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Test: Reikan Focal Pro

22.04.2013 | 13:45 Uhr |

Ein Objektiv und eine Spiegelreflex-Kamera sind oft nicht exakt aufeinander abgestimmt. Dadurch gibt es Fokus-Probleme, die man mit dem Tool Focal beheben kann

Ein Nachteil von Spiegelreflex-Kameras ist, dass das Wechsel-Objektiv nicht exakt auf die jeweilige Kamera abgestimmt ist. Und das ist nicht selten selbst dann der Fall, wenn Kamera und Objektiv vom selben Hersteller kommen. Der Grund ist ein nicht exakt liegender Autofokus, da der Phasen-Autofokus nicht auf dem Bildsensor liegt, sondern separat untergebracht ist. Daher kommt es immer wieder vor, dass der Fokus-Punkt etwas daneben liegt. Hier spricht man vom Frontfokus beziehungsweise Backfokus-Problem. Höherwertige Digitalkameras wie die im Test verwendete Canon 5D Mark III bieten daher eine Autofokus-Feinjustage (Autofocus-Microadjust, AFMA). Eine solche Justage erfordert vom Anwender jedoch meist viel Geduld und mehr oder weniger vertrauenerweckende Testaufbauten, wie beispielsweise der bekannte Fotograf und Blogger Patrick Ludolph berichtet .

Korrekten Fokus einstellen

Die Software Focal Pro vereinfacht diese Prozedur für Canon- und Nikon-Spiegelreflexkameras erheblich und führte in unseren Tests zu sehr guten, schnellen und reproduzierbaren Ergebnissen, die zu einer Verbesserung der optischen Leistung aller getesteten Kamera-Objektiv-Kombinationen führten.

Dazu wird zunächst die Kamera per USB-Kabel mit dem Rechner verbunden und eingeschaltet. Nach Ausdruck eines Testcharts, welches als Teil der umfangreichen PDF-Dokumentation mitgeliefert wird, und Ausrichten der Kamera auf das Testchart, erfordert Focal Pro je nach Kamera nur noch wenige Eingriffe vom Benutzer, um die optimalen Werte für den Autofokus durch eine Testreihe zu ermitteln. Dieser Wert wird automatisch an die Kamera übertragen (einige Modelle erfordern kamerabedingt die manuelle Eingabe des ermittelten Wertes). Eine komplette Kalibrierung ist typischerweise in 2-4 Minuten erledigt. Auf  Wunsch wird ein umfangreiches Testprotokoll generiert. Mit einer Lizenz können bis zu fünf Kameras und beliebig viele Objektive kalibriert werden.

Focal Pro liefert zudem eine ganze Reihe weiterer nützlicher Tools. Der Aperture-Sharpness-Test ermittelt die Schärfe des Objektivs über den gesamten Blendenbereich. Mit dem Multipoint Focus Test lassen sich selbst die komplexesten  Autofokus-Sensoren bezüglich Ihrer Performance untersuchen. Focal Pro verrät zudem, ob und wie viel Staub auf dem Kamerasensor sitzt.

Wer einen günstigen Einstieg bei Focal sucht greift zunächst auf die Standard-Version zurück, die allerdings nur eine halbautomatische Kalibrierung und keine Zusatztools nebst der Testprotokolle bietet. Ein Upgrade auf die Pro-Version ist jederzeit möglich.

Empfehlung: Reikan Focal Pro

Mit Focal Pro liefert Reikan anspruchsvollen Fotografen wie auch dem Profi ein Werkzeug, das zu einem vergleichsweise günstigen Preis die optimale Schärfe aus einer Nikon- oder Canon-DSLR-Kamera und Objektiv liefert. Die Leistungsfähigkeit der Software ist beeindruckend. Vor dem Kauf sollte man sich unbedingt informieren, ob die verwendete Kamera unterstützt wird.

Focal Pro

Reikan

Preis: Pro-Version: € 82, CHF 110; Standard-Version ab € 24

Note: 1,4 sehr gut

Leistung (50%)  1,2  

Ausstattung (20%)  1,3

Handhabung (20%)  1,8

Dokumentation (10%)  1,8

Vorzüge: Verlässige Kalibrierung, schnell, Erzeugung von .pdf-Testbericht, viele Zusatztools, Lizenz für Mac und PC gültig, rege Pflege und Verbesserung der Software durch den Hersteller

Nachteile: Programm und Dokumentation nicht lokalisiert, unterstützt nur  Canon- und Nikon-Kameras (19 Modelle)

Alternativen: Focustune , Lens Align MkII , Datacolor Spyder Lens Cal

Ab Mac-OS X 10.6

www.reikan.co.uk/focalweb

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