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Top Gun auf dem iPhone

07.05.2009 | 14:55 Uhr |

Die Story des Achtzigerjahre-Films "Top Gun" ist jetzt auch als Spiel für das iPhone erschienen. Das günstige Spiel verspricht Luftkämpfe und Heldenstory, schwächelt aber in den Details.

Top Gun Teaser
Vergrößern Top Gun Teaser

Ein Film wie Top Gun spaltet Filmliebhaber. Für die einen ist es Actionkino mit Emotionen und rockiger Musik, für andere pathetische Militär-Werbung. Das Spiel Top Gun ist sehr nah am Film. Neben dem Namen passen auch Story und Soundtrack zum Film. Hier sind als "Maverick" und "Iceman" wieder versammelt, um es den "Commies" zu zeigen. Die beiden treten hier als Ausbilder auf, während der Spieler in der Rolle eines jungen, heißblütigen Anwärters in der "Top Gun" genannten Eliteschule der Navy ist.

Die Handlung steckt immer noch im kalten Krieg, hier gilt es vor allem, "Boris", "Ivan" und "Stalin", wie die damaligen russischen Gegner hier genannt werden, vom Himmel zu schießen. Das Duell lautet meist "Mig gegen F-22". Dies ist die einzige Anlehnung an die Moderne: Im Film flog Tom Cruise noch eine F-14. Das Spiel Top Gun stammt von Paramount Pictures, dem Filmverleih, der auch den Film auf dem Markt gebracht hat. Kein Wunder, dass auch Harold Faltermeyers preisgekrönte Titelmusik hier nicht fehlt.

Man muss den Film tatsächlich mögen, um Spaß daran zu haben, zu dem Lied "Danger Zone" auf "Commie"-Jagd zu gehen. Die im Comicstil gehaltenen Einsatzbesprechungen erfordern ebenfalls viel Sympathie für die Story. Großmäulige anti-russischen Ansagen wirken rund 20 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges reichlich antiquiert.

Jagd auf "Ivan"

Das Spiel selbst ist ordentlich umgesetzt. Die Grafik ist gut, auf einem iPhone der ersten Generation ruckelt es allerdings öfters. Der Spieler sieht sein Flugzeug in der Heckansicht und lenkt es per Neigung und Rotation des iPhones. Anders als man annehmen könnte, kann man hier allerdings die Flugrichtung nicht selbst bestimmen, der Flugkurs ist fest vorgegeben. Stattdessen beeinflusst man lediglich die Position des Flugzeugs auf dem Bildschirm. Dies ist wichtig, um feindlichem Beschuss oder gelegentlichen Hindernissen auszuweichen und um auf Gegner zu zielen.

"Danger Zones" sollte man tunlichst ausweichen.
Vergrößern "Danger Zones" sollte man tunlichst ausweichen.

Der Bildschirm ist in neun so genannte "Danger Zones" eingeteilt (ja, so wie das Lied…). Droht in einem oder mehreren von ihnen Gefahr, beispielsweise durch eine feindliche Rakete, wird dies durch "Danger Zone"-Warnhinweise angekündigt. Der Spieler sollte sich nun schnell auf eine andere Ecke des Bildschirms bewegen. Ansonsten ist das Level nach einigen Treffern vorbei, die Mission gescheitert. Um eine echte Flugsimulation handelt es sich daher nicht, eher um ein Geschicklichkeitsspiel im Top-Gun-Look. Negativ fällt auch gelegentlich die falsche Kalibrierung auf. Bei jedem Levelstart kalibriert das Spiel die Steuerung auf die aktuelle Position. Deshalb muss man leider oft noch einmal neu kalibrieren.

Für Fans

Die Ansprachen sind voll von Anspielungen auf den Kalten Krieg.
Vergrößern Die Ansprachen sind voll von Anspielungen auf den Kalten Krieg.

Top Gun ist kein schlechtes Spiel, bietet oft genug spannende Flugaction. Die Mischung aus reinem Geschicklichkeitsspiel und Top-Gun-Story macht es für Flugzeug- oder Simulationsfans allerdings ungeeignet. Wer jedoch Spaß an der pathetischen Achtzigerjahre-Story hat, wird auch mit dem Spiel gut bedient sein. Zumal der Preis dabei fair ist.

Link: iPhone-Apps im Test

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