu beherrschenden HDR-Technik.

Assistiert wird schließlich auch für die drei neuen Anwendungen "Altmodisches Foto", "Gesättigter Diafilm" und "Strichzeichnung". Der Diafilm-Effekt ist ein einfacher Ein-Knopf-Filter - aber warum findet er sich nicht beiden anderen Effekte bestehen aus mehreren Arbeitsschritten, die man im Assistenten per Knopfdruck anwenden kann. Alternativ lernt man im Assistenten, wie man in Elements 8 Variationen des Effekts erzielt.

Aktionen - nur zum Ausführen

Elements 8 kann nun Aktionen ausführen - aufzeichnen lassen sich diese aber nach wie vor nur im großen Photoshop-Bruder aus der Creative Suite.
Vergrößern Elements 8 kann nun Aktionen ausführen - aufzeichnen lassen sich diese aber nach wie vor nur im großen Photoshop-Bruder aus der Creative Suite.

Nach Elements 7 für Windows kann nun auch Elements 8 Mac Photoshop-Aktionen, das sind aufgezeichnete Befehlsfolgen, ausführen. Aufzeichnen lassen sich Photoshop-Aktionen in Elements selber aber weiterhin nicht, dazu benötigt man weiterhin eine Photoshop-CSx-Version. Und noch eine Einschränkung besteht: Die Aktion darf nur Befehle enthalten, die auch Elements versteht, womit nicht alle der vielen frei verfügbaren Aktionen in Elements 8 ausgeführt werden können. Der im assistierten Bearbeitungsmodus zu findende Action-Player hat magere fünfzehn solcher Aktionen etwa für Sepia-Toning oder Bildausschnitte im Angebot, die man immerhin durch weitere Aktionen aus dem Web ergänzen kann.

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