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Test: Sapphire Radeon HD 7950 Mac Edition

27.06.2013 | 13:33 Uhr |

Auf der Cebit hat Sapphire eine neue High-End-Grafikkarte für den Mac Pro vorgestellt, die Radeon HD 7950 Mac Edition. Die 470 Euro teure Grafikkarte läuft in allen Mac Pro ab 2009 mit mindestens OS X Lion und benötigt einen freien PCI-Express-x-16-Slot.

Die in 28-nm-Architektur gefertigte Grafikkarte basiert auf der aktuellen Graphics Core Next Architektur von AMD und unterstützt bis zu vier Monitore. Die GPU enthält 1792 Stream-Prozessoren, deren Kerntaktfrequenz bei 800 Megahertz liegt. Der GDDR5-Grafikspeicher ist mit drei Gigabyte nicht nur recht üppig sondern dank einer Taktung auf  fünf Gigahertz auch ausgesprochen flott. Die Karte beherbergt einen HDMI-Ausgang (1.4a) mit 3D-und HDCP-Unterstützung, zwei Mini-Display-Ports sowie einen Dual-Link-DVI-Anschluss. Ein von vielen erwarteter Thunderbolt-Port zum Anschluss von Apples Thunderbolt Displays ist bedauerlicherweise nicht mit an Bord. Die maximale Auflösung beträgt über HDMI und Display-Port 3840 mal 2160 Pixel ( 4k-Monitore lassen grüßen ), während über Dual-DVI nur 2560 mal 1600 Pixel angesteuert werden können. Adapter von Mini Display Port auf Display Port und von DVI auf VGA liegen der Karte ebenso bei wie die beiden 6-poligen Stromkabel für den Anschluss an die Hauptplatine. Die Grafikkarte enthält ein schaltbares BIOS und kann daher sowohl in einem Mac als auch einem PC genutzt werden.

Der Praxistest

Die Grafikkarte muss sich in einem Mac Pro aus dem Jahre 2009 bewähren und tritt gegen die seinerzeit aktuelle ATI Radeon HD 4870 sowie der weit verbreitete Nvidia Geforce 8800 GT an. Die Installation der Karte klappt problemlos. Damit die Karte korrekt arbeitet, sollte man die Schalterstellung am BIOS prüfen. Im Mac muss der Schalter auf Position "2" stehen.

Ein winziger Schalter an der Karte bestimmt, ob sie in einem Mac oder PC arbeitet. Für Macs muss der Schalter in Position 2 stehen.
Vergrößern Ein winziger Schalter an der Karte bestimmt, ob sie in einem Mac oder PC arbeitet. Für Macs muss der Schalter in Position 2 stehen.

Die Performance der Karte unterscheidet sich stark nach den benutzten Programmen. Im normalen Finderbetrieb stellen wir erwartungsgemäß keine Geschwindigkeits-Unterschiede fest. Allerdings zeigt der Bildschirm an unserem Mac Pro alle fünf Minuten für eine Zehntelsekunde Bildaussetzer. Auch eine Ersatzkarte verhält sich ähnlich. Auf Nachfrage beim Hersteller konkretisiert dieser  die Produktanforderungen auf Mac-Pro-Modelle ab Baujahr 2010. Damit sollen diese Probleme nicht auftreten.

Im weit verbreiteten und kostenfreien Benchmark Cinebench 11.5 von Maxon, der die OpenGL-Performance in Cinema 4D simuliert, schneidet die Karte erschreckend unspektakulär ab. Mit 27,7 fps ist sie sogar ein wenig langsamer als die vier Jahre alte ATI Radeon 4870 mit 28,51 fps. Aber selbst die sechs Jahre alte Nvidia Geforce 8800 GT schlägt sich mit 23,96 fps erstaunlich gut. Wegen Cinema 4D muss sich also niemand eine neue Grafikkarte anschaffen.

Bei den ebenfalls kostenfreien Grafik-Benchmarks von Unigine, Heaven 4.0 und Valley 1.0 , zeigt sich schon eine deutlich differenziertere Leistungskurve der Grafikkarte. Wir wählen in Heaven 4.0 das Preset Extreme und eine Auflösung von 1600 mal 900. Während die Nvidia-Karte gerade einmal 3 fps schafft, zeigen die Sapphire mit 78 fps und die ATI mit 37 fps wie stark sie sind – ein Leistungsplus von 2510% respektive 109%. Bei 2560 mal 1600 ist für die Geforce Schluss und auch die ATI ruckelt mit 6 fps unerträglich vor sich hin. Die Sapphire kann mit 22 fps letztlich noch gut dagegen halten.

Valley 1.0 ist noch ein wenig anspruchsvoller als Heaven, denn die Nvidia-Karte versagt im Preset "Extreme HD" komplett die Zusammenarbeit. Bei einer Auflösung von 1920 mal 1200 erreicht die ATI noch 25 fps, muss in 2560 mal 1600 mit 5 fps aber die Segel streichen. Anders die Sapphire. Sie schafft 54 fps respektive 33 fps – anders ausgedrückt 214 und 595 Prozent von deren Leistung.

Eines der grafisch schönsten, wenn auch nicht mehr ganz aktuellen Mac-Spiele, ist Portal 2. Unser selbst geschriebener Benchtest lassen wir in drei Auflösungen durchlaufen, in 1280 x 800, 1920 x 1200 und in 2560 x 1600. In der kleinsten Auflösung 1280 x 800 können sich alle drei Grafikkarten gut behaupten. Während die Nvidia 83 fps generiert, bringen es die ATI auf 152 fps und die Sapphire gar auf 197 fps. Bei 1920 mal 1200 sackt die Leistung etwas aber noch nicht dramatisch ab. Die Nvidia bringt es auf 44 fps, die ATI auf 94 fps und die Sapphire schließlich auf 177 fps. In der anspruchvollsten Gangart bei 2560 x 1600 steigt die Nvidia zwar aus, doch sowohl die ATI als auch die Sapphire bleiben mit 53 fps und 120 fps im Rennen.

Kaufempfehlung und Fazit

Die Sapphire HD 7950 Mac Edition schlägt sich im Test eindrucksvoll. Ältere Mac Pro ab Baujahr 2010 lassen sich mit ihr in eine veritable Gaming-Maschine verwandeln. Im Vergleich zu einer ATI Radeon 4870 ist sie gut zweieinhalb mal schneller und eine Nvidia Geforce 8800 GT hängt sie locker ab. Alltägliche Arbeiten aber auch das Arbeiten in 3D-Modelling-Programmen wie Cinema 4D profitieren von der Karte jedoch nur unwesentlich. Daher empfiehlt sich der Kauf lediglich für Spieler-Naturen, die ihren Mac Pro noch einmal auf die Beine helfen wollen.

Sapphire HD 7950

Hersteller: Sapphire

Preis: € 470, CHF 580

Note: 1,2

Leistung (40%): 1,5

Ausstattung (30%): 1,0

Handhabung (20%): 1,0

Ergonomie/Verbrauch (10%): 1,0

Alternativen: ATI Radeon HD 5870, PNY PCIe 2048MB Quadro 4000

Vorzüge: Gute Gaming-Performance

Nachteile: Leistung in Cinema 4D unspektakulär

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