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Test Spracherkennung: Macspeech Scribe 1.1

03.12.2010 | 18:10 Uhr

Texte in ein Diktiergerät einzugeben ist das eine, sie auch als geschriebenes Wort auf den Monitor zu bekommen etwas ganz anderes. Wer fürs Eintippen nicht auf die klassische Sekretärin zurückgreifen kann oder will, erhält mit Scribe ein Tool, das über eine gute Spracherkennung verfügt.

Bei der Installation des Programms ist rasch fertig, wer bereits Dictate von Macspeech auf seiner Festplatte hat: die beiden nutzen dieselbe Sprachengine von Dragon, so dass eine Übertragung von der beiliegenden Daten-DVD in diesem Fall nicht nötig ist. Scribe bietet ebenso wie Dictate eine optionale Analyse bereits vorhandener Dokumente des Nutzers. Die so einmal erkannten Vokabeln setzt es dann deutlich besser vom Diktat in Text um. Unbedingt erforderlich ist eine erste, mindestens zweiminütige Probesprachdatei des jeweiligen Nutzers. Diese analysiert Scribe mit Hilfe des Sprechers. Während die erste Erkennungsrate in unserem Test geradezu erschreckend schlecht ist, verbessert sie sich nach dieser Stimmprobe drastisch.

Nach dem Import der Audiodatei zeigt Scribe den transkribierten Text an. Ein Seitenfenster fungiert als Erkennungsleiste, dort lassen sich komfortabel Alternativen anklicken oder auch direkt Korrekturen falsch erkannter Wörter eingeben. Ist man unsicher, was man an dieser Stelle eigentlich gesagt hat, kann man sich den entsprechenden Abschnitt als Tonwiedergabe vorspielen lassen. Auf diese Weise hat man jederzeit leichten Zugriff auf die Tonvorlage. Mit der Zeit verbessert sich die Erkennungsquote tatsächlich beachtlich, ist aber auch abhängig vom Diktiermedium, von der eigenen Stimm-Klarheit beim Diktieren und nicht zuletzt von der Qualität der Soundaufnahme selbst: Je höher zum Beispiel die Samplingrate, desto exakter in der Regel auch die Transkription. Scribe erfordert mindestens eine Abtastrate von 11,025 kHz, diese liegt aber an der untersten Grenze. Diktiert man etwa mit dem iPhone, so bietet die Apple-App für Sprachmemos von vornherein 40,100 kHz. Kommerzielle Diktier-Apps wie Ultima VR bieten den Vorteil, dass man die Sounddateien direkt und drahtlos auf den Mac laden kann. Besser ist es in jedem Fall, ein externes Mikro oder ein kompatibles Diktiergerät zu benutzen. Als gravierenden Nachteil von Scribe empfinden wir die Tatsache, dass das Programm nicht mit iTunes zusammenarbeitet. Die gewünschten Diktate muss man umständlich im Finder suchen. Außerdem versteht sich Scribe nicht auf MP3-Dateien, sondern greift auf Formate wie AIFF, WAV und andere zurück.

Empfehlung

Scribe ist ein praktisches und lernfähiges Transkriptionsprogramm. Wünschenswert wäre vor allem eine Unterstützung von iTunes.

Scribe bietet eine gute Anleitung, einfache Bedienung und ordentliche Erkennungsrate
Vergrößern Scribe bietet eine gute Anleitung, einfache Bedienung und ordentliche Erkennungsrate
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