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Tizi - Mobiler TV-Hotspot

15.11.2010 | 10:05 Uhr |

Fernsehen auf iPad und iPhone wird mit Tizi von Equinux zum Live-Erlebnis. Der DVB-T-Empfänger für die Hemdtasche streamt das TV-Bild per WLAN auf das iOS-Gerät.

Equinux Tizi
Vergrößern Equinux Tizi
© Equinux

Unterwegs auf iPhone und iPad Fernsehen war bisher nur mit Geräten möglich, die das Signal vom Mac über das Internet auf das Empfangsgerät streamen - oder in Reichweite des heimischen Netzes direkt per WLAN. Diese haben aber bauartbedingt mit einer Verzögerung von einigen Sekunden zu kämpfen. Live-Fernsehen ist etwas anderes, zudem muss der heimische Rechner angeschaltet bleiben, will man im Biergarten oder am See aus iPhone oder iPad ein tragbares TV-Gerät machen.

Mit Tizi bringt nun Equinux eine Lösung für echtes Live-TV auf iOS-Geräten. Der kleine transportable DVB-Empfänger hat einen Wi-Fi-Chip eingebaut, der das Fernsehsignal per MPEG2-Stream an iPad oder iPhone überträgt. Auf den Empfänger muss man lediglich die kostenlose App Tizi.tv installieren - und sich in das vom Sender bereitgestellte drahtlose Netz einwählen. Bei der ersten Verbindung veranlasst die App das Gerät zur Sendersuche - wir haben in wenigen Minuten 34 Stationen gefunden, die technisch hochwertiges Material senden - das Programm beurteilen wir besser nicht. Getestet haben wir Tizi in nur wenigen Kilometern Entfernung vom Münchener Olympiaturm, in dessen Reichweite das DVB-T-Angebot bestens ist.

Nur geringe Verzögerung

Das DVB-T-Signal bereitet ein ARM-Prozessor für den Stream auf, was sich in einer minimalen Verzögerung des Bildsignals bemerkbar macht. Im Vergleich zu unserem DVB-T-Empfänger am Mac beträgt diese aber nicht einmal eine halbe Sekunde und stört so nicht.

Um auf iPad oder iPhone das Signal empfangen zu können, muss man über die Einstellungen des iOS-Gerätes sich erst mit dem vom Tizi aufgebauten WLAN verbinden, dann kommt das Fernsehbild aber sehr schnell auf iPad oder iPhone. Auch der Programmwechsel geht flott vonstatten, entweder im Querformat über eine Wischbewegung oder im Hochformat per Fingertipp auf die im unteren Drittel des Bildschirms eingeblendeten Sendersymbole - die man über die Einstellungen in eine sinnvolle Reihenfolge bringen kann.

Schlau genutzt hat Equinux das Multitasking von iOS 4. Der Druck auf die Hometaste des iPhone beendet Tizi.tv nicht, im Hintergrund läuft der Ton des Fernsehprogramms weiter. Während das WLAN freilich vom TV-Stream belegt bleibt, kann das iPhone via Edge oder 3G auf das Internet zugreifen - Mails checken oder kurz surfen während der Werbepause wird so möglich. Das iPad kann nur in der 3G-Fassung und ab iOS 4.2 diese Funktion nutzen.

Auf ein Tizi können auch mehrere iOS-Geräte zugreifen, gleichzeitig auf zwei Geräten mit einem Tizi fernsehen geht nicht, nacheinander schon. Denn startet man etwa auf dem iPhone Tizi.tv, während das iPad als Fernseher dient, blockiert die vom neu angeschlossenen Gerät ausgelöste Sendersuche die Übertragung. Um versehentliche Störungen dieser Art zu verhindern, lässt sich das Signal per WEP verschlüsseln, was für diesen Zweck einen ausreichenden Schutz gewährt.

Das Tizi ist 70 Gramm leicht und passt in jede Hemd- oder Westentasche. Dennoch haben wir uns die Reichweite angesehen: In unserem von zahlreichen WLANs durchsetzten Bürogebäude ruckelte bereits in gut fünfzehn Metern Entfernung das Bild auf iPad und iPhone 4, hinter Mauern war schon früher Schluss. Die Sendefrequenz des WLAN lässt sich nicht von Hand justieren, um etwa eine störungsfreiere Übertragung zu finden.

Doch hat das Tizi seine Stärken im mobilen Einsatz, in unserem Test war der Akku des Geräts erst nach 3:14 Stunden leer, das sollte für ein Champions-League-Spiel ohne Elfmeterschießen reichen. Das Wiederaufladen des Akku hatte gut zwei Stunden in Anspruch genommen. Das Tizi kommt übrigens ohne Ladegerät, sondern nur mit einem USB-Kabel. Wer aber iPad und/oder iPhone sein Eigen nennt, sollte eine passende USB-Buchse zum Laden parat haben. Momentan ist das Tizi auch nur für den Liveempfang gerüstet, eine Aufnahmefunktion will der Hersteller jedoch bald in die App integrieren.

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