Test: Soundtrack Pro 3
Apple Soundtrack Pro 3 - guter Sound für Final Cut Pro
Im Zuge der Aktualisierung des Final Cut Studios hat auch Soundtrack Pro ein Update auf Version 3 erhalten. Ehemals eher als kleines Kompositions-Spielzeug auf den Markt gebracht, mausert sich Soundtrack Pro zu einem professionellen Werkzeug für die Postproduktion. Wir haben es getestet.
Ähnlich wie in Final Cut Pro 7 hat Apple auch bei der Aktualisierung von Soundtrack Pro auf überflüssige Kinkerlitzchen verzichtet und sich ganz den professionellen Tools und Workflows gewidmet. So finden sich zwei neue und sehr brauchbare Funktionen in Soundtrack Pro, namentlich das Voice Level Matching und das Time Stretching. Während das Time Stretching die Veränderung der Take-Dauer ohne ungewollte Anpassung der Tonhöhe zulässt, kann der Anwender via Voice Level Matching die Lautstärke von Dialogen oder O-Tönen anpassen, ohne dabei ungewollt auch Hintergrund-Geräusche anzuheben.
Über das Voice Level Matching kann man per einfachem Klick eine Referenz für Dialog oder O-Töne wählen, und per weiterem Klick andere Elemente an die Referenz-Lautstärke anpassen.
Im Datei-Editor reicht das Ziehen des Out-Punktes aus, um die Dauer eines Takes zu verändern, ohne dabei die Tonhöhe merklich zu verändern.
Wer Tonkanäle von einer Kamera übernimmt, hat häufig überflüssige, mitunter sogar leere Spuren. Diese lassen sich über die Kanalbearbeitung entfernen.
Die Spektrum-Analyse macht das Auffinden und Nachbearbeiten von Störfrequenzen übersichtlich und ist auch für Einsteiger einfach zu bedienen.
Der Normalisierer bezieht sich in der neuen Version nicht nur auf die Spitzen, sondern kann auch den Durchschnittswert anpassen.
Die Oberfläche von Soundtrack Pro wirkt aufgeräumt und liefert über Reiter direkten Zugriff auf weitere Funktionen. Ob man die verspielten Spurenpiktogramme wirklich benötigt, sei mal dahingestellt.
Für das Voice Level Matching sucht man zunächst einen Ton, dessen Lautstärke man als Ziel, das heißt als Referenz festlegen möchte. Aus der Menüleiste von Soundtrack Pro wählt der Anwender anschließend das Extrahier-Werkzeug. In der erscheinenden Schwebepalette definiert man die Funktion "Stimmpegel anheben" und klickt mit dem Werkzeug (Pfeil nach oben) auf das Referenz-Element. Anschließend reicht ein erneuter Klick (Pfeil nach unten) auf das zu bearbeitende Element, und Soundtrack passt den Stimmpegel automatisch an. Wer weitere Takes bearbeiten möchte, klickt einfach mit dem Pfeil-nach-unten auf die anderen Elemente. Über einen intelligenten Algorhythmus filtert Soundtrack Pro hierbei die Stimme raus, hebt diese an (oder senkt sie ab, wenn die Referenz leiser ist), ohne dabei die Lautstärke des Hintergrunds zu merklich zu verändern.
Ähnlich einfach verhält es sich auch mit der Anpassung der Dauer, ohne die Tonhöhe zu beeinflussen (Mickey-Maus-Effekt). Hierfür wählt man das Element, welches verlängert oder verkürzt werden soll, aus der Timeline aus, sodass es im Datei-Editor von Soundtrack erscheint. Anschließend zieht man mit der Maus den zu bearbeitenden Bereich auf und wählt aus der Menüleiste des Datei-Editors das "Werkzeug zum Dehnen von Audio" (etwas sperriger Titel, einfacher ist das Tastenkürzel "t"). Mit diesem Werkzeug zieht man den Out-Punkt nach links oder nach rechts, um die Dauer des Clips auf die gewünschte Länge zu bringen. Wer es etwas genauer haben möchte, kann über das Time Stretch Dialogfenster die neue Dauer in Sekunden, Prozent oder Samples angeben und einen anderen Algorhythmus für die Berechnung der Tonhöhe wählen. Zur Verfügung stehen Apple Universal, Complex und Percussive, sowie die Plug-ins Serato Pitch‘n Time LE und SoundToys Speed. Weitere Plug-ins können bei Bedarf optional installiert werden.
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