Test Videokomprimierer
Compressor 4
Apples Compressor wurde um eine halbe Versionsnummer herauf gestuft und ist wie Motion 5 als Einzelprodukt verfügbar. Die Neuerungen der Version 4 sind allerdings wenig bemerkenswert.
Als Stapelkomprimierer im Final Cut Studio-Paket erfreute sich Compressor gerade im Bereich der Apple-eigenen Codecs wie ProRes oder MPEG-4 großer Beliebtheit. Wie alle anderen neuen Video-Programme von Apple greift Compressor jetzt auf die 64-Bit Architektur zurück und nutzt alle Prozessoren auch ohne die vorherige Definition eines internen Clusters optimal aus.
Auch die Verteilung von Encoding-Aufträgen auf mehrere Rechner ist einfacher geworden, da Cluster ohne den Master zusammengestellt werden können. Ist Compressor auf mehreren Rechnern installiert, wählt der Anwender die Einstellungen aus und definiert über den Rechnernamen und die IP-Adresse einfach alle anderen Macs, die in den Cluster-Verbund aufgenommen werden sollen.
Apple Motion 5
Nach dem Öffnen von Motion wählt man entweder ein (leeres) Projekt, oder man generiert einen Effekt, einen Übergang oder ein Element für die Nutzung in Final Cut Pro X.
Bereits wenige Tage nach dem Release von Motion stellte Apple bereits 1,15 GB zusätzlichen Content zum Download bereit.
An der Aufteilung der Benutzeroberfläche hat sich nur wenig getan. Das Interface ist jetzt dunkel, es besteht nur aus einem Fenster, und die Werkzeugleiste ist zwischen Vorschau- und Timeline-Fenster platziert.
Effekte und Übergänge für Final Cut Pro X werden gesondert in den Vorlagen und in Kategorien gespeichert.
Ist eine Effekte-Vorlage für Final Cut Pro X erstellt, steht diese im Schnitt über die Videofilter zur Verfügung.
Ebenso wie Effekte und Übergänge lassen sich in Motion auch Generatoren für Final Cut Pro erstellen, wie zum Beispiel dieser Timecode-Generator mit transparentem Hintergrund.
Über Rigs definiert man, welche Einstellungen eines Effekts, Übergangs oder Generators auch in Final Cut Pro X zur Verfügung stehen. Hier reicht das einfache Drag-and-Drop eines Parameters in das Rig.
Während des Drag-and-Drops legt der Anwender fest, ob die Einstellung ein Regler, ein Markierungsfeld oder ein Einblendmenü sein soll.
Damit Parameter über das Rig zur Verfügung stehen, müssen diese zusätzlich noch veröffentlich werden.
Der neue Chromastanz-Filter ist sehr einfach in der Anwendung und bietet zudem viele professionelle Funktionen. Alleine dieser Filter ist den Kauf von Motion 5 (auch ohne Anwendung von Final Cut Pro X) wert.
Vorlagen können innerhalb von Motion geöffnet, weiter bearbeitet und wiederum als eigenständige Vorlagen gespeichert werden.
Ebenso wie in der Vorgängerversion stehen auch in Compressor 4 Vorlagen für Workflows zur Verfügung. Viele Job-Vorlagen sind allerdings weggefallen.
Zur Erstellung eines Clusters reicht das Hinzufügen eines Rechners in den Verbindungseinstellungen.
Von der Benutzeroberfläche her hat sich in Compressor 4 nur wenig geändert. Einzig der Share-Monitor (früher das „Stapelfenster“) ist dem Layout von Final Cut Pro X angepasst.
Projekte lassen sich auch direkt aus Final Cut Pro X unter Nutzung der Voreinstellungen des Compressors exportieren.
Neben den bereits bekannten Formaten der älteren Versionen unterstützt Compressor 4 auch das so genannte HTTP Live Streaming zum Upload und der direkten Wiedergabe von Filmen auf Webseiten. Außerdem hat Apple die Voreinstellungen im Bereich MPEG-4 für einige Geräte und Streamings erweitert. Bestimmte Voreinstellungen für iPod, iPhone oder iPad hingegen sind aus den Job-Settings weggefallen, diese finden sich nur noch in reduzierter Form im Einstellungs-Bereich. Leider weniger vorteilhaft für langjährige Anwender ist, dass Compressor 4 keine benutzerdefinierten Settings der Vorversionen übernimmt. Wer also viele Kunden-, Format- oder Ziel-spezifischen Einstellungen definiert hat, muss diese erneut manuell festlegen.
Das Zusammenspiel mit Final Cut Pro X funktioniert hervorragend. Entweder man sendet ein Projekt in bekannter Manier, um dieses in Compressor zu öffnen und mit Einstellungen und Zielen zu definieren, oder man exportiert einen Film direkt aus Final Cut Pro X heraus, wo alle Compressor-Voreinstellungen zur Verfügung stehen.
Kaufempfehlung & Fazit
Compressor 4 ist auch als Einzelprodukt ein sehr brauchbares, in der Anwendung recht einfaches Programm für Anwender, die häufig Videos komprimieren müssen. Geschwindigkeit und Qualität sind gut, die Einstellungen für Web- und Disc-basierte Formate umfangreich, und auch die Zusammenarbeit mit Final Cut Pro X ist beispielhaft. Andreas Zerr





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