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Test: Tomtom Runner Cardio

19.09.2014 | 11:00 Uhr |

Präziser als das iPhone mit Sport-Apps und während des Trainings auch leichter zu bedienen: Sportuhren haben vor allem für ambitionierte Läufer ihre Vorteile.

Gegenüber Tomtoms erster Generation von GPS-Sportuhren wartet die Runner Cardio mit zwei wesentlichen Neuerungen auf: Einem stark verbesserten Armband und der namensgebenden Pulsmessung mittels LEDs und Fotozellen. Aus der Reflexion des grünen Lichts kann die Uhr auf den Blutfluss direkt unter der Haut des Handgelenks schließen und den Puls hinreichend genau errechnen. Der fummlige Brustgurt, den die ersten Sportuhren von Tomtom optional mitbrachten, ist passé, die Apple Watch wird auf die gleiche Art den Puls messen. Verbesserungen gibt es auch beim Plastikarmband. War uns das Vorgängermodell beim Ablegen der Uhr noch aus ihrer Halterung gefallen, sitzt die Runner Cardio nun bombenfest, auch lässt sich die Länge des Armbandes mit seinen Noppen wesentlich besser und sicherer einstellen.Dennoch will man die Uhr nicht länger als nötig tragen, als Schmuckstück ist sie auch nicht gedacht.

Die Funktionen bleiben die gleichen, die Uhr misst sehr genau den jeweiligen Ort und errechnet präzise die beim Laufen erreichte Geschwindigkeit. Das uns zur Verfügung gestellte Modell verstand sich zwar nur auf das Laufen, wir haben es dennoch auch beim Radeln getragen. An den vier Ampeln auf unserer Strecke fällt negativ auf, dass die Uhr auch im Stand weiter läuft – iPhone-Apps wie Runkeeper erkennen derartige Unterbrechungen und setzen so lange mit der Messung aus. Die Uhr ist jedoch sehr leicht über einen nach vier Seiten kippbaren Schalter zu bedienen, in der Pause hält man die Uhr eben schnell an. Während des Trainings zeigt die Uhr wahlweise Tempo, Puls, Laufzeit oder Distanz an, ansonsten die Uhrzeit. Bestimmte Strecken und Läufe lassen sich im Speicher hinterlegen, so kann man auch gegen seine eigene Bestzeit antreten und bekommt während des Laufs Feedback zum Rückstand oder dem Vorsprung. Wer in einem bestimmten Pulsbereich trainieren will, kann diesen vorher festlegen und bekommt ebenfalls unterwegs Feedback.

Datenauswertung auf Tomtoms Portal Mysports. Unser Tester ist nicht knapp am Halbmarathonweltrekord gescheitert, sondern war mit dem Fahrrad ins Büro unterwegs...
Vergrößern Datenauswertung auf Tomtoms Portal Mysports. Unser Tester ist nicht knapp am Halbmarathonweltrekord gescheitert, sondern war mit dem Fahrrad ins Büro unterwegs...

Apple Watch wirft ihre Schatten voraus

Noch ist sie nicht auf dem Markt, aber schon jetzt müssen sich Fitnessgeräte mit der Apple Watch messen. Und hier positioniert sich die Tomtom-Uhr klar als spezialisiertes Gerät für ambitionierte Sportler. Über die Akkulaufzeit muss man sich kaum Gedanken machen, eine Ladung reicht für mehrere Wochen oder einige intensive und lange Touren. Will man mehr über sein Training erfahren, sollte man die Uhr ohnehin regelmäßig mit dem Rechner über die mitgelieferte Cradle koppeln - das schwarz-weiße Display zeigt nur ein paar Basisdaten und natürlich keinerlei Karten. Die Auswertung geschieht über Tomtoms eigenes Portal Mysports und werden auch gleich an Mapmyfitness übertragen - optional kann man die Daten auch an Runkeeper oder Stava übertragen oder einfach im Format KML exportieren. Und was man mit der Apple Watch vermeiden sollte, ist laut Hersteller mit der Tomtom Sportuhr problemlos möglich: Sie ist auch für Schwimmer geeignet, misst bauartbedingt im Wasser aber den Puls nicht mehr zuverlässig. Mangels Badewetter haben wir auf einen derartigen Test verzichtet.

Ein Desktop oder Laptop ist für den Betrieb nicht unbedingt erforderlich, laden lässt sich die Uhr auch über ein USB-Netzteil. Und Daten überträgt sie auch per Bluetooth LE an das iPhone, sofern die Mysports-App von Tomtom darauf installiert ist, über die man die Uhr zunächst mit dem Telefon koppeln muss. Der Austausch mit dem Smartphone (oder dem Rechner) ist aber auf jeden Fall vor dem Workout anzuraten, darüber erhält die Uhr auch aktuelle Koordinaten der GPS-Satelliten und ist schon beim Loslaufen betriebsbereit. Ohne vorherige Kopplung mussten wir bis zu zwei Minuten warten, bis die Uhr uns mit einem Vibrationsalarm ihre Bereitschaft signalisierte.

Fazit

Schon wieder muss sich ein Tomtom-Gerät mit dem iPhone beziehungsweise nun auch mit der Apple Watch messen. Nach wie vor haben aber dezidierte Navigationsgeräte ihre Berechtigung, ebenso wie spezialisierte Sportuhren und -armbänder. Die Tomtom Runner Cardio ist für ambitionierte Sportler bestens geeignet, wegen ihrer Präzision, ihrer Robustheit, der einfachen Bedienung und der vielfältigen Möglichkeiten der Datenauswertung. Wer auf Musik beim Laufen nicht verzichten will, muss halt noch einen iPod Shuffle mitnehmen. Der Preis ist angemessen.

Tomtom Runner Cardio

Hersteller: Tomtom

Preis: € 270

Note: 1,7 gut

Leistung (40 %) 1,5

Ausstattung (30 %) 2,0

Handhabung (20 %) 1,5

Ergonomie/Verbrauch (10 %) 1,5

Vorzüge : präzise in der Messung, einfach in der Handhabung

Nachteile : braucht regelmäßige Updates

Alternativen: Diverse GPS-Sportuhren

 

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