2031494

Test: Schriften verwalten mit Suitcase Fusion 6

19.12.2014 | 10:35 Uhr |

Wer mit vielen verschiedenen Schriften arbeitet, kommt m ein Programm zum Verwalten der Zeichensätze nicht herum. Wir testen den Klassiker Suitcase von Extensis

Anwender die mit einer Vielzahl von Schriften zu tun haben, benötigen ein Programm zum Bereitstellen, Vergleichen und Organisieren von Zeichensätzen. Da tief in das System eingegriffen wird, müssen Updates neu angepasst werden. Wir haben uns angesehen, welche Innovationen die aktuelle Version von Suitcase bietet.

Zeichensatz-Verwaltung

Systemschriften oder gekaufte Zeichensätze liegen auf der Festplatte verteilt, mitunter tief ins System eingebettet. Daher kann Suitcase auf Wunsch Zeichensätze in einem Font-Vault getauften Verzeichnis unterbringen. Dieses Verzeichnis dient Suitcase als Aufbewahrungsort aller Zeichensätze des Benutzers. Mit Version 6 muss Font-Fault nicht mehr auf einer Festplatte vorliegen, sondern kann auf Cloud-basierende Laufwerken wie Dropbox oder Google Drive ausgelagert und die zusammengestellten Schriften an verbundene Rechner, zur Verfügung gestellt werden. So können persönliche oder projektbezogene Zeichensatz-Sammlungen auf allen Arbeitsplätzen synchron gehalten werden. Das gilt auch für die Wiederherstellung der Schrift-Umgebung, wenn ein Rechner komplett neu aufgesetzt werden muss. Den Aufbewahrungsort des Font-Vaults wählt man mit dem Befehl: "Datei > Font-Vault Archiv > Archiv zu …“

Über diesen Befehl kann auch eine Wiederherstellung des Zeichensatz-Archivs ausgelöst werden. Dabei stellt Suitcase vorübergehend seine Arbeit ein. Die vorliegende Version ist optisch an OS X Yosemite angepasst. Die plastischen Symbole der Nutzeroberflächen sind an den zweidimensionalen Look angepasst. Die Font-Vorschauen nutzen hochauflösende Retina-Displays. Die Auto-Aktivierung von Zeichensätzen findet über Plugins für Creative Cloud 2014 und Quark XPress 10 statt. Für die Creative Cloud bietet Suitcase zusätzlich das Font-Panel mit einer Liste aller Suitcase-Schriftensammlungen. Zu finden ist das Panel in den Apps Photoshop, Illustrator und Indesign CC jeweils unter „Fenster > Erweiterungen > Extensis …“. Für Quark XPress gibt es nur eine Auto-Aktivierung. Ein Panel ist nicht vorhanden.

Neben zurückgenommenen Symbolen und Anpassung an Yosemite können optional zu gewählten Schriften passende Grafik-Designs im Fontspiration-Fenster dargestellt werden.
Vergrößern Neben zurückgenommenen Symbolen und Anpassung an Yosemite können optional zu gewählten Schriften passende Grafik-Designs im Fontspiration-Fenster dargestellt werden.

Damit Layouter beim Aussuchen von Schriften die nötige Inspiration erhalten, präsentiert der „Fontspiration“ getaufte Fenster-Bereich in einem vertikalen Leiste unterschiedliche Grafik-Designs bezogen auf die Schriftklassen einer Font-Sammlung. Diese lassen sich nach Hersteller, Schlüsselwörtern oder Stilen durchsuchen. Wer die Beispiele vergrößert sehen möchte benötigt eine Pinterest-Konto.

Fonts in der Cloud

Der von Extensis betriebene Service WebINK, der Gestaltern Zugriff auf etwa tausend Schriftfamilien ermöglicht, wird bis zum 30 Juni 2015 eingestellt. Der Hersteller verweist auf Produkte wie Adobe Typekit und Google Fonts . Typekit bietet Web-basierte Verwaltung und Synchronisierung von Zeichensätzen. Fehlende Dokumentschriften in Adobes Design-Klassikern werden automatisch ergänzt. Das Konzept unterscheidet sich jedoch, da die Schriften nur solange zur Verfügung stehen, wie der Anwender Mitglied des Services ist. Auf vorhandene Probleme mit der neuen Version weist der Hersteller hin. Das Bearbeiten von Font-Sets die WebINK-Schriften enthalten, sollte nicht stattfinden, wenn Anwender ausgeloggt ist. Die zuvor zusammengestellten Schriften werden nicht mehr angezeigt. In Lion und Mountain Lion klappt die Auto-Aktivierung nicht für Textedit. Bei der Aktivierung durch das Illustrator-Plugin, kann es zu ungewollten Textumbrüchen führen und Quark XPress fordert bei Auto-Aktivierung dazu auf, das Dokument zu speichern.

Das Font Panel listet wahlweise Systemschriften oder die in Suitcase zusammengestellten Schriftsammlungen. Das ist viel Übersichtlicher als die Listenansicht, die Gestaltungsprogramme anbieten.
Vergrößern Das Font Panel listet wahlweise Systemschriften oder die in Suitcase zusammengestellten Schriftsammlungen. Das ist viel Übersichtlicher als die Listenansicht, die Gestaltungsprogramme anbieten.

Empfehlung Extensis Suitcase Fusion 6

Die nützlichste Neuerung von Suitcase Fusion 6 ist die Unterstützung aktueller Programme sowie die Bereitstellung von Schriften über Cloud-Speicher. Über Lizenzrechtliche Fragestellungen schweigt sich der Hersteller dabei allerdings aus. Erfahrungsgemäß erlauben Schrifthersteller die Nutzung nur auf einer eingeschränkten Anzahl von Arbeitsplätzen. Die Einstellung des Extensis WebINK-Service offenbart die Problematik der Verknüpfung von Design-Produktionen für Dritte mit Online-Services. Die Produktionen können nur so lange betrieben werden, wie der Service angeboten wird.

Extensis, www.extensis.com/suitcase-fusion/de

Preis: Vollversion 120 US-$, Upgrade von Suitcase Fusion 4 und 5: 60 US-$

Leistung (40%)        1,8

Ausstattung (30%)  1,8

Handhabung (20%)            1,6

Dokumentation (10%)        2,0

+ Cloud-basierende Zeichensatz-Verteilung

-  Euro Preise im Store erst nach Einkauf sichtbar.

Ab OS 10.6.8, Flash Player für Extensis Font Panel

Alternative: Fontexplorer X Pro

1,8 Note: gut

 

0 Kommentare zu diesem Artikel
2031494