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Fusion 3 gegen Parallels 5 im Test

11.02.2010 | 11:33 Uhr |

Mit Parallels 5 und Fusion 3 sollen die beiden großen Rivalen der Virtualisierung jetzt Windows 7 und Mac-OS 10.6 Snow Leopard unterstützen. Wir vergleichen Geschwindigkeit und Handhabung.

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Da immer mehr Mac-Nutzer als Umsteiger aus dem Windows-Bereich kommen,benötigen sie im Berufsalltag auch Software, die unter Mac-OS nicht funktioniert. Mit Hilfe von Boot Camp können diese speziellen Windows-Anwendungen auf der Apple-Hardware ausgeführt werden. Allerdings muss dann vor dem Start des Rechners die Entscheidung für Mac-OS X oder Windows fallen. Mit Hilfe von Parallels oder Vmware Fusion lassen sich virtuelle PCs unter Mac-OS X im Fenster darstellen.

Installation

Die Installation ist bei beiden Programmen simpel gelöst. Nach dem wenige Minuten dauernden Setup wird die Installations-DVD, -CD oder ein Disk-Image von Windows oder einem anderen Betriebssystem, etwa einer Linux-Distribution benötigt. Alternativ dazu können beide Systeme das Betriebssystem auch aus einer Boot-Camp-Partition oder einer früheren virtuellen Maschine gewinnen. Darüber hinaus kann Parallels die Vmware-Images und Fusion von Parallels importieren, wodurch der Wechsel jederzeit und ohne Verluste der Installationsdaten und Systemeinstellungen möglich ist. Im Test funktioniert diese Variante jedoch nur teilweise. So werden ehemals freigegebene Ordner bei Parallels in der importierten Vmware-Variante nicht mehr gefunden. Für die nachträglich praxisorientierte Arbeit ist also Handarbeit nötig.

Die Parameter des virtuellen PCs – selbst die Zahl der zugewiesenen Prozessorkerne – lassen sich bei Fusion dezidiert einstellen.
Vergrößern Die Parameter des virtuellen PCs – selbst die Zahl der zugewiesenen Prozessorkerne – lassen sich bei Fusion dezidiert einstellen.

Die aktuellsten Varianten beider Programme bieten nun die Übernahme eines realen Windows-PCs an. Dazu wird auf dem nativen Windows-Rechner eine Software gestartet und das Abbild am Mac über das Netzwerk oder – bei Parallels – über eine USB-Verbindung hergestellt. Für Letzteres ist jedoch ein spezielles Kabel notwendig.

Systemeinstellungen und USB-Geräte

Die eigentliche Installation von Windows 7 läuft nahezu automatisch ab. Sämtliche Treiber, die für die Mac-Hardware benötigt werden, stellen Vmware und Parallels direkt zur Verfügung. So ist das Windows-typische Einspielen von Online-Treiber-Dateien überflüssig. Auch die Auflösung der Grafikkarte wird auf das Display optimiert.

Im Test prüfen wir die ressourcen- und systemintensive Spracherkennung mithilfe eines Plantronics USB-DECT-Headsets. Während es erfahrungsgemäß auf Windows-Systemen immer wieder zu Fehlfunktionen kommt, läuft dieser Test auf beiden Systemen unter Windows XP und unter Windows 7 problemlos. Das von Mac-OS X durchgeschleuste Ein- und Ausgabe-Soundsystem übermittelt die Sprache zur Windows-Anwendung in hervorragender Qualität.

Windows-Fenster im Mac-Stil: Parallels zeigt, wie Windows unter Apple-Führung aussehen würde.
Vergrößern Windows-Fenster im Mac-Stil: Parallels zeigt, wie Windows unter Apple-Führung aussehen würde.

Bei Vmware Fusion müssen neu angeschlossene USB-Geräte zunächst über das stets eingeblendete Systemmenü für die virtuelle Maschine aktiviert werden. Parallels hingegen fragt bei einer neu erkannten Hardware ob diese für den Mac oder die virtuelle Maschine zur Verfügung stehen soll. Auf Wunsch kann etwa ein Datenträger sowohl für Mac-OS X als auch unter Windows genutzt werden. Er erscheint unter Windows dann als Netzwerk-Laufwerk.

Darstellungsvarianten und Datenaustausch

Grundsätzlich nutzen sowohl Fusion als auch Parallels drei verschiedene Arten, wie sie das Gastbetriebssystem unter OS X darstellen. Zum einen kann Windows in einem Mac-OS-Fenster laufen. Besonders in Kombination mit Spaces bietet es sich jedoch an, die virtuelle Maschine in einem separaten Bereich im Vollbild-Modus laufen zu lassen, dies wäre die zweite Option. Als letzte Variante nutzen beide Systeme die Integration in die Mac-Oberfläche. So lassen sich Windows-Programme direkt auf dem Schreibtisch, also ohne den typischen Windows-Hintergrund ausführen.

Sämtliche Funktionen, wie die Startschaltfläche oder die Task-Leistenelemente werden nahtlos in die Mac-Oberfläche eingebunden. Während es bei Vmware hier aufhört, bietet Parallels noch weitere verspielte Varianten, wie beispielsweise im modalen Fenster, bei dem die Windows-Oberfläche stets als oberstes Fenster über dem Mac-OS-Schreibtisch dargestellt wird. Selbst die Verwandlung von Fenstern, Schaltflächen und sonstigen Elementen in das Look-and-Feel der Mac-Optik ist möglich.

Sollen Daten zwischen Mac-OS X und der virtuellen Maschine getauscht werden, bietet sich zunächst Drag-and-drop an, das sowohl bei Parallels Desktop 5 als auch bei Vmware Fusion 3 problemlos funktioniert. Über die Zwischenablage lassen sich Texte und sogar Grafiken zwischen Mac und Windows hin und her kopieren. Lediglich das Kopieren von Dateien funktioniert mit dieser Methode weder bei Parallels noch bei Fusion.

Alternativ zum direkten Tausch einzelner Dateien funktioniert der Datenträgeraustausch in beiden Fällen über freigegebene Ordner. In der Praxis zeigt sich Parallels jedoch flexibler und lässt den Zugriff auf beliebige Mac-Ressourcen zu.

Auf der nächsten Seite lesen Sie den Geschwindigkeitsvergleich zwischen Parallels 5 und Fusion 3

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