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Test: Samsung SSD 850 Evo am Mac

08.12.2014 | 10:30 Uhr |

Die Mechanik-losen SSD-Festplatten entwickeln sich stets weiter. Samsung bringt mit der Serie 850 Evo eine neue Generation, die gegenüber dem Vorgänger 840 Evo schneller und sparsamer sein soll. Wir testen die Laufwerke ausführlich am Mac, im Labor und in der Praxis

Die Bezeichung 850 Evo deutet gegenüber der Vorgänger-Generation schon daraufhin: hier gibt es keine grundsätzlich neue Technologie, sondern Verbesserungen in Details. Samsung setzt nun 3D-VNAND-Chips ein, die 32 Lagen an Fash-Zellen übereinader stapeln. Dadurch erreicht der Hersteller eine höhere Datendichte, das bedeutet: Man benötgt weniger Chips um auf die gleiche Kapazität zu kommen. Der neuen Flash-Speicher soll zudem deutlich haltbarer sein, Samsung gibt nun eine Garantie von 5 Jahre (840 Evo: 3 Jahre). Außerdem nutzen alle Modelle mit Ausnahme der 1-TB-Version einen neuen Controller-Chip, der speziell für geringere Kapazitäten entwickelt wurde und mit niedrigerer Taktfrequenz auskommt. Dadurch sollen diese SSD-Platten sparsamer im Stromverbrauch sein. Man hat die Wahl zwischen 120, 250, 500 GB und 1 TB als Top-Modell. Die Preise bewegen sich zwischen 92 Euro (120 GB) und 460 Euro (1 TB).

Technisch hat sich außer den neuen Flash-Chips und den schnelleren Controllern im Vergleich zur 840 Evo nichts geändert. Nach wie vor gibt es die Turbo Write-Technologie. Ein Teil der Flash-Zellen wird dabei als eine Art-Schreibcache dauerhaft reserviert und als Single-Level-Cell-Flash angesprochen. Dadurch wird die Schreibrate deutlich höher. Das funktionert aber nur, solange die Menge der direkt hintereinander zu schreibenden Daten die Kapazität des Turbo-Write-Speichers nicht überschreitet. Bei der 120-GB-Version sind das drei Gigabyte, die 1-TB-Platte reserviert 12 Gigabyte für den Turbo-Write-Modus. In Pausen leert die Platte den Cache und schreibt die Daten automatisch in den normalen, langsameren 3-Bit-MLC-Bereich.

Labor und Praxistests

Unsere Tests zeigen: Die meisten Anwendungen profitieren von Turbo Write, Einbrüche in der Praxis merkt man allenfalls beim Erzeugen und Schreiben von großen Datenmengen, beispielsweise beim Videoschnitt. Wir testen alle verfügbaren Kapazitäten, also 120, 250, 500 GB- und die 1-TB-Version in einem Mac Mini Baujahr 2011 am internen SATA-3-Port. Die Labormessungen mit unserem selbst entwickelten Benchmark-Tool "How Fast" bescheinigen der 120 GB-Version Werte von durchschnittlich 192 MB/s beim Schreiben und 361 MB/s beim Lesen sowie eine gebenüber der 840 Evo gut doppelt so schnelle Zugriffszeit von 0,08 Millisekunden. Ein exzellenter Wert. Die 1-Terabyte-Version liegt beim Schreiben deutlich besser, hier messen wir 371 MB/s und ebenfalls 361 MB/s beim Lesen.

Der praxisnahe Test mit dem Benchmark-Tool "Disk Speed" von Blackmagic liefert noch bessere Ergebnisse. Hier messen wir bei der 1-TB-Version 450 MB/s (Scheiben) und 511 MB/s (Lesen). Da dieses Tool maximal fünf Gigabyte an Daten am Stück schreibt, kommt hier der Turbo-Write-Modus der Platte voll zum Tragen.

In den reinen Praxistests relativieren sich die Ergebnisse wieder. Der Mac Mini bootet mit der 850 Evo aus einem Kaltstart in etwa 20 Sekunden. Das ist genauso schnell wie beim Vorgänger-Modell. Auch bei den Kopiertests im Finder liegt die 850 Evo gleichauf mit der Vorgängerversion. Spürbare Vorteile messen wir nicht.

Das 120-GB-Modell unterscheidet sich vor allem in puncto Schreibrate von der 1-TB-Version. Der Turbo-Write-Modus läuft hier schon bei drei Gigabyte über und die Datenrate sinkt unter hoher Schreiblast auf unter 200 MB/s. Wer oft große Datenmengen kopiert oder dupliziert sollte hier besser auf ein Modell mit höherer Kapazität zurückgreifen, denn hier ist auch der Turbo-Write-Bereich umfangreicher.

Empfehlung

Die Samsung 850 Evo bringt in der Praxis kaum spürbare Verbesserungen zum Vorgängermodell, lediglich bei der Haltbarkeit sollte das neue Modell klare Vorteile bringen, was wir allerdings nicht testen können. Die um 2 Jahre verlängertre Garantiezeit des Herstellers deutet jedoch klar auch bessere Langzeitstabilität hin. Insgesamt zeigt sich die Samsung SSD 850 Evo als solide und sehr schnelle SSD, die jeden passenden Mac in der Praxis kräftig aufwertet.

Samsung SSD 850 Evo - 120 GB

Hersteller: Samsung
Preis: € 92, CHF 111
Note: 2,1 gut
Leistung (40%): 1,5
Austattung/Kapazität (40%): 3,0
Handhabung (10%): 1,8
Ergonomie/Verbrauch (10%): 1,4
Vorzüge: hohe Datenraten, sehr kurze Zugriffszeiten, einfache Handhabung
Nachteile: Einbrüche in der Schreibleistung unter hoher Last
Alternativen: Samsung 850 Pro


Samsung SSD 850 Evo - 250 GB

Hersteller: Samsung
Preis: € 138, CHF 166
Note: 1,7 gut
Leistung (40%): 1,4
Austattung/Kapazität (40%): 2,0
Handhabung (10%): 1,8
Ergonomie/Verbrauch (10%): 1,4
Vorzüge: hohe Datenraten, sehr kurze Zugriffszeiten, einfache Handhabung
Nachteile: Einbrüche in der Schreibleistung unter hoher Last
Alternativen: Samsung 850 Pro

Samsung SSD 850 Evo - 500 GB

Hersteller: Samsung
Preis: € 250, CHF 301
Note: 1,4 sehr gut
Leistung (40%): 1,2
Austattung/Kapazität (40%): 1,5
Handhabung (10%): 1,8
Ergonomie/Verbrauch (10%): 1,4
Vorzüge: hohe Datenraten, stabile Schreibraten, sehr kurze Zugriffszeiten, einfache Handhabung
Nachteile: hoher Preis
Alternativen: Samsung 850 Pro

Samsung SSD 850 Evo - 1 TB

Hersteller: Samsung
Preis: € 460, CHF 554
Note: 1,2 sehr gut
Leistung (40%): 1,1
Austattung/Kapazität (40%): 1,1
Handhabung (10%): 1,8
Ergonomie/Verbrauch (10%): 1,4
Vorzüge: hohe Kapazität, hohe Datenraten, stabile Schreibraten, sehr kurze Zugriffszeiten, einfache Handhabung
Nachteile: hoher Preis
Alternativen: Samsung 850 Pro

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