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Sorenson Squeeze 6: Stapelkomprimierer für Video im Test

01.02.2010 | 10:55 Uhr |

Bei der neuen Version 6 des Stapelkomprimierers Squeeze stellt Sorenson die Workflow-Optimierung in den Vordergrund und tritt dabei in direkte Konkurrenz mit Apples Compressor und dem Mobile-Me-Service.

Die eigentliche Stärke von Squeeze war und ist das allseits bekannte Flash-Format. Zur Auswahl stehen sowohl der VP6-Pro-Codec von On2 für .FLV-Filme, als auch der sehr gute Mainconcept H.264-Codec für MPEG-4. Ferner ist es möglich, Quicktime- und Windows-Media-Filme zu erstellen, letztere sogar in VC-1 für Blu-ray . Zu den weiteren unterstützten Formaten gehören WMV, MPEG-1 und MPEG-2 (ebenfalls in SD- und HD-Auflösung für DVD und Blu-ray), sowie das Audio-Format MP3 mit Frauenhofer-Codec. Neu in Squeeze 6 ist die Ausgabe als DV- und HDV-Stream für die weitere Bearbeitung. Als Eingangsformat versteht Squeeze neuerdings auch das MXF-Format mit AVCintra.

Generell hat Sorenson die Benutzerführung im Vergleich zum Vorgänger deutlich vereinfacht, indem die Format-Auswahl in Kategorien wie Devices ( iPod/iPhone , PSP, Wii), Discs (Audio-CD, Blu-ray, DVD), Editing (DV- und HDV-Stream) und Web (Flash, MPEG-4, QuickTime, WMV) unterteilt wurde, sodass auch weniger erfahrene Anwender schnell das ideale Format finden. Weitere Publishing-Optionen bieten die Möglichkeit, das komprimierte Video direkt auf einen beliebigen FTP-Server, auf Sorenson 360, Youtube oder Twitter hochzuladen, ähnlich der neuen Senden-Funktion von Final Cut Studio 3.

Workflow

Die Benutzerführung von Squeeze ist übersichtlich und dem Workflow entsprechend geordnet.
Vergrößern Die Benutzerführung von Squeeze ist übersichtlich und dem Workflow entsprechend geordnet.

Der Workflow von Squeeze 6 könnte einfacher kaum sein: Man importiert das (oder die) zu komprimierenden Videos, zieht das (oder die) gewünschten Formate in das Job-Fenster, wählt gegebenenfalls Filter sowie die Publishing-Optionen (Upload auf einen Server oder einen Web-Service) aus, und klickt auf die Schaltfläche "Squeeze It!" um die Kompression zu starten. Je nach Ausgangsformat, Filmdauer und Rechenleistung benötigt Squeeze mehr oder minder lange für das Encoding. Nach Hersteller-Angaben soll der Kompression-Vorgang bis zu 500 Prozent schneller als in der Vorgängerversion sein, wovon wir in unserem Test allerdings nicht viel bemerkt haben. Im direkten Vergleich benötigte Squeeze in MPEG-4 VBR 2-pass rund acht Minuten (Mainconcept-Codec), während der Compressor nur 4,5 Minuten rechnete (QuickTime H.264). Qualitativ lag allerdings der Mainconcept-Encoder gegenüber Quicktime weit vorne.

Ein besonders hilfreiches Gimmick ist die Benachrichtigungs-Funktion: Ist eine Kompression durchgeführt, sendet Squeeze wahlweise eine E-mail und/oder eine SMS. Kunden von Squeeze 6 erhalten beim Kauf ausserdem einen kostenlosen, einjährigen Zugang zum Sorenson-360-Netzwerk. Über den web-basierten Prozess mit optionalem Passwort kann man seinen Film an Kunden senden oder den Link auf der eigenen Website einbinden und dort direkt freigeben (oder ablehnen) lassen. Ausserdem brennt Squeeze 6 im DVD-Prozess gleich Standard-DVDs, jedoch keine Blu-rays . Leider schlug auch das Brennen einer SD-DVD in unserem Test mehrmals fehl, da Squeeze den eingelegten Rohling nicht erkennen wollte.

Weitere Neuerungen

Wer das gewünschte Encoding-Format in den Voreinstellungen nicht findet, und/oder unsicher wegen der korrekten Einstellungen ist, kann sich auf der Preset-Website von Sorenson einige Hundert Voreinstellungen herunterladen und diese sofort in Squeeze anwenden. Neu sind ausserdem die Filter Blur, Tint und White Balance, sowie ein Timecode-Generator, der die aktuelle Zeit ins Bild brennt, was besonders bei Kundenabnahmen wichtig ist. Anwender von Final Cut Pro können neuerdings über die Quicktime-Konvertierung auf Squeeze zugreifen und die aktuelle Timeline direkt konvertieren.

Empfehlung

Der Workflow von Squeeze ist herausragend gut, ist aber nur sinnvoll für die professionelle Videoproduktion und wenn man kein Final Cut Studio mit Mobile-Me -Account besitzt. Ferner lohnt sich die Anschaffung für Anwender, die Blu-ray-Discs in VC-1 und/oder MPEG-2 erstellen wollen, oder das Windows Media Format häufiger benötigen. Wer in Flash-Video komprimieren möchte, findet eine kostengünstigere Version in Squeeze for Flash.

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