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Fifa Fußball-Weltmeisterschaft

12.05.2010 | 10:47 Uhr |

Fußball hat viel mit Ungeduld zu tun. Jedes Jahr im Januar fragt sich der Fan, wann endlich die Winterpause vorbei ist. Alle vier Jahre zählt er die Tage bis zum Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft. Und wenn er ein Fußballspiel auf dem iPhone startet, möchte der Fan, dass es schnell los geht.

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Einstieg: Schnell am Ball

Fifa Fußball-Weltmeisterschaft punktet in dieser Hinsicht. Das Spiel startet rasch, die Ladezeiten vor den Spielen beschränkten sich im Test auf wenige Sekunden - und Sequenzen vor dem Match kürzen Sie per Berührung des Bildschirms ab. Zur Grafik und Steuerung aber später mehr.

Im Hauptmenü erwartet den Fan eine Mischung aus kurzen Spielseinsätzen und Dauermotivation. Wer an der Bushaltestelle nur schnell den Sitznachbarn beeindrucken will, wählt das Training, das schnelle Spiel oder eine Partie Elfmeterschießen. Auf Zugfahrten hingegen empfiehlt sich der Modus "Mannschaftskapitän", hier steuern Sie nur einen Spieler während einer WM. Und wenn Sie noch mehr Zeit haben, spielen Sie als Trainer und Spieler eine ganze Weltmeisterschaftssaison inklusive Qualifikation.

Steuerung: Kontrolle kaum möglich

Im Training oder im schnellen Spiel testen Einsteiger die Steuerung des Spiels. Der linke Daumen bedient einen analogen Richtungsstick. Die Logik: Je extremer der Spieler den Stick in eine Richtung drückt, desto schneller läuft der Akteur. Der rechte Daumen hat im Angriff die Wahl zwischen einem Pass, einem Schuss oder eine Spezialbewegung - wobei letztere Starspielern vorbehalten ist. In der Verteidigung wandeln sich die virtuellen Tasten zu Tackling und Grätsche. Das klingt gut, ist aber sehr fummelig. Der Richtungsstick reagiert nicht immer auf Wunsch. Und der Passknopf gibt die Information auch nur schleppend weiter, direkte Pässe sind so kaum möglich.

Modi: Alles dabei

Kern des Spiels ist eine komplette Weltmeisterschaftssaison. Bedeutet für die WM 2010: Sie starten 2008. Und dort mit den echten Gegnern Ihres Teams - Deutschland spielt in der Qualifikation unter anderem gegen Russland und Finnland. In diesem Modus sind Sie Trainer und Spieler. Sie stellen auf, wechseln aus und bestimmen die taktische Ausrichtung. Wer sich qualifiziert, fährt zur WM.

Spannende Alternative ist der Modus "Mannschaftskapitän". Hier stehen Sie als Einzelspieler im Mittelpunkt einer Weltmeisterschaft. Besonderheit: Sie steuern während des Spiels nur den selbst gebastelten Akteur, bekommen Plus- oder Minuspunkt für gute Pässe oder schlechte Grätschen.

Schnell gespielt ist ein Elfmeterschießen. Hier steuern Sie, indem Sie Ball oder Torhüter per Fingerbewegung in eine Ecke wischen. Genauigkeit und Schnelligkeit entscheiden. Blöd: Als Torhüter haben Sie den Finger genau über dem Schlussmann. Das behindert die Sicht.

Grafik und Sound: Mittelfeldplatz

Optisch ist das Spiel in Ordnung. Die Spieler bewegen sich flüssig - und sehen noch gut aus, wenn man das Spiel im Kameramodus mit der größten Übersicht spielt. Schrecklich sind jedoch die Zuschauer. Während des Spiels fällt die bunte, starre Standardkulisse zwar nicht auf. Aber in Zwischensequenzen zeigt das Spiel scheußlich animierte Fans aus der Nähe. Leider lassen sich diese nicht abschalten.

Auch akkustisch ist das Spiel durchschnittlich. Die lärmenden Zuschauer surren monoton wie ein hängengebliebenes Meeresrauschen - und werden nur etwas lauter bei einer Ecke oder einem Tor. Der Kommentator in der Deutschen Version spricht zudem nur Englisch.

Multiplayer: Kein Koop-Modus

Der Mehrspieler-Teil ist technisch sauber, echten Fans aber fehlt etwas. So funktionierte im Test die Verbindung via WLAN oder Bluetooth tadellos: Die Geräte fanden sich im Handumdrehen. Elfmeterschießen und einzelne Partien machen gegeneinander kurzzeitig Spaß. Langfristiger Multiplayer-Spaß verspricht "Mannschaftskapitän". Bei der Teamwahl dürfen die Teilnehmer dieselbe Mannschaft wählen. Der angedeutete Koop-Modus aber mündete in einem seltsamen Spiel: Deutschland gegen Deutschland.

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