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Test Samsung NX10: Erste Systemkamera von Samsung

29.03.2010 | 16:16 Uhr |

Mit der NX10 startet Samsung im Segment der Kameras mit Wechselobjektiven, aber ohne dem Spiegelreflex-System der DSLRs. So ist diese Kamera die erste Konkurrentin zum System Micro Fourthirds von Olympus und Panasonic.

Anders als Olympus und Panasonic, die bei ihren vergleichbaren Kameras einen Micro-Four-Thirds-Sensor einsetzen, hat Samsung für seine neue Systemkamera einen 1,5 mal größeren APS-C-Sensor gewählt. Dies ist eine Sensorgröße, wie sie im Einsteiger-DSLR-Segment typisch ist. Ein größerer Sensor verspricht eine bessere Bildqualität besonders beim Rauschverhalten, bedeutet aber auch eine größere Bauweise des Kameragehäuses. Im Vergleich mit einer Olympus der Pen-Serie fällt diese jedoch nur unwesentlich aus. Bemerkbar macht sich dies aber an den Objektiven, die ebenfalls größer als bei den Four-Third-Systemen ausfallen. Mit dem getesteten Standardzoom (18-55 mm Kleinbildäquivalente) hat die NX10 fast die Ausmaße einer kompakten DSLR. Den DSLR-Eindruck vermitteln auch der "Buckel" des elektronischen Suchers überhalb des Objektivs, der auch den kleinen integrierten Blitz und Samsung-eigenen Blitzschuh aufnimmt, und die Abblendtaste an der vorderen Gehäusefront.

Das NX-System verwendet ein eigenes Bajonettmaß, was die Auswahl an passenden Objektiven momentan auf Samsung-eigene Objektive begrenzt. Zum Testzeitpunkt sind drei Objektive verfügbar (ein 50-200mm Telezoom, ein 30mm-Pancake und das Standardzoom) - weitere Objektive sollen schnell folgen, womit Samsung den Nachteil einer kleinen Objektivauswahl begegnen will. Dritthersteller haben sich allerdings noch nicht zu Samsungs NX-System bekannt. Das uns vorliegende Standardzoom verfügt über eine integrierte Bildstabilisierung und vermittelt trotz Kunststoffverwendung selbst beim Bajonett einen relativ soliden Eindruck. Die maximalen Blendenöffnungen bei Anfangsbrennweite der beiden Zoomobjektive von f3.5 (Standardzoom) und f4 sind allerdings nicht berauschend.

Gutes Bedienkonzept

Die Bedienelemente und Displayanzeigen der NX10 hat Samsung sehr stimmig entworfen. Selten hat eine erste Systemkamera eines Herstellers im Bedienkonzept einen so abgerundeten und ausgereiften Eindruck auf den Tester hinterlassen. Die grafischen Gestaltung der Menüs ist beispielhaft und die Bedienlogik gut und auf die potentielle Anwendergruppe des fortgeschrittenen Einsteigerbereichs abgestimmt. Die Display-Standby-Anzeigedauer sollte man selber reduzieren, der nicht besonders ausdauerstarke Akku wird es mit längerer Betriebszeit danken. Der Bedienbereich rechts des 3-Zoll-AMOLED-Displays fällt auch für große Finger und Daumen ausreichend groß aus und die Kamera ist an den entsprechenden Stellen gut griffig. Einzige Schwachstelle ist der etwas schwer zu betätigende Nahlinseneinstellhebel (Dioptrenausgleich) am elektronischen Sucher. Letzterer hat eine Auflösung von 921 000 Bildpunkten, für eine gute Schärfebeurteilung halten wir allerdings das etwa dunkle Sucherbild für nicht ganz ausreichend. Das Display hingegen zeigt eine gute Ablesbarkeit und ist auch bei Sonnenschein ausreichend hell. Im Aufnahmebetrieb zeigt die NX10 einen flotten Autofokus mit Kontrastmessung, der in der Geschwindigkeit etwa der ebenfalls schnellen Fokusgeschwindigkeit einer Panasonic GF1 entspricht. Obwohl es keinen Spiegel und damit keinen Spiegelschlag gibt, hat die NX10 ein vernehmbares Auslösegeräusch, das dem einer DSLR sehr nahekommt. Einen Kritikpunkt gibt es dennoch: Samsung verwendet bei der NX 10 nicht mehr das .DNG-Format von Adobe für RAW-Aufnahmen, sondern ein eigenes Format.

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