1803951

Test: Samsung SSD 840 EVO, 1 Terabyte

25.07.2013 | 10:24 Uhr |

Schnelle SSD-Festplatten entwicklen sich immer weiter. Samsung bringt mit der Serie 840 Evo nun eine neue Generation, die nicht nur mehr Kapazität (bis zu 1 TB) bringt sondern auch deutlich schneller sein soll. Wir testen die Laufwerke ausführlich am Mac, im Labor und in der Praxis

Die Bezeichung "Evo" deutet schon daraufhin, hier gibt es keine grundsätzlich neue Technologie, sondern Verbesserungen in Details. Im Einzelnen sind das: mehr Kapazität und mehr Speed.

Die Samsung SSD 840 Evo ist die erste Flash-Festplatte des koreanischen Herstellers, die mit einer Maximalkapazität von einem Terabyte (1000 Gigabyte) angeboten wird. Möglich ist das durch TLC-Bausteine (Tri-Level-Cell), die drei Bit pro Zelle speichern und dank neuer Fertigungstechlologie (Strukturbreite 19 Nanometer) nun je nach Package bis zu 128 Gigabyte in einem Chip unterbringen. 

Es gibt aber auch Modelle mit geringerer Kapazität. Man hat zusätzlich die Wahl zwischen 120, 250, 500 und 750 Gigabyte. Die Preise bewegen sich zwischen 110 Euro (120 GB) und 650 Euro (1 TB).

In puncto Geschwindigkeit bringt die Serie 840 Evo Verbesserungen vor allem durch einen schnelleren Controller-Chip (400 MHz, 3-Core, ARM-Chip) und einen cleveren Trick bei Schreibzugriffen. Samsung nennt das "Turbo Write". Ein Teil der Flash-Zellen wird dabei als eine Art-Schreibcache dauerhaft reserviert und als Single-Level-Cell-Flash angesprochen. Dadurch wird die Schreibrate deutlich höher. Das funktionert aber nur, solange die Menge der hintereinander zu schreibenden Daten die Kapazität des Turbo-Write-Speichers nicht erreicht. Bei der 120-GB-Version sind das drei Gigabyte, die 1-TB-Platte reserviert 12 Gigabyte für den Turbo-Write-Modus. In Pausen leert die Platte den Cache und schreibt die Daten automatisch in den normalen, langsameren Tri-Level-Cell-Bereich.

Labor und Praxistests

Ein Problem bemerken wir direkt beim Einschalten unseres Testsystems. Die 840 Evo lässt sich unter OS X mit dem Festplattendienstprogramm unter OS X nicht einrichten. Das Tool meldet "S.M.A.R.T-Fehler". Das tritt allerdings nur auf, wenn die Platte am internen SATA-Port des Mac angeschlossen ist. Per USB-Adapter können wir sie problemlos formatieren und partitionieren. Danach arbeitet sie auch am SATA-Port einwandfrei. Wir informieren Samsung von dem Fehler und man versichert uns, dass das Problem bei den finalen Laufwerken im Handel durch ein Firmware-Update behoben sein wird.

Unsere Tests zeigen: Die meisten Anwendungen profitieren von Turbo Write, Einbrüche in der Praxis merkt man allenfalls beim Erzeugen und Schreiben von großen Datenmengen, beispielsweise beim Videoschnitt. Wir testen die 120 GB- und die 1-TB-Version in einem Mac Mini Baujahr 2011 am SATA-3-Port. Die Labormessungen mit unserem selbst entwickelten Benchmark-Tool "How Fast" bescheinigen der SSD Werte von durchschnittlich 330 MB/s beim Lesen und 410 MB/s beim Schreiben und eine exzellente Zugriffszeit von 0,17 Millisekunden.

Der praxisnahe Test mit dem Benchmark-Tool "Disk Speed" von Blackmagic liefert noch bessere Ergebnisse. Hier messen wir zwischen 490 und 510 MB/s. Da dieses Tool maximal fünf Gigabyte an Daten am Stück schreibt, kommen sowohl der interne DRAM-Cache (1 GB) als auch der Turbo-Write-Modus der Platte zum Tragen.

In den reinen Praxistests relativieren sich die Ergebnisse wieder. Der Mac Mini bootet mit der 840 Evo aus einem Kaltstart in gut 21 Sekunden. Das ist etwas schneller als bei der Samsung 840 Pro (26 Sekunden). Auch bei den Kopiertests liegt die 840 Evo meist besser als die Pro-Version. Nur bei vielen kleinen Dateien liegt das Pro-Modell vorn.

Das 120-GB-Modell unterscheidet sich vor allem in puncto Schreibrate von der 1-TB-Version. Der Turbo-Write-Modus läuft hier schon bei drei Gigabyte über und die Datenrate sinkt unter hoher Schreiblast auf unter 200 MB/s. Wer oft große Datenmengen kopiert oder dupliziert sollte hier besser auf ein Modell mit höherer Kapazität zurückgreifen, denn hier ist auch der Turbo-Write-Bereich umfangreicher.

Empfehlung

Die Samsung 840 Evo macht ihrem Namen Ehre. In puncto maximaler Kapazität gibt es einen großen Sprung (1 TB statt vorher 512 GB), bei der Geschwindigkeit messen wir nur leichte Verbesserungen. Insgesamt zeigt sich die Platte als solide und flotte SSD, die jeden passenden Mac kräftig aufwertet.

Samsung SSD 840 Evo 1TB

Hersteller: Samsung

Preis: € 650, CHF 804

Note: 1,1 sehr gut

Leistung (40%): 1,1

Austattung/Kapazität (40%): 1,0

Handhabung (10%): 1,8

Ergonomie/Verbrauch (10%): 1,4

Vorzüge: hohe Datenraten, hohe Kapazität, einfache Handhabung

Nachteile: hoher Preis

Alternativen: Samsung 840 Pro

Samsung

Samsung SSD 840 Evo 120GB

Hersteller: Samsung

Preis: € 110, CHF 137

Note: 2,2 gut

Leistung (40%): 1,4

Austattung/Kapazität (40%): 3,4

Handhabung (10%): 1,8

Ergonomie/Verbrauch (10%): 1,2

Vorzüge: hohe Datenraten beim Lesen, einfache Handhabung

Nachteile: Einbrüche unter hoher Last bei der Schreibrate

Alternativen: Samsung 840 Pro

Samsung

0 Kommentare zu diesem Artikel
1803951