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Test: WD My Cloud Mirror

20.01.2015 | 10:54 Uhr |

Mit zwei gespiegelten Festplatten bietet das My-Cloud-Laufwerk von Western Digital zusätzliche Ausfallsicherheit. Zudem kann man ohne großen Aufwand über jeden Internetzugang auf die Daten zugreifen.

Western Digital packt zwei Festplatten mit jeweils zwei Terabyte in das Gehäuse des Netzlaufwerks (NAS) My Cloud Mirror und richtet sie ab Werk als gespiegeltes Raid ein. Es kommen Platten aus der Red-Baureihe von Western Digital zum Einsatz, die für den Dauerbetrieb in Netzlaufwerken mit mehreren Festplatten besonders ausgerüstet sind. Sie sind zum Beispiel unempfindlicher als normale Desktop-Festplatten gegen Schwingungen, die durch weitere Festplatten im selben Gehäuse erzeugt werden. Über eine Klappe oben am etwas dünnen Plastikgehäuse lassen sich die Platten nach dem Lösen der Verriegelung schnell tauschen. Weitere Ausführungen des My Cloud Mirror gibt es mit 2x 3 TB, 2x 4 TB und 2x 6 TB.

Einfach einzurichten

Nach dem Anschließen des Laufwerks lädt man die Setup-Software aus dem Netz auf den Mac, die URL zur Download-Seite ist in der mitgelieferten Kurzanleitung angegeben. Bei der Einrichtung wird die Software WD My Cloud installiert, über die man dann auf das Laufwerk zugreift. Außerdem kann man wie bei jedem anderen Netzlaufwerk auch im Finder auf die Daten zugreifen, das NAS erscheint automatisch in der Seitenleiste unter „Freigaben“. Bei der Einrichtung des Laufwerks wird außerdem eine Verknüpfung auf die Konfigurationsseite (Dashboard) des Geräts eingerichtet, die man mit einem Browser öffnet, sowie eine Verknüpfung auf eine Webseite mit Anleitungen. Zudem lässt sich bei der Einrichtung ein My-Cloud-Konto bei Western Digital einrichten, das man für den Fernzugriff benötigt.

Die Einrichtung des Laufwerks ist schnell erledigt, dabei lässt sich auch gleich ein Konto für den Cloud-Zugriff konfigurieren.
Vergrößern Die Einrichtung des Laufwerks ist schnell erledigt, dabei lässt sich auch gleich ein Konto für den Cloud-Zugriff konfigurieren.

Das Dashboard

Weitere Einstellungen nimmt man in einem Browser im Dash­board vor. Dort richtet man unter anderem Benutzer und Freigaben ein, vergibt die entsprechenden Passwörter, aktiviert die Unterstützung von Time-Machine-Backups sowie den iTunes- und den Medienserver und schaltet die automatische Aktualisierung der Firmware ein. Darüber hinaus lassen sich im Dashboard Informationen über das Raid und die Festplatten inklusive des SMART-Status anzeigen. Man hat außerdem die Möglichkeit, die Festplatten als Raid 0 oder als unabhängige Platten einzurichten.

Der Medienserver des NAS unterstützt DLNA-Geräte, die sich im lokalen Netz befinden, auf denen sich dann die auf dem My Cloud Mirror abgelegten Musiktitel, Filme und Fotos abspielen beziehungsweise anzeigen lassen. Der iTunes-Server kann dagegen nur Musikdateien freigeben, nicht jedoch Filme. Ist er aktiviert, schaltet man in iTunes über das Aufklappmenü des Haussymbols zwischen der lokalen Mediathek auf dem Mac und derjenigen auf dem Netzlaufwerk um. Die Medien legt man normalerweise in den dafür vorgesehenen Ordnern in der Freigabe „Public“ ab, die für jeden Benutzer zugänglich ist. Der iTunes-Server lässt sich darüber hinaus mit einem Passwort schützen, das man dann in iTunes eintippen muss. Es lässt sich wie üblich im Schlüsselbund des Benutzers ablegen. Außerdem kann man den iTunes- und den Medienserver auch für andere auf dem NAS angelegte Freigaben aktivieren, sodass auch die dort verfügbaren Titel angezeigt werden. Um im lokalen WLAN mit Mobilgeräten (iOS, Android, Windows und Blackberry) auf das Netzlaufwerk zuzugreifen, installiert man die kostenlose App WD 2Go, die automatisch das Laufwerk findet und anzeigt. Dann meldet man sich per Passwort an, das Gerät merkt sich dieses. Danach kann man auf alle für diesen Benutzer freigegebenen Dokumente und Medien zugreifen sowie auf die Medien im Ordner „Public“.

Über das Programm WD My Cloud kann man über jeden Internetzugang auf das Laufwerk zugreifen, ohne Verbindungsdaten eintippen zu müssen.
Vergrößern Über das Programm WD My Cloud kann man über jeden Internetzugang auf das Laufwerk zugreifen, ohne Verbindungsdaten eintippen zu müssen.

Die eigene Cloud

Der Zugriff auf das Netzlaufwerk ist aber nicht nur auf das lokale Netz beschränkt. Ist der Cloud-Zugriff aktiviert, kann man über jeden Internetzugang mit dem Mac-Programm My Cloud auf die auf dem NAS gespeicherten Daten zugreifen, ohne irgendwelche Verbindungsdaten eingeben zu müssen. Die Verbindung wird vom Programm automatisch über einen Server von Western Digital hergestellt. Analog gilt das auch für ein Mobilgerät. Hat man es einmal über die App im lokalen Netz mit dem Laufwerk verbunden, merkt sich diese die Verbindung. Man kann dann ebenfalls ohne Angabe von Zugangsdaten Verbindung mit dem My Cloud Mirror afnehmen. Es ist zudem möglich, über die App Fotos auf dem Mobilgerät zu machen und sie dann automatisch auf das My Cloud Mirror zu übertragen.

Die Messwerte

Um die Geschwindigkeit des My Cloud Mirror zu testen, schließen wir das Laufwerk direkt per Ethernet-Kabel an ein Macbook Pro an. Beim Schreiben einer großen Filmdatei messen wir rund 46 MB/s, beim Lesen der Datei 104 MB/s. Übertragen wir einen Ordner mit etwas mehr als 2600 Einzeldateien und rund 2 GB, hat der Prozessor des NAS deutlich mehr zu tun. Die Schreibgeschwindigkeit beträgt dann nur noch gute 5 MB/s, beim Lesen reicht es zu knapp 11 MB/s. Das Abspielen von Filmen erfolgt auch über das lokale WLAN absolut ruckelfrei. Zudem messen wir, wie schnell das Laufwerk Daten zur Sicherung auf eine per USB 3.0 angeschlossene Festplatte überträgt. Die Sicherungsoption aktiviert man im Dashboard und legt dort über Aufgaben fest, welche Ordner auf die Festplatte gesichert werden sollen. Die Sicherung lässt sich entweder manuell starten oder automatisch, sobald man die USB-Festplatte anschließt. Bei der Sicherung eines Ordners mit sowohl großen Filmdateien als auch mit vielen kleinen Dokumenten kommen wir dann auf eine Übertragungsrate von etwa 20 MB/s. Beim Geräusch hält sich der Lüfter des My Cloud Mirror dezent zurück, am deutlichsten sind die Zugriffsgeräusche der Festplatten zu hören. Man kann das NAS darum auch im selben Raum aufstellen, in dem sich auch der Arbeitsplatz befindet.

Kaufempfehlung

Das My Cloud Mirror bietet durch zwei gespiegelte Festplatten Schutz gegen den Ausfall einer Festplatte und lässt sich leicht konfigurieren. Es eignet sich daher gut für den Einsatz als zusätzlicher Speicher für mobile Macs, Tablets und Smartphones. Zudem kann man auch per Fernzugriff auf die Daten zugreifen, muss dabei aber berücksichtigen, dass die Geschwindigkeit von der Übertragungsgeschwindigkeit des eigenen Internetanschlusses abhängig ist.

WD My Cloud Mirror

Hersteller: Western Digital

Preis: € 269 CHF 224 (4 TB)

Leistung (50 %)     1,8

Qualität/Ausstattung (10 %) 2,0

Handhabung (30 %)     1,0

Ergonomie (10 %)     1,8

Vorzüge: Einfach einzurichten, leise, einfacher Plattentausch

Nachteile: Dünnes Plastikgehäuse, Admin-Konto ab Werk ohne Passwort

Größe (B x H x L) 99 x 171 x 155 mm, Gewicht 1,6 kg; Anschlüsse: Gigabit-Ethernet, 2x USB 3.0; Stromverbrauch: Standby 5 W, ohne Plattenzugriff 11 W, mit Plattenzugriff im Schnitt 14,5 W; 2 Jahre Garantie

Alternative: Synology Diskstation DS215j , Buffalo Linkstation 220

Note: 1,6 gut

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