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iMovie für das iPhone im Test

29.06.2010 | 13:20 Uhr |

Apple hat passend zum iPhone 4 und dessen neuer HD-Videokamera auch iMovie für das iPhone vorgestellt. In der Praxis überzeugt iMovie aber noch nicht voll.

iMovie auf dem iPhone-10
Vergrößern iMovie auf dem iPhone-10

Apple hat die Kamera im iPhone 4 recht deutlich verbessert. Passend dazu gibt es jetzt auch ein Videoschnittprogramm, mit dem man aufgenommene Filme und Fotos zu einem digitalen Andenken oder einer bewegten Grußkarte verarbeiten kann. Leider funktioniert iMovie nur auf dem iPhone 4 . Mit dem iPhone 3GS ist es nicht kompatibel. iMovie auf dem iPhone ist simpel und übersichtlich gehalten, es beschränkt sich auf die Grundfunktionen, so dass es keinesfalls überladen wirkt.

Der Einstieg in iMovie

Allerdings erschließen sich die Funktionen auch nicht alle auf einen Blick. Zunächst ist iMovie auf dem iPhone genau so auf Projekten basiert wie auf dem Mac. Deshalb kann man mehrere Projekte gleichzeitig verwalten. Projekte basieren auf einer Zeitleiste, die Videos und Fotos enthält und dazu eine Tonspur hat. Am Anfang der Zeitleiste steht ein "Einstellungen"-Symbol, mit dem man einige Voreinstellungen für das Projekt auswählen kann.

Dort legt man das Thema des Videos fest und kann bestimmen, ob die zum Thema passende Titelmusik automatisch abgespielt werden soll. Es ist aber etwas unglücklich, dass man einerseits mit dem Thema ein Design für den Film auswählt, aber andererseits zunächst keine Änderung dadurch bemerkt. Die Wahl des Themas beeinflusst nur die optionale Titelmusik und das Design der Übergänge sowie Titeleinblendungen, die man an anderer Stelle findet.

Um einen Videoclip hinzuzufügen, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder wählt man ein Video aus dem Aufnahmearchiv oder man nimmt ein neues Video oder Foto auf, das dann zum Projekt hinzugefügt wird. Man kann auch Musik oder Fotos aus der Bibliothek einfügen.

Medien bearbeiten

Der eigentliche Schnitt ist sehr einfach gelöst. Tippt man einen Clip an, erscheinen zwei Trim-Marken, mit denen man den Clip kürzen kann. Zudem kann man Clips jederzeit verschieben. Zwischen zwei einzelnen Clips fügt iMovie automatisch einen Übergang ein. Diesen kann man editieren, zum Beispiel die Länge des Übergangs einstellen oder zwischen überblenden und Animation im Themen-Design wählen.

Bei Fotos hat Apple einen einfachen, aber schönen Mechanismus eingebaut. Hier kann man wählen und editieren, wie lange Fotos angezeigt werden und dazu manuell eine Animation erstellen. So kann man einen Zoom oder einen Schwenk über das Foto einbauen, indem man Start- und End-Position des Bildausschnitts einstellt.

Beim Ton hat der Nutzer weit weniger Möglichkeiten. Hier spielt entweder die Titelmusik des Themas, falls in den Einstellungen aktiviert, oder man kann ein Lied vom iPod einbauen. Mehr Möglichkeiten gibt es nicht. Man kann weder die Lautstärke editieren, noch ein Video nachträglich nachvertonen.

Videoclips kann man an andere Stellen im Film verschieben oder mit einem Doppeltipp bearbeiten. Dann öffnet sich ein Kontextmenü, mit dem man eine Titeleinblendung wählen kann und einen Titel vergibt. Dazu kann man den Ton aus dem Clip deaktivieren. Besonders interessant ist die Geolokalisierung. Da das iPhone zu einem Foto und Video den aktuellen Ort speichert, kann man diesen automatisch in Titeleinblendungen anzeigen lassen.

Das Einblenden von Titeln ist aber insgesamt unnötig kompliziert. So muss man zunächst das allgemeine Titelthema in den Filmeinstellungen festlegen und dann für jeden Clip per Doppeltipp eine Titelart (Anfang, Ende oder Zwischeneinblendung) wählen und dort den Text eingeben. Bei Überblendungen, die im Stil des Themas gehalten sein sollen, muss man ebenfalls jeden einzelnen Übergang bearbeiten und dort einen Themenübergang statt des einfachen Überblendens wählen.

Filme exportieren

Wenn das Video fertig geschnitten ist, kann man es exportieren, um es der Welt zu präsentieren. Aus iMovie heraus kann man den Film nur in das Aufnahmearchiv exportieren. Hier gibt es drei Qualitätsstufen: 360p für den iPod, 560p und 720p HD, also die volle Auflösung. Wenn man den Film versenden oder veröffentlichen will, muss man dies aus dem Aufnahmearchiv der Kamera machen. Von dort aus gibt es die üblichen Möglichkeiten, also beispielsweise per E-Mail versenden oder auf Youtube und Mobile Me veröffentlichen. Leider wird der Film hierbei stark verkleinert.

Es gibt keine Möglichkeit, einen Film in voller Qualität direkt vom iPhone aus zu veröffentlichen. An den Film in voller Auflösung gelangt man nur, wenn man das iPhone an den Computer anschließt und den Film beispielsweise mit iPhoto importiert. Zudem gibt es keine Möglichkeit, das Original-iMovieprojekt zu exportieren, um es beispielsweise später auf dem Mac weiter zu bearbeiten.

Fazit

iMovie auf dem iPhone 4 ist ein nettes Hilfmittel, um mehrere Videoclips aneinander zu schneiden und so eine kurze Grußbotschaft oder ein paar Eindrücke aus dem Urlaub zu verschicken. Leider sind manche Funktionen wie das Einfügen vom Titeln etwas umständlich gelöst. iMovie wäre eigentlich ein guter Kandidat dafür, direkt zum Lieferumfang des iPhone 4 zu gehören. So muss der Nutzer zusätzlich vier Euro zahlen, zudem gibt es im iTunes Store viele Beschwerden, weil Nutzer des iPhone 3GS iMovie kauften, es dort aber nicht funktioniert.

Ärgerlich auch, dass iMovie nicht multitasking -fähig ist. Wenn man die App verlässt, startet sie beim Wechsel zurück zu iMovie wieder in der Projektübersicht. Änderungen gehen dabei aber nicht verloren, sie werden automatisch gesichert. iMovie für das iPhone 4 ist eine nette Ergänzung und prima für kurze Filme, ist insgesamt aber noch verbesserungswürdig.

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