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Test: Trendnet AC600

06.10.2014 | 16:04 Uhr |

Der aktuelle und schnelle WLAN-Standard 802.11ac ist nur neueren Mac-Modellen vergönnt. Mit einem USB-Adapter von Trendnet kann man ihn nachrüsten.

Der Trendnet AC600 beinhaltet sowohl die Elektronik als auch Antenne in einem Gerät. Der Adapter ist erstaunlich handlich, leicht und macht einen ausreichend stabilen Eindruck. Die abgeflachte Antenne lässt sich um 90 Grad nach hinten abknicken und über die Längsachse drehen, jedoch nicht über die Querachse. Deswegen muss der USB-Port im Mac oder PC horizontal vorliegen. In einem Mac Mini (hier sind die USB-Ports vertikal ausgerichtet) lässt sich die Antenne daher nicht aufrichten. Sie steht entweder horizontal nach hinten weg oder seitlich ab. Das kann den Empfang beeinträchtigen. Allerdings richtet sich der Adapter hauptsächlich an Macbook-Anwender, die von diesem Problem nicht betroffen sind.

Der AC600 funktioniert nur mit einem speziellen Treiber, den man sich idealerweise von der Trendnet-Webseite herunterlädt, um die neueste Version zu erhalten. Der Installer ist allerdings nicht bei Apple verifiziert, OS X zeigt deswegen eine Warnmeldung an und man muss zunächst die Gatekeeper-Funktion in OS X ändern, damit der Installer seine Arbeit verrichten darf. Von einem großen Hersteller wie Trendnet sollte man eigentlich erwarten können, dass er Software als verifizierter Apple-Entwickler programmieren kann. Dann wäre diese lästige Meldung schon einmal aus dem Weg.

Der Installer kopiert eine System-Extension und ein Menüleisten-Tool auf die System-Festplatte. Steckt man die Hardware nach erfolgreicher Installation des Treibers an einen USB-Port, öffnet sich automatisch die Konfigurationssoftware. Diese ist leider nur englischsprachig und nicht gerade für Laien konzipiert. Unter dem Reiter "Site Survey" listet das Tool sämtliche WLAN-Netze der Umgebung auf. Hier wählt man das Netz aus, das man mit dem Adapter nutzen möchte und klickt auf "Connect". Falls das Netz verschlüsselt und mit einem Passwort geschützt ist, muss man dieses nun eingeben. Daraufhin wird die Verbindung aufgebaut.

Wer tiefer in die Software einsteigen will, findet hier hilfreiche Tools. Man kann sich beispielsweise die Signalstärke und die Verbindungsqualität sowie die Anzahl der übertragenen Daten anzeigen lassen. Auch lassen sich Profile für verschiedene Umgebungen anlegen (zum Beispiel "Zu Hause" oder "In der Arbeit") zwischen denen man schnell umschalten kann.

Der AC600 im Testcenter

Wir testen den AC600 an einem 15-Zoll-Macbook-Pro aus dem Jahre 2008 unter OS X 10.9.5. Er funktioniert auf Anhieb und stellt Verbindungen zu unserem 802.11n-Testnetz her. Hier liegen die Geschwindigkeiten erwartungsgemäß auf dem Niveau der integrierten WLAN-Hardware, meist ist die Empfangsleistung aber etwas besser, vor allem bei größeren Entfernungen. So richtig Gas gibt der Adapter erst, als wir ihn mit einem 802.11ac-Router als Gegenstelle betreiben. Wir messen in unmittelbarer Nähe zum Router über 300 MBit/s - das theoretische Maximum liegt bei 433 MBit/s. Auch bei größeren Entfernungen (10 Meter Abstand mit zwei Bürowänden dazwischen) nicht unter 200 MBit/s. Das sind deutliche Vorteile im Vergleich zu den eingebauten WLAN-Antennen des Macbook (stets unter 150 MBit/s).

Es gibt aber auch Nachteile: So baut der Adapter keine Verbindungen zu Unternehmens-Netzen auf, die eine firmenweite WPA2-Verschlüsselung bieten. Hier kommt nur eine lapidare Meldung: "WPA Enterprise is not supported". In diesem Fall muss man dann doch wieder die langsame integrierte Hardware des Macbook benutzen.

Empfehlung

Wer noch ein älteres Macbook besitzt, aber schon aktuelle WLAN-AC-Infrastruktur einsetzt, für den liefert der AC600 von Trendnet spürbar bessere Datenraten. Unterwegs, im Hotel oder auf Reisen kann das den entscheidenden Unterschied ausmachen. Die Software ist jedoch verbesserungsbedürftig, sowohl was die Installation, als auch die Bedienung angeht. Dass der Adapter keine Firmen-Netze unterstützt ist ein klarer Nachteil und dürfte für so machen Anwender ein KO-Kriterium sein.

Trendnet AC600

Hersteller: Trendnet

Preis: € 30, CHF 37

Leistung (40%): 1,4

Ausstattung (30%): 2,6

Handhabung (20%): 3,6

Verbrauch/Ergonomie (10%): 4,0

Vorzüge: hohe Datenraten bei AC-Netzen, meist bessere Datenraten bei N-Netzen im Vergleich zur integrierten Wlan-Hardware.

Nachteile: Komplizierte Software, unterstützt keine firmenweite WPA Verschlüsselung

Alternativen: neuerer Mac mit integrierter WLAN-AC-Hardware

Gesamtnote: 2,6 befriedigend

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