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Test Creaceed Elasty HD 2.0 Beta: Videotool für iMovie und Final Cut Express

26.05.2010 | 11:58 Uhr |

Stabilisieren, Kontern, Tracken, Freistellen, Verzerren... ein kleines Video-Tool aus Belgien ersetzt kostspielige Compositing-Software und ist dabei noch denkbar einfach einzusetzen. Der ideale Helfer also für iMovie und Final Cut Express.

Elasty HD besteht aus einem frei schwebendem Vorschau-Fenster und einer Auswahlpalette. Unterteilt ist diese Palette in die Bereiche "Abmessungen" (Beschnitt, Drehung und Stabilisierung), "Bewegungsanalyse" (Verfolgung von Punkten oder Motiven im Video), "Spezialeffekte" und "Geschwindigkeit". Entscheidet man sich für einen Bereich, erscheinen die entsprechenden Einstellungen unterhalb der Auswahl. Die Anwendung ist vergleichsweise leicht: Der Anwender zieht seinen Videoclip per Drag-and-Drop in das Vorschau-Fenster oder auf das Programm-Icon, wählt die durchzuführende Arbeit aus, setzt die entsprechenden Parameter, schaut sich das Ergebnis in der Vorschau an und klickt anschließend auf die Schaltfläche "Rendern", um das Ergebnis als neuen Videofilm zu berechnen. Das Projekt lässt sich inklusive des Original-Materials als eigenständige Datei speichern, so kann man später daran weiterarbeiten.

Stabilisieren und Tracken

Zu den häufigsten Arbeiten in der Videoproduktion gehört sicherlich das Stabilisieren verwackelter Aufnahmen. Sowohl Final Cut Pro und Motion als auch iMovie stellen hier recht schnelle und unterschiedlich brauchbare Werkzeuge zur Verfügung. Während Final Cut Studio schnell aber teuer ist, unterstützt iMovie nur sehr wenige Formate und hat bei der Stabilisierung so gut wie keine Einstellungsmöglichkeiten. Elasty HD analysiert einen Clip genauso flott wie iMovie (Elasty: 42 Sekunden, iMovie: 44 Sekunden,; zum Vergleich Motion: 14 Sekunden), bietet dem Anwender jedoch die Möglichkeit, sowohl die Stärke der Stabilisierung als auch die zu stabilisierenden Achsen zu bestimmen (Kamera-Drehung und X/Y-Bewegung). Außerdem kann man festlegen, ob die durch die Stabilisierung entstandenen schwarzen Rändern beschnitten, gespiegelt oder interpoliert werden sollen. Neben dem Stabilisierer findet sich ein schneller und sehr akkurater Tracker, den man per Doppelklick auf einen beliebigen Punkt im Video anwendet. Dem so entstehenden Tracking-Pfad kann man sowohl die internen Effekte von Elasty als auch externe Daten wie Videoclips oder Bilder zuweisen.

Effekte und Retiming

Im FX-Bereich stehen dem Anwender Filter, Grafiken, Partikel sowie die Importmöglichkeit für weitere Video- und Bildelemente zur Verfügung. Ein Doppelklick wendet einen Effekt auf dem Videobild an, die Effekt-Parameter steuert man über das Informationsfenster. Zur Auswahl stehen Weichzeichner, Stilisierungs- und Verzerrungsfilter sowie ein Farbeffekt mit Optionen für Tonanpassung, Schwarz-Weiß- und einen Wärmebild-Effekt. Die Funktion "Retiming" ist denkbar einfach einzusetzen. Die Ablaufzeit eines Clips wird in einem zusätzlichen Fenster als gerade Linie dargestellt. Um einen Clip (oder Teile daraus) zu beschleunigen oder zu verlangsamen, setz man zwei oder mehr Keyframes und zieht die Geschwindigkeitslinie hinauf (schneller) oder hinunter (langsamer). Leider führen Änderungen der Geschwindigkeit zu mehr Renderfehlern bei der abschließenden Berechnung des Clips.

Input und Output

Im Gegensatz zu iMovie oder anderer, günstiger Video-Software wie Final Cut Express unterstützt Elasty HD alle installierten Quicktime-Codecs (wie DVCPRO und XDCAM), sowie die Formate MPEG-1, -2 und -4, AVI und DV-Stream. Klickt man nach der Bearbeitung eines Clips auf die Funktion "Rendern",erscheint der Export-Dialog von Quicktime, aus dem sich der Anwender jeden beliebigen Codec (DV, DVCPRO, H.264 etc.) wählen kann. Man kann auch nur Teile eines Clips von In bis Out berechnen.

Empfehlung

Elasty HD 2.0 ist günstig, einfach anzuwenden und erweitert die Möglichkeiten von Programmen wie iMovie und Final Cut Express um nützliche Funktionen wie Stabilisierer, Tracker und ein Retiming. Für die finale Version bleibt zu hoffen, dass die Renderfehler behoben werden.

Andreas Zerr

markus.schelhorn@macwelt.de

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