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Test: Windows nutzen mit Parallels Desktop 10

22.08.2014 | 15:03 Uhr |

Parallels Desktop, dIe mächtige Virtualisierungssoftware für den Mac hat hat den Sprung auf Version 10 gemacht. Wir schauen uns die neuen Funktionen genauer an. Lohnt sich das Update?

Passend zum kommenden OS X 10.10 Yosemite hat Parallels jetzt eine neue Version seiner Virtualisierungssoftware Parallels Desktop vorgestellt - nur für diese neue Version 10 verspricht der Hersteller Kompatibilität mit Yosemite. Ab 26. August ist die Software erhältlich. Um Windows-Programme auf dem Mac zu nutzen, hat sich die Software als zuverlässige und komfortable Lösung bewährt und ist laut Macwelt-Umfragen deutlich weiter verbreitet als die Konkurrenten Vmware Fusion und Virtual Box sowie die Apple-Lösung Bootcamp. Nicht nur Windows, auch Linux, Android und sogar ältere OS-X-Versionen kann man mit der Virtualisierungssoftware auf dem Mac installieren und parallel zum Host-Betriebssystem benutzen.

Wichtigste Aufgabe ist die Bereitstellung von Windows 7 und Windows 8 und speziell für diese Systeme hat Parallels eine Vielzahl an Komfortfunktionen zu bieten und diese weiter verbessert. Im so genannten Coherence-Modus ist die Integration von Windows in OS X jetzt noch besser geworden. So sieht man beispielsweise nicht nur Windows-Programme im Dock, bei Outlook zeigt das Dock-Icon sogar die Anzahl der ungelesenen E-Mails an. Neu ist ebenso, dass man den Start-Screen von Windows 8, die berühmten Kacheln, über dem Mac-Desktop einblenden und nutzen kann. Installiert man ein Windows-Programm, erscheint es auch im Launchpad. Gut für Anwender mit wenig Speicherplatz ist eine neue automatische Optimierung der virtuellen Disk – löscht man Dateien, wird automatisch das Image verkleinert und verbraucht weniger Speicherplatz auf der Mac-Festplatte. Zu den weiteren Verbesserungen gehört die Möglichkeit iCloud, Dropbox und Google Drive gemeinsam zu nutzen und One Drive für den Mac freizugeben. Interessant für iOS-Nutzer ist außerdem die schon länger verfügbare Zusatzsoftware Parallels Access , die eine Fernsteuerung von Parallels per iOS-Gerät ermöglicht.

Die Leistung gegenüber der Vorversion hat sich kaum verändert, bei Messungen mit 3DMark, PCMark und dem Windows Leistungsindex stellen wir nur wenige Prozent Unterschied fest. So erreicht unser Mac Mini beim Leistungsindex von Windows 7 in den Standardeinstellungen den exakt gleichen Wert von 4,5. Bei 3DMark steigt der Wert nur minimal von 4530 auf 4627 Punkte.

Es gibt aber einige Leistungsverbesserungen in Spezialgebieten, so hat Parallels nach eigenen Angaben die Performance für Office 2013 optimiert, Sicherungen laufen deutlich schneller ab und die Akkulaufzeit soll sich bei Macbooks um 30 Prozent verbessern. Unter dem kommenden OS X 10.10 sollen die Windows-Apps außerdem iCloud und Messages unterstützen. Außerdem erlaubt Parallels 10 die einfachere Optimierung des Systems für bestimmte Aufgaben, so kann man über die Voreinstellung ein System für die vier Aufgabenbereiche Office, Spiele, Design und Softwareentwicklung optimieren. Bei der Voreinstellung „Spiele“ wird dann beispielsweise mehr Speicher, CPU-Leistung und Arbeitsspeicher aktiviert. Grundsätzlich gilt aber weiterhin, dass Parallels Desktop 10 bei Spielen nicht die gleiche Grafikleistung erreicht wie Bootcamp.

Ärgerlich ist auf Dauer allerdings der hohe Upgrade-Preis, der im Prinzip jährlich anfällt. Hinweis: Einige interessante Profi-Funktionen wie File Vault-Unterstützung und erweiterte Administrierungsoptionen bleiben der Enterprise Edition vorbehalten. Vor dem Upgrade auf die aktuelle Version sollte man eine Sicherung seiner virtuellen Maschinen anlegen. So kann es durch neue Voreinstellungen beim Sharing nach dem Umstieg offenbar zu Problemen kommen .

Insgesamt kann uns die neue Version überzeugen, Assistenten ermöglichen auch Einsteigern eine relativ einfache Nutzung. Für weitergehende Konfigurationen, wie die Zuteilung von Ordnern und Hardware-Ressourcen ist aber einige Einarbeitung erforderlich. Laut Parallels soll die neue Version etwa zehn Prozent weniger Arbeitsspeicher benötigen, trotzdem bleibt der Bedarf an Arbeitsspeicher hoch. Eine Arbeitsspeicherausstattung von 8 GB RAM ist bei gleichzeitiger Nutzung von Windows- und Mac-Programmen auf jeden Fall zu empfehlen.

Kaufempfehlung & Fazit

Parallels ist die komfortabelste Lösung, Windows auf dem Mac zu benutzen. Es stellt sich allerdings die Frage, ob ein Upgrade auf die aktuelle Version zu nötig ist. Benutzt man Parallels nur gelegentlich, beispielsweise für die Steuererklärung mit Elster, ist das 50 Euro kostende Upgrade von Version 9 nur begrenzt erforderlich. Für Intensivnutzer hat Parallels Desktop 10 allerdings viele nützliche neue Funktionen zu bieten und die Anpassungen an Yosemite und weitere Verbesserungen bleiben der neuen Version vorbehalten.

Parallels Desktop

Preis: € 80

Note: 1,5 gut

Leistung (50%)   1,5

Ausstattung (30%)   1,5

Bedienung (10%)    2,0

Dokumentation (10%)    1,0

Vorzüge: Guter Bedienkomfort, hohe Leistung

Nachteile: Hoher Upgradepreis, Kompatibilitätsprobleme bei einigen Grafikanwendungen

Alternativen: Vmware Fusion, Virtual Box, Bootcamp

Ab OS X 10.7

Parallels

www.parallels.com

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