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Test: G-RAID with Thunderbolt 8 TB

30.08.2012 | 15:42 Uhr |

Raid-Systeme schalten zwei oder mehrere Festplatten zusammen, um entweder die Kapazität und Geschwindigkeit zu verbessern oder um für mehr Ausfallsicherheit zu sorgen. Wir testen ein brandneues Raid-System von G-Tech (Hitachi), das mit Thunderbolt-Anschluss ausgestattet ist.

G-Technology stattet das G-RAID entweder mit vier oder mit acht Terabyte aus, baut die Festplatten jedoch in ein Gehäuse ein, das keine vom Anwender zu öffnenden Einschübe hat. Ein schneller Tausch der Platten ist so nicht möglich. Das Gehäuse selbst lehnt sich an das Design-Schema des Mac Pro an und ist stabil und schwer. Unser Testmodell verwendet zwei Vier-Terabyte-Festplatten von Hitachi (Deskstar 7K4000) mit 7200 U/min. Das Lüftergeräusch ist deutlich zu hören, jedoch nicht aufdringlich, ein Platz unter dem Schreibtisch aber unbedingt zu empfehlen. Meldet man das RAID am System ab, gehen die Platten nicht wie gewohnt in den Ruhemodus. Man muss das Gerät erst über den Netzschalter ausschalten, um die Festplatten anzuhalten. Das Gehäuse hat zwei Thunderbolt-Anschlüsse, was das Durchschleifen des Signals ermöglicht. Ein Kabel wird jedoch nicht mitgeliefert und muss separat gekauft werden (50 Euro).

Das G-RAID verwendet die RAID-Software von OS X und wird vom Hersteller als verteiltes RAID 0 konfiguriert.
Vergrößern Das G-RAID verwendet die RAID-Software von OS X und wird vom Hersteller als verteiltes RAID 0 konfiguriert.

Das Laufwerk ist als RAID 0 vorkonfguriert. Dabei verwendet der Hersteller aber kein Hardware-RAID, sondern setzt auf die Software-RAID-Integration von OS X. Das eröffnet die Möglichkeit, im Festplatten-Dienstprogramm das RAID zu einem RAID 1 umzukonfigurieren. Vorgesehen ist dies von G-Technology aber nicht, denn das RAID wird explizit für die Video-und Audiobearbeitung als schnelles Arbeitslaufwerk in der ausgelieferten Konfiguration als RAID 0 angeboten. Zudem ist das G-RAID als RAID 1 mit gespiegelten Daten wenig sinnvoll, da man zum einen die Festplatten nicht selbst tauschen kann, wenn eine der Platten ausfallen sollte, und sich zum anderen in unserem Test die Platten nach dem Auflösen eines RAID 1 nicht einzeln mounten lassen und man darum nicht mehr auf die Daten zugreifen kann.

Bei der Geschwindigkeit legt sich das G-RAID ordentlich ins Zeug. Beim Test mit unserem Low-Level-Benchmark How Fast erreicht es Schreibraten von 249 MB/s und liest mit 191 MB/s. Außerdem machen wir zwei Praxistests und verwenden dazu eine Videodatei mit 5,3 Gigabyte sowie einen Ordner mit 2,5 Gigabyte, der rund 2860 Objekte (Layouts, Bilder, PDFs und Textdokumente) umfasst. Bei der Videodatei erhalten wie 330 MB/s beim Schreiben und 240 MB/s beim Lesen, beim Ordner erreicht das Gerät 230 MB/s beziehungsweise 282 MB/s.

Empfehlung

Das G-RAID ist nur für Anwender interessant, die ein besonders schnelles Arbeitsmedium benötigen, wie beispielsweise bei der Video- und Audiobearbeitung. Auch als Backup-Medium lässt es sich einsetzen, da Time Machine unterstützt wird. Da ein RAID 0 aber eine doppelt so hohe Ausfallwahrscheinlichkeit hat wie eine Einzelplatte, muss man unbedingt für eine zusätzliche Sicherung der Daten sorgen.

G-Technology G-RAID 8 TB

Preis: € 900, CHF 1202 (8 TB); € 600, CHF 802 (4 TB)

Gesamtnote: 2,5 gut

Einzelnoten:

Leistung (50 %) 1,3

Ausstattung (20 %) 3,9

Handhabung (10 %) 1,6

Verbrauch/Ergonomie (20%) 4,5

Vorzüge: hohe Lese und Schreibraten, stabiles Gehäuse

Nachteile: Platten nicht selbst austauschbar, kein Ruhemodus, nur als RAID 0 einsetzbar

Alternativen: WD My Book Thunderbolt Duo , LaCie 2big Thunderbolt Series , PromisePegasus R6

Stromverbrauch: Aus 0W, ohne Zugriff 21W, Zugriff 26W

G-Tech

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