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Test: Western Digital My Net N900 Central

25.04.2013 | 16:35 Uhr |

Apples Time Capsule ist solide, aber auch teuer. Die Konkurrenz von Western Digital ist preisgünstiger zu haben, aber man muss Abstriche in Kauf nehmen.

Mit dem Router My Net N900 Central macht Western Digital Apples Time Capsule Konkurrenz. Der Dual-Band-Router beherbergt wie Apples Gegenstück eine Festplatte, in unserem Testgerät ist ein Exemplar mit 2 TB eingebaut. Gefunkt wird simultan in den beiden Frequenzbereichen 2,4 GHz und 5 GHz mit einer theoretischen Maximalrate von jeweils 450 MBit/s. Die Frequenzen lassen sich auf Wunsch separat ein- und ausschalten. Zusätzlich lässt sich ein Gästenetz einrichten, das nur den Internetzugang ohne Zugriff auf das lokale Netz ermöglicht. Auch hier sind beide Frequenzbereiche separat aktivierbar sowie jeweils eigene Passwörter möglich.

Nicht verschlüsselt

Western Digital verschlüsselt das WLAN nicht ab Werk, man muss die Verschlüsselung bei der Einrichtung des Routers selbst aktivieren. Die Konfiguration erfolgt über einen Browser, die Konfigurationsseiten sind übersichtlich gegliedert. Es gibt eine Normalansicht mit den wichtigsten Einstellungen sowie erweiterte Einstellungen mit mehr Optionen. Bei der Ersteinrichtung geht ein Assistent zur Hand, der sich zuerst um den Internet-Zugang und erst dann um die Verschlüsselung kümmert. Auch ein Gerätepasswort kann man mit dem Assistenten vergeben. Der Zugriff auf die Festplatte ist im Finder möglich, da der Router das Protokoll „AFP“ ( Apple Filing Protocol ) unterstützt, und auch Backups mit Time Machine lassen sich erstellen. Eine Benutzerverwaltung gibt es – anders als bei den Mybook-Live-Netzwerklaufwerken von Western Digital – jedoch nicht, sondern nur die Möglichkeit, anstatt des Gastzugriffs einen Namen und ein Passwort zu vergeben, was jedoch beim Zugriff im Finder zu einer Fehlermeldung führt. Der Gastzugang funktioniert dagegen problemlos. Schließt man einen Drucker an den USB-Port des Routers an, benötigt man das Programm WD Print Share, über das man den Drucker mit dem Mac verbindet. Das Programm kann im Hintergrund ohne Fenster geöffnet bleiben, das Drucken funktioniert problemlos.

Fernzugriff

Mit der App WD 2 go greift man von einem iOS-Gerät ( ab iOS 5 ) auf alle Ordner und Daten auf der Festplatte des Routers zu, öffnet die Bilder und spielt Musik und Filme ab. Die Dateien lassen sich auch auf das iOS-Gerät laden oder von dort auf den Router kopieren. Richtet man bei Western Digital ein Konto für WD 2 go ein, ist der Zugriff über einen Browser auf die Daten möglich. Dazu muss Java installiert sein, da die Aktivierung des Laufwerks über ein Java-Applet erfolgt. Der Zugriff selbst erfolgt dann im Finder. Ein iTunes-Server ist ebenfalls vorhanden, wie üblich kann man in iTunes aber nur auf die Musiktitel zugreifen. Beim ersten Test gab es Probleme beim Aktivieren der Remote-Funktionen. Erst die Installation einer früheren Firmware mithilfe des Supports konnte Abhilfe schaffen. Danach ließ sich die Firmware aber wieder aktualisieren, ohne das erneut Probleme auftraten.

Praxiswerte

Beim Schreiben und Lesen von Dateien bricht der Festplatten-Router keine Geschwindigkeitsrekorde. Durchschnittlich kommen wir auf 6 MB/s beim Schreiben und 4 MB/s beim Lesen, wobei die 2,4-GHz-Frequenz etwas schlechtere Werte liefert als die 5-GHz-Frequenz. Eine Time Capsule mit 3 GB kommt dagegen auf 9 MB/s beim Lesen und auf 8,4 MB/s beim Schreiben. Das gleichzeitige Streamen von drei Filmen in Standardqualität auf drei Macs, davon zwei über das Internet und einer lokal, bereitet im Test keine Probleme. Es gibt jedoch ein Mal einen Komplettausfall, als wir gleichzeitig zwei Backups mit Time Machine und eine Filmübertragung laufen lassen, was dann einen Neustart des Routers erforderlich macht. Dies könnte auf eine etwas unterdimensionierte Hardwareausstattung hinweisen. Beim Stromverbrauch gibt sich das Gerät mit durchschnittlich 8,2 Watt zufrieden, ein sehr guter Wert.

Empfehlung: Western Digital My Net N900 Central

Der Festplatten-Router WD My Net N900 Central liefert eine brauchbare Leistung ab, Begeisterung kann er aber nicht wecken. Das Gerät ist zwar einfach zu konfigurieren und bietet auch Zugriff über iOS und das Internet. Doch die vergleichsweise langsame Festplattengeschwindigkeit und ein Aussetzer im Test führen zu einer nur befriedigenden Leistungsnote.

My Net N900 Central

Western Digital

Preis: € 220, CHF 268

Note: 2,6 befriedigend

Leistung (50%) 3,1  

Ausstattung (20%) 2,0

Handhabung (20%) 2,5

Ergonomie (10%) 1,2

Vorzüge: Funkfrequenzen separat aktivierbar, Unterstützung für Time Machine, Zugriff über iOS-Apps und das Internet

Nachteile: WLAN ab Werk unverschlüsselt, keine Benutzerverwaltung, langsame Schreib- und Leseraten

Anschlüsse: 1 x WAN, 4 X Gigabit-Ethernet, 1 x USB 2.0; Maße (L x B x H) 244 x 170 x 32 mm, 664 g; Stromverbrauch 8,2W

Alternative: Apple Time Capsule

www.wdc.com/de

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