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Test: Wacom Cintiq 13HD

18.09.2013 | 11:52 Uhr |

Für Bildretusche sowie zum professionellen Zeichnen und Malen am Computer ist ein Grafiktablett eigentlich unverzichtbar. Mit einem Stift-Display kann man nun analog zum Papier arbeiten

Das Cintiq 13HD von Wacom ist ein 13-Zoll-Monitor mit HD-Auflösung (1080p), der sich mithilfe eines drucksensitiven Stifts wie ein Grafiktablett bedienen lässt. Er wiegt rund 1,2 Kilo und ist etwas breiter und höher als ein 13-Zoll Macbook Air. Anders als bei einem normalen Grafiktablett arbeitet man also direkt auf dem Bild oder der Grafik. An den Mac wird das Cintiq über USB und HDMI angeschlossen, hierfür wird ein Kabel mitgeliefert, das beide Anschlüsse umfasst. Zusätzlich wird noch das Netzteil verbunden, um das Cintiq mit Strom zu versorgen, von dem es sich im Test 5,4 Watt genehmigt. Mitgeliefert wird zudem ein Standfuß, den man auf der Rückseite einklickt und mit der man das Cintiq in drei Positionen schräg aufstellen kann. Alternativ legt man es flach auf den Schreibtisch.

Bildschirmmodus

Man kann das Cintiq entweder als Einzelbildschirm oder als Erweiterung für den Hauptbildschirm betreiben sowie beide Bildschirme synchronisieren. Richtig brauchbar wird der Zweitbildschirm aber erst mit OS X Mavericks , da man dort dann auf beiden Monitoren die Menüleiste zur Verfügung hat. Dann kann man auf dem Cintiq die Menüs auch dann aufrufen, wenn man es nicht zum Hauptbildschirm macht. Die meisten Dialogfenster von Photoshop und Illustrator öffnen sich aber weiterhin auf dem Hauptbildschirm, während sich die Programmpaletten auf dem Monitor einblenden, auf dem man sie zuletzt platziert hatte, egal, welche Systemversion man verwendet. Schaltet man das Cintiq aus, wird es vom System weiterhin als verfügbar betrachtet, so dass der Mauszeiger oder ein Symbol schnell mal im Nichts verschwindet. Man sollte es bei längerem Nichtgebrauch deshalb komplett vom Rechner trennen.

Betreibt man das Cintiq in der Standardauflösung mit 1080p, was 1920 × 1080 Pixeln entspricht, sind die Bedienelemente sehr klein. Man kann aber auch auf die gröbere Auflösung 720p sowie auf einige weitere Auflösungen umstellen. Die Qualität des IPS-Displays ist sehr gut und blickwinkelstabil, und auf der Oberfläche lässt sich sehr gut mit dem Stift ( Pro Pen ) arbeiten. Der Stift arbeitet wie von Wacom gewohnt ohne Kabel und Batterie und ist druckempfindlich, sofern dies die Software unterstützt. Das gilt auch für die Stiftneigung. Wacom liefert neun zusätzliche Spitzen mit, die zusammen mit dem Stift in einem stabilen Etui aufbewahrt werden. Ein Unterschied beim Arbeitskomfort zu einem normalen Wacom-Tablett ist nicht festzustellen, man arbeitet auf dem Cintiq genauso gut wie dort.

Ausstattung und Software

An einer der kurzen Seiten verfügt das Cintiq über vier Tasten (Express Keys) sowie einen Vierwege-Button (Rocker Ring). Je nachdem, wie man das Cintiq positioniert, befinden sich die Tasten dann links oder rechts. In letzterem Fall muss man das Display in der Systemeinstellung „Monitor“ noch um 180 Grad drehen. Alle Tasten lassen sich in der Wacom-Systemeinstellung frei konfigurieren. Man kann mit ihnen sowohl Cintiq-spezifische Befehle aufrufen als sie auch mit beliebigen Tastenkombinationen belegen. Wie bei Wacom üblich lassen sich diese Belegungen für jede Anwendung individuell vornehmen, sodass man in Photoshop andere Befehle zur Verfügung hat als in Illustrator. Eine wichtige Funktion ist der Displaywechsel. Mit diesem steuert man, ob der Mauszeiger des Stiftes auf die Fläche des Cintiq begrenzt ist oder auf der Gesamtfläche aller Monitore arbeitet. Alternativ lässt sich der Cursor jeweils auf einen der Bildschirme beschränken, über den Displaywechsel schaltet man zwischen ihnen um.

Eine weitere Spezialfunktion, die man über die Tasten aufruft, ist das Radialmenü, das sich unter dem Mauszeiger einblendet. Es verfügt über acht Sektoren, die man mit beliebigen Programmbefehlen verknüpfen kann. Die Sektoren lassen sich beschriften, man muss sich die Belegung also nicht merken. So hat man wichtige Befehle sofort zur Hand. Das normale Kontextmenü lässt sich über die Stifttaste des Pro Pen aufrufen, die man ebenfalls mit zwei Funktionen belegen kann. Zusätzlich zur Systemeinstellung wird das Programm „Display-Einstellungen“ mitgeliefert, mit dem sich unter anderem der Weißpunkt, die Helligkeit und der Kontrast einstellen lassen. Die Software liegt dem Cintiq auf CD bei, kann aber auch aus dem Netz geladen werden, wenn man kein optisches Laufwerk hat.

Empfehlung

Das Cintiq 13HD ist ein professionelles Werkzeug für Grafiker und Fotografen, die lieber direkt auf dem Objekt arbeiten als mit einem normalen Grafiktablett. Sie müssen dafür aber wesentlich tiefer in die Brieftasche greifen als beim in den Maßen dem Cintiq entsprechenden Intuos Pro Medium , das nur gut ein Drittel kostet.

Wacom Cintiq 13HD

Hersteller: Wacom

Preis: € 900, CHF 1114

Note: 1,5 gut

Leistung (30%)                      1,4          

Qualität/Ausstattung (30%)  1,2          

Handhabung (30%)               1,8          

Ergonomie (10%)                   1,5 

Vorzüge : Guter Bildschirm, hohe Auflösung, niedriger Stromverbrauch

Nachteile : Bedienelemente der Programme wegen der hohen Auslösung sehr klein

Technische Angaben: Maße 37,5 x 24,8 x 1,35 cm, Gewicht 1,2 kg (ohne Standfuß); Auflösung 1920 × 1080 Pixel, Stromverbrauch 5,4 W

Alternative: Intuos Pro Medium

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