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Titan

30.09.2009 | 07:31 Uhr |

Nach einer Entwicklungszeit von zehn Jahren bringt Best Service aus München seinen Preset-Synthesizer Titan auf den Markt. Der Sampleplayer bietet Sounds bis zum Abwinken

Das mitgelieferte Sound-Materials verrät, wo die Stärken von Titan liegen. Der virtuelle Synthesizer kommt mit einer 36 Gigabyte großen Klangbibliothek, bestehend aus 5500 Multi- sowie mehr als 100.000 Single Samples und aufgeteilt auf rund 4.500 Presets in 35 Untergruppen. Da klingt der Werbeslogan von den mehr als 200 (allerdings ungenannten) Synthesizern nicht übertrieben, die ihr Klangmaterial beigesteuert haben.

Trotz der Tatsache, dass Titan den absoluten Fokus auf Synthesizerklänge legt: ein Synthesizer im klassischen Sinne ist das Programm nicht. Die Grundlage ist die Sampleplayer-Engine, das Klangmaterial entsprechend: Samples.

Durch die vielfältigen Bearbeitungsmöglichkeiten im Quick- und im trotz seiner Komplexität weitgehend selbst erklärenden Pro-Modus stört das nicht wirklich. Titan bietet vielseitigen Zugriff auf die wichtigsten Klangparameter wie Filter oder Hüllkurven. So vergisst man schnell, dass man bei dem virtuellen Sampleplayer nicht an Wellenformen schraubt, sondern an Samples. Positiv: Die Midi-Learn-Funktion hilft sehr dabei, den Klangerzeuger mit externen Controllern und richtigen Knöpfen zu steuern.

Eins der Highlights des Programms ist die Kombination von Arpeggiator und Step Sequencer für vielseitige und abwechslungsreiche Begleitautomatismen. Interessante Idee: Mit ladbaren Midi-Files lassen sich die Möglichkeiten der automatischen Klangabfolge wesentlich erweitern.

Das Klangmaterial

Die Presets, von denen Titan lebt, enthalten alles, was an Brot & Butter-Sounds aus der Ära analoger und digitaler Synthesizer angefallen ist. Titan verarbeitet praktisch sämtliches Klangmaterial, das nicht bei drei auf dem Baum war. Rein quantitativ ist die Auswahl damit sicher ausreichend; wer eigene Klänge bevorzugt, ist mit dieser Art Preset-Player dennoch nicht für alle Zeiten ausgelastet.

Beim Basteln der Presets hätten sich die Programmierer gerne ein bisschen Mühe geben können. So bietet Titan zwar zahlreiche, frei zuschaltbare Modulationsparameter, außer einem nervigen Vibrato ist bei vielen Klängen davon aber kaum etwas zu hören. Hier muss man selber nacharbeiten.

Eine weitere Schwäche bei einer derartig riesigen Klangauswahl ist zudem die Benennung und Zuordnung der Presets: Die Namen sind weitgehend unbrauchbar (Dynamic 1, Dynamik 2, Dynamik 3), weil sie eine Orientierung in der umfangreichen Bibliothek kaum ermöglichen. Auch hier hätte ein wenig mehr Mühe für sprechende Klangnamen und logische Zuordnungen in die Kategorien sorgen können.

Empfehlung

Die schiere Fülle macht Titan zu einer lohnenden Sound-Quelle. Wer eine klare Vorstellung hat, wie der Sound klingen soll, wird meist recht schnell fündig. Dabei bleibt noch genug Raum zum Experimentieren. Echtes Analog-Feeling kommt jedoch nicht auf.

Thomas Pelkmann

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