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Test-Update: iMac 2010 mit Core i7

16.08.2010 | 17:20 Uhr |

Uns hat der aktuelle High-End-iMac mit Core-i7-CPU erreicht. Wir vergleichen ihn mit den ebenfalls neuen Core-i3-Modellen und den Vorgänger-iMacs vom Oktober 2009

neue iMacs Juli 2010
Vergrößern neue iMacs Juli 2010

Äußerlich hat sich nichts verändert. Design, Abmessungen und verwendete Materialen des iMac bleiben zu den Vorgängermodellen identisch. Auch in puncto Anschlüsse und Speicherausstattung bleibt zunächst alles beim Alten. Es gibt vier Gigabyte RAM ab Werk in allen Modellen. Maximal sind 16 Gigabyte möglich. Das 21,5-Zoll-Einstiegsmodell kommt mit einer 500-Gigabyte-Festplatte, alle anderen sind mit einem Terabyte ausgestattet. Auch das ist nichts Neues.

Zwei Festplatten möglich

Interessant wird es aber bei den BTO-Optionen. Apple bietet beim 27-Zoll-iMac eine 256 Gigabyte fassende SSD-Platte an. Diese kann man auch zusätzlich zur magnetischen Platte bekommen. Der iMac hat also Platz für zwei interne Festplatten - eine im 3,5-Zoll- und eine weiter im 2,5-Zoll-Formfaktor. Das ist neu. Bei einer solchen Konfiguration kommt das Betriebsystem vorinstalliert auf der SSD-Platte. Das soll die Bootzeit verkürzen und den Start von Programmen beschleunigen. Umfangreiche Daten, wie beispielsweise die iTunes- und iPhoto-Bibliothek kann der Benutzer auf der großen magnetischen Festplatte ablegen.

Im Test zeigt sich, dass die SSD-Platte deutliche Auswirkungen hat. Die "gefühlte" Geschwindigkeit steigt drastisch an. Der iMac bootet in etwa 15 Sekunden. Programme, Fenster und Dialoge erscheinen in Sekundenbruchteilen. Spürbare Ladezeiten gibt es kaum noch. Das wirkt sich auch auf die gemessene Leistung aus. Das neue Top-Modell zieht spielend an dem Core-i5-Vorgänger vorbei.

Die neuen Prozessoren

Deutliche Änderungen gibt es bei den Innereien. Intels Core-2-Duo-Prozessor hat nun endgültig ausgedient. Stattdessen kommen alle Modelle mit einem Core-i3, i5 oder i7-Chip. Bei allen Chips verwendet Intel Hyperthreading (siehe Kasten). Aus den zwei, beziehungsweise vier physikalischen Rechenkernen werden somit vier, respektive acht logische. Das macht sich durchaus bemerkbar, vor allem in Anwendungen, die viel Rechenleistung benötigen und auf mehrere Rechenkerne optimiert sind. Im Test beeindruckt der Einsteiger-iMac trotz identischer Taktfrequenz zum Vorgänger (3,06 Gigahertz) mit bis zu 30 Prozent mehr Rechenleistung, das ist beachtlich.

Eine weitere Intel-Technologie, Turbo-Boost (siehe Kasten) kommt in den iMacs nur bei den Core-i5- und i7-CPUs zum Einsatz. Turbo-Boost bringt zwar bei einigen Anwendungen einen spürbaren Leistungszuwachs, zeigt aber beim Einsatz von Echtzeitanwendungen, wie zum Beispiel Audio-Effekt-Plugins Schwächen. Unter bestimmten Umständen kann das Umschalten der Taktfrequenz die Leistung von Audio-Software beeinträchtigen. Wir hatten das Phänomen schon im Turbo-Boost und Hyperthreading Mit den aktuellen Intel-Chips gelangen zwei Technologien in die iMacs, die der Chip-Riese schon 2008 für Desktop-Rechner eingeführt hatte. Turbo-Boostübertaktet gezielt einzelne Kerne in der CPU, wenn andere Kerne nicht benötigt werden. Die Taktfrequenz ist dabei nicht mehr länger eine feste Größe. So spricht man am besten von einer Grundtaktfrequenz. Mit diesen Taktraten arbeiten die Prozessoren nur dann, wenn die Turbo-Technologie deaktiviert ist. Ist sie eingeschaltet, schaltet der Chip - je nach Anwendung - einen oder mehrere Gänge hoch. Der iMac mit 3,6-Gigahertz-Core-i5-CPU erreicht unter Last eines einzelnen Kerns bis zu 3,86 Gigahertz. Hyperthreading ist eigentlich ein alter Bekannter. Die Technologie stammt noch aus alten Pentium-Tagen. Hyperthreading gaukelt dem Betriebssystem doppelt so viele CPU-Kerne vor, wie sie physikalisch vorhanden sind. Dabei werden die tatsächlich vorhandenen Kerne besser ausgelastet, was insgesamt zu einer Geschwindigkeitssteigerung führt. Alle aktuellen iMacs arbeiten mit Hyperhreading. Test der Macbook Pro Modelle beobachtet. Beim Core-i3 der neuen iMacs tritt es jedoch nicht auf, da dieser nicht mit der Turbo-Boost-Funktion ausgestattet ist.

Grafikchip

Obwohl die Core i3-CPUs mit einem integrierten Grafikchip kommen, benutzt Apple diesen nicht. Der Mac-Hersteller erklärt uns auf Nachfrage, dass man auf eine umschaltbare Grafik beim iMac bewusst verzichtet hat. Einerseits müsse man bei einem Desktop-Rechner nicht so auf den Stromverbrauch achten wie bei mobilen Macs, andererseits bringe es kaum eine spürbare Ersparnis, wenn der iMac hin und wieder auf den Internen Chip umschalten würde. So setzt Apple bereits beim Einstiegsmodell einen diskreten Grafikchip von ATI ein, der den Nvidia-Prozessor des Vorgängers deutlich in den Schatten stellt.

Der Radeon HD 4670 im 21,5-Zoll-iMac liefert im Test bei 3D-Spielen und in Core-Image-Anwendungen eine bis zu dreimal höhere Leistung im Vergleich zum Vorgänger. Im 27-Zoll-Modell kommt ein ATI Radeon HD 5670 zum Einsatz. Trotz der deutlich höheren Modellnummer liefert diese Grafikchip kaum ein Mehr an Leistung gegenüber dem ATI Radeon HD 4670 im 21,5-Zoll-iMac. Das 27-Zoll-Top-Modell ist mit einem ATI Radeon HD 5750 ausgerüstet. Hier stellen wir erheblich mehr Leistung fest. Der Chip liefert Rekordwerte in allen Bereichen.

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