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Test: Samsung Syncmaster S27B970D LED

10.01.2013 | 10:45 Uhr |

Das erste Hardware-kalibrierbare Display mit Standardfarbraum für unter 1000 Euro eröffnet Hobbyfotografen völlig neue Möglichkeiten – wären da nicht ein paar gemeine Stolpersteine

Samsung stellt mit dem Syncmaster S27B970D LED ein Hardware-kalibrierbares 27-Zoll-Display mit integriertem Flächenabgleich vor, das weniger als 1000 Euro kostet. Der Monitor richtet sich an ambitionierte Hobby-Fotografen, da er lediglich sRGB abdeckt, nicht jedoch professionelle Arbeitsfarbräume wie Adobe RGB oder den für das Softproofen empfohlene ISO Coated v2 .

Das Display beherbergt ein 27 Zoll S-PLS-Panel mit einer Auflösung von 2560 mal 1440 Pixel (109 ppi) im Format 16:9. Die Hintergrundbeleuchtung besteht aus „weißen“ LEDs (eigentlich blaue LEDs mit gelber Phosphorbeschichtung), die jedoch lediglich den so genannten Standardfarbraum (72 % NTSC) abbilden. Das Panel ist sehr blickwinkelstabil (178° H/V), dürfte jedoch bei professionellen Anwendern wegen der glänzenden Oberfläche auf wenig Gegenliebe stoßen. Der Bildschirm ist neig- und höhenverstellbar (10 cm), schwenkbar hingegen nicht. Er kann mit dem Mac über DVI-D, Display-Port oder HDMI kommunizieren und  bietet einen eingebauten USB-Hub (2 down, 1 up). Die Optik des Samsung-Displays erinnert mit seinem Aluminiumdesign und der bis zum Rand reichenden Glasfront an Apples Thunderbolt Display. Die eingesetzten Materialien sowie die Verarbeitung sind ausgesprochen hochwertig.

Kalibrierung

Der Monitor wird mit der hauseigenen Kalibrierungssoftware Natural Color Expert (NCE V2_2.0.0.14) ausgeliefert. Über sie lässt sich der Monitor hardwareseitig kalibrieren. Als Ziel kann neben sRGB auch ein benutzerspezifisches Profil eingegeben werden. Andere Arbeitsfarbräume wie Adobe RGB, ISO Coated oder ECI-RGB machen wegen des eingeschränkten Monitorfarbraums jedoch nur wenig Sinn. NCE unterstützt vornehmlich Messgeräte von Xrite, etwa das i1 Pro, i1 Display Pro/3 und die Color-Munki-Serie . Die Kalibrierung unterteilt sich in wenige einfache Schritte. Nach der Auswahl von Weißpunkt, Luminanz und Gamma ist die Kalibrierung nach knapp fünf Minuten abgeschlossen. Die Ergebnisse lassen sich über eine Vorher-Nachher-Ansicht vergleichen und bei Gefallen in die LUT des Monitors schreiben. Ein entsprechendes ICC-Profil wird erstellt, abgespeichert und fertig – so glaubt man. Ganz so einfach ist es aber bedauerlicherweise nicht. Das erstellte ICC-Profil liegt zwar in einem Unterordner des globalen Colorsync-Ordners, wird aber nicht aktiviert, sodass Farbmanagement-Anwendungen ein falsches, nämlich das ursprünglich von OS X erstellte generische Profil nutzen. Man muss das Profil vorher manuell aktivieren, etwa über die Systemeinstellung Monitore.

Testergebnisse

Nun der Monitortest mit UDACT 2.0 und dem i1 Pro von Xrite. Das Ziel, sRGB, stellt der Monitor nach Kalibrierung und der manuellen Aktivierung des Profils nicht zufriedenstellend dar. Während die Farbtemperatur mit 6541 K nur um 1,0 Delta E vom Ziel (6500 K) abweicht, gibt es Mängel bei der Graubalance. Eine durchschnittliche Farbdrift von 1,92 Delta C (Maximum 2,62 Delta C) ist für diese Geräteklasse einfach zu bunt. Die Profilqualität ist wiederum tadellos (durchschnittliche Abweichung  2,0 Delta E).

Beim Thema Homogenität patzt der Samsung jedoch erneut. Helligkeitsabweichungen von bis zu 15 Prozent sind happig. Da der Bildschirm eine eingebaute Homogenisierung für Helligkeit und Farbe anbietet, wird diese darüber hinaus über NCE optimiert. Dies dauert je nach preferierter Genauigkeit (Messfelder 3 x 5, 5 x 5 oder 7 x 7) bis zu 20 Minuten. Aber auch danach liegt die maximale Helligkeitsabweichung noch bei wenig schmeichelhaften 13 Prozent.

Abschließend unterliegt noch die Energieaufnahme einer Messung. Bei maximaler Helligkeit (265 cd/m 2 ) beträgt sie 46,6 Watt, bei 150 cd/m 2 34,6 Watt, im Standby 1,0 Watt und ausgeschaltet ebenfalls 1,0 Watt. Für einen Monitor in dieser Klasse sind das gute Werte.

Fazit

Ein preiswertes und ausgesprochen schickes Hardware-kalibrierbares TFT-Display für ambitionierte Hobby-Fotografen sollte viele Anwender ansprechen. Stattdessen erweist sich die Kombination aus Monitor und Kalibrations-Software als wenig eingespieltes Team. Den einzig sinnvollen Arbeitsfarbraum, sRGB, kann das Duo nur befriedigend darstellen. Stolpersteine bei der Kalibrierung erschweren zudem den Umgang mit dem Gerät. Software-basierte Monitore von NEC oder Eizo liefern zu einem vergleichbaren Preis bessere Ergebnisse und decken sogar den Farbraum Adobe RGB ab.

Samsung Syncmaster S27B970D

Preis: € 1000, CHF 1209

Note: 3,1 befriedigend

Leistung (40 %) 3,4

Ausstattung (30 %) 2,1

Handhabung (20 %) 4,5

Ergonomie/Verbrauch (10 %) 2,3

Vorzüge: Gute Verarbeitung, blickwinkelstabil, preiswert, Flächenabgleich

Nachteile: Farbraum erreicht nicht die Hersteller-Spezifikationen (sRGB), Mängel in der Graubalance und Homogenität, ICC-Profile müssen manuell aktiviert werden

Alternative: NEC PA271 , Eizo Flexscan SX2762W

Samsung

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