1047238

Granny Smith RS

21.03.2011 | 17:01 Uhr |

Apples Mac Pro arbeitet ab Werk schon sehr leise, doch es gibt Anwender, die wünschen sich einen noch leiseren Computer. Die Firma MR Computertechnik bietet einen leisen Computer auf Basis des Mac Pro an. Wir fühlen dem Leisetreter auf den Zahn.

Granny Smith RS
Vergrößern Granny Smith RS

Unter dem Motto "ich bin leise" modifiziert der Hersteller in erster Linie die Lüfterausstattung des Werks-Mac-Pro , der von nun an "Granny Smith RS" heißt. Das Apple-Logo haben die Techniker entfernt und stattdessen den Schriftzug "Ichbinleise" angebracht. Apple will offensichtlich nicht mehr mit dem Gerät in Verbindung gebracht werden. Eventuelle Garantieansprüche wickelt MR Computertechnik ab.

Laut Aussage der PC-Tuner benutzt der Granny Smith RS spezielle "High-End"-Lüfter, die keine oder deutlich reduzierte Lagergeräusche produzieren. Zudem verfügen diese Lüfter über kleinere Motoren, was zugunsten der Rotorblätter ausgeht. Diese sind dadurch größer und bewegen mehr Luft pro Umdrehungen. Auch die Grafikkarte ist mit einem anderen Lüfter ausgestattet, als Apple sie ausliefert.

Zusätzlich zu den neuen Lüftern baut die Tuning-Schmiede noch eine eigene Lüftersteuerung ein. Diese soll den Temperaturkurvenverlauf sanfter gestalten. So soll ein abruptes Springen zwischen den Lüfter-Drehzahlen verhindert werden. Des weiteren kommt bei den CPU-Kühlkörpern eine spezielle Wärmeleitpaste zum Einsatz, die die CPU-Temperatur um einige Grad senken soll.

Die Ausstattung

Wir bekommen zum Test ein Modell mit Intel Xeon W3550-CPU. Zusätzlich zu den Schall dämmenden Maßnahmen statten die Tuner das Gerät mit einer zweiten Grafikkarte aus. Diese Karte basiert auf einer AMD Radeon HD 5870, die eigentlich für den PC-Markt gedacht ist. Mit der richtigen Firmware arbeitet sie jedoch auch im Granny Smith RS.

Sowohl die Original-Grafikkarte von Apple, als auch die optionale Zusatzkarte stattet der Mac-Tuner mit speziellen Grafikkarten-Lüftern aus. Sie bleiben selbst unter extremer Last sehr leise.
Vergrößern Sowohl die Original-Grafikkarte von Apple, als auch die optionale Zusatzkarte stattet der Mac-Tuner mit speziellen Grafikkarten-Lüftern aus. Sie bleiben selbst unter extremer Last sehr leise.

Außerdem kommt der Granny Smith RS mit zwei SSD-Festplatten mit je 128 Gigabyte Kapazität, zwei 3,5-Zoll magnetischen Festplatten mit je drei Terabyte Kapazität und einem zweiten optischen Laufwerk, das neben CDs und DVDs auch Bluray-Medien liest und beschreibt. Mit dabei ist auch eine USB-3.0-Karte von La Cie. Neben Mac-OS X 10.6 ist auch Windows 7 installiert. Diese Vollausstattung schlägt mit 4970 Euro zu Buche.

Innen und außen prangt nun der Schritzug "ichbinleise". Das Apple-Logo gibt es nicht mehr.
Vergrößern Innen und außen prangt nun der Schritzug "ichbinleise". Das Apple-Logo gibt es nicht mehr.

Im Benchmark zeigt sich der Rechner dem Original-Modell von Apple als ebenbürtig. Die zweite Grafikkarte ist jedoch bei anspruchsvollen 3D-Anwendungen etwas schneller.

In der Schallmesskammer

Die Stunde der Wahrheit kommt erst in unserer Schallmesskammer: Im Normalbetrieb ist der Granny Smith RS nicht leiser als das Werksmodell von Apple. Bedenkt, man, dass hier jedoch zwei Festplatten und zwei Lüfter-bewehrte Grafikkarten zum Einsatz kommen, ist das schon erstaunlich. Erst unter Dauerlast spielt der Granny Smith RS seine Stärken voll aus. Selbst nach 30 Minuten Volllast aller CPU-Kerne und der Grafikkarte wird der Rechner kaum lauter. Auch, als wir die Temperatur der Umgebungsluft künstlich auf über 25 Grad steigern, bleibt die Maschine ruhig. Die CPU-Temperatur steigt dabei nicht über 74 Grad. Beim Original-Modell von Apple messen wir hier deutlich über 90 Grad.

Empfehlung

Profi-Anwender, die dauerhafte Rechenpower bei möglichst geringer Geräuschentwicklung benötigen, werden den Granny Smith RS zu schätzen wissen. Denkbar ist der Einsatz beispielsweise im Tonstudio oder beim Videoschnitt. Auch Grafiker, die viel im Bereich 3D-Animationen arbeiten, können sich über einen dauerhaft leisen Rechner freuen. Der Normalanwender hat von den Modifikationen jedoch kaum Vorteile. Christian Möller

Feedback: christian.moeller@macwelt.de

0 Kommentare zu diesem Artikel
1047238