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Test: Promise Pegasus 2 R8

30.01.2014 | 14:57 Uhr |

Mit dem Promise Pegasus 2 R8 bringt der amerikanische Raid-Spezialist einen der ersten Tunderbolt-2-fähigen Massenspeicher auf den Markt. Wir fühlen dem 32-Terabyte-Boliden auf den Zahn

Acht Festplatten mit je vier Terabyte arbeiten in dem schwarzen Metallgehäuse. Die rechnerische Gesamtkapazität von 32 Terabyte erreicht man jedoch nur im Raid-0-Betrieb . Hierbei verteilt das Gerät die Daten gleichmäßig auf alle Laufwerke. Das ergibt nicht nur die höchste Kapazität sondern auch die besten Datenübertragungsraten. Allerdings ist ein Raid-0 nicht ausfallsicher. Quittiert auch nur eines der acht Laufwerke seinen Dienst, sind sämtliche Daten unwiederbringlich verloren. Nach wie vor sind die Laufwerke (wie schon beim Vorgänger) nicht mechanischen gegen Auswurf verriegelt. Drückt man versehentlich auf einen Auswurfknopf und zieht das Laufwerk etwas heraus sind alle Daten im Raid-0-Betrieb futsch.

Man sollte daher besser den Raid-Level 5 benutzen, mit dem das Pegasus R6 ab Werk ausgeliefert wird. Raid 5 verringert die Gesamtkapazität zwar auf 28 Terabyte und die Datenraten sinken etwas ab, jedoch darf eine der Festplatten ausfallen. Das Raid-System läuft zunächst weiter und alle Daten bleiben erhalten. Man tauscht das defekte Laufwerk aus und startet über die beiliegende Software die „Rebuild“-Funktion. Nach einigen Stunden ist der Datenstand wieder auf allen Platten verteilt und die volle Leistung des System wiederhergestellt. Während des Rebuilds sinkt die Datenrate jedoch deutlich ab, besonders beim Lesen von Daten. Daher sollte man den Rebuild am besten nachts laufen lassen und nicht in einer Zeit, in der das Raid produktiv genutzt wird.

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© 2015

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Beiliegende Software

Die beiliegende Software ist schnell installiert und leicht verständlich, allerdings nur in englischer Sprache vorhanden. Ein Wizard hilft bei der Einrichtung. Die Software liefert zudem jede Menge Informationen und Statistiken über die Benutzung des Pegasus 2. So erfährt man die Temperatur der Controllerplatine oder die aktuelle Umdrehungsgeschwindigkeit des Lüfters. Ein Manko der Vorversion hat der Hersteller übrigens behoben: Es gibt nun eine Stromsparfunktion. Wird das Raid etwa 20 Minuten lang nicht benutzt, schalten sich alle Platten ab. Der Stromverbrauch reduziert sich dann von 70 auf unter 30 Watt. Für einen 24-Stunden-Dauerbetrieb ist das allerdings immer noch zuviel. Nachts sollte man das Raid bei Nichtbenutzung also ganz ausschalten. In diesem Zustand braucht es weniger als ein Watt. Aus dem Ruhezustand heraus dauert der nächste Zugriff etwa 15 Sekunden. Diese Zeit brauchen die magnetischen Laufwerke, um wieder hochzufahren.

Leistung

Dank Thunderbolt -2-Anschluss liefert das Raid neue Rekordwerte. Mit dem Benchmark-Tool Speed Disk Test von Black Magic Design messen wir 700 MB/s beim Lesen und dank des üppigen Write-Caches über 1 GB/s beim Schreiben. Das ist genug, um knapp 100 Full-HD-Videos gleichzeitig zu streamen. Bei 4k-Auflösung wären es immer noch etwa 20 Streams. Damit ist die Zielgruppe klar: Videoverarbeitung. Diese Werte erreichen wir allerdings mit einem aktuellen Mac Pro. Angeschlossen an einen Mac Mini (Thunderbolt 1) sinken die Raten auf 480 MB/s beim Lesen und 520 MB/s beim Schreiben. Ein schneller Zuspielrechner und der Thunderbolt-2-Anschluss machen zusammen also einen deutlichen Unterschied.

Prima: Man kann von dem Raid-System auch booten. Anders als beim Vorgänger klappt das beim Pegasus 2 auch unter OS X 10.9 Mavericks. Die Boot-Zeiten sind allerdings nicht signifikant kürzer, als wenn man den Mac von einer internen Festplatte startet. Das liegt in erster Linie an den Zugriffszeiten der magnetischen Festplatten. Ein Mac Pro bootet von seinem internen Flash-Speicher wesentlich schneller als vom Pegasus-Raid.

Lautheit

Trotz der acht gleichzeitig laufenden Festplatten plus zwei Lüfter bleibt die Geräuschentwicklung des Pegasus 2 R8 moderat. In unserer Schallmesskammer ermitteln wir 1,7 Sone ohne Zugriffe. Damit ist das Raid in einer normalen Büroumgebung kaum hörbar. Stellt man es zudem unter den Tisch, dürfte sein Geräusch nicht mehr auffallen. Im heimischen Wohnzimmer sollte man es allerdings nicht einsetzen.

Kaufempfehlung & Fazit

Das erste Thunderbolt-2-Gerät schlägt sich im Macwelt-Testcenter sehr gut. Funktionell gibt es nichts auszusetzen. Die beiliegende Software ist vorbildlich. Die Datenraten eignen sich besonders für anspruchsvolle Aufgaben aus dem Bereich Video oder Audio. Der Thunderbolt-2-Port macht sich positiv bemerkbar, besonders beim neuen Mac Pro. Der Preis ist angesichts der gebotenen Leistung angemessen.

Promise Pegasus 2 R8

Hersteller: Promise

Preis: € 4450, CHF 5550

Note: 1,6 gut

Leistung/Kapazität (40%) 1,0

Ausstattung (40%) 1,0

Handhabung (10%) 3,2

Ergonomie (10%) 2,9

Vorzüge: robustes Gehäuse, geringe Geräuschentwicklung, sehr hohe Datenraten, umfangreiche Konfigurationssoftware

Nachteile: keine mechanische Verriegelung der Laufwerke, hoher Stromverbrauch im Ruhezustand

Alternativen: bislang keine mit Thunderbolt-2-Port

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