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Test: Elgato Thunderbolt Dock

24.04.2014 | 16:39 Uhr |

Thunderbolt liefert genug Bandbreite, um viele Geräte gleichzeitig zu versorgen. Da bietet sich ein Dock an, das einige nützliche Schnittstellen in sich vereint. Mit dem Elgato Thunderbolt Dock ist genau so ein Gerät im Handel.

Elgato ist nicht der erste Hersteller eines solchen Docks (wir hatten bereits das Matrox DS 1 im Test), doch die Münchner Firma wollte einiges anders, vor allem besser machen. Elgatos Dock bietet 1x HDMI, 3x USB 3.0, 1x Gigabit Ethernet und einen Kopfhörer-Ausgang, sowie einen Mikrofon-Eingang. Anders als beim Matrox-Dock schleift das Elgato-Gerät den Thunderbolt-Port durch und das ist ein entscheidender Vorteil. Viele Macs haben nur eine einzigen Thunderbolt-Port (z.B. Macbook Air oder Mac Mini), da ist es wesentlich praktischer, wenn man mehr als ein Gerät an den Thunderbolt-Port anschließen oder die Thunderbolt-Kette hinter dem Dock weiterführen kann. Meist wird man hier Massenpeicher verwenden und für diesen Fall hat sich Elgato noch ein cleveres Detail ausgedacht. WiIl man den Mac vom Dock trennen ohne ihn runterzufahren (beispielsweise bei einem Macbook Air), müsste man zunächst von Hand alle über das Dock angeschlossenen Massenspeicher (Thunderbolt oder USB) abmelden. Doch wer weiß schon, welche Volumes das genau sind? Hierzu stellt Elgato ein Tool zur Verfügung, das sich mit einem Icon in der Menüleiste anmeldet. Mit einem einzigen Klick kann man sämtliche Laufwerke vom System abmelden, die am Dock angeschlossen sind.

Alle drei USB-Ports (einer davon befindet sich auf der Vorderseite) sind bootbar und arbeiten mit voller USB-3-Geschwindigkeit. Wir messen im Test mit einer externen SSD-Platte deutlich über 300 MB/s. Die USB-Ports sind zudem in der Lage, höhere Stromstärken zu liefern, als normalerweise bei USB üblich. Damit kann man beispielsweise ein iPad aufladen. Das funktioniert allerdings erst, nachdem man eine Systemerweiterung auf dem Mac installiert hat . Nur dann schaltet das Dock die hohe Stromstärke ein. Der Grund sind Restriktionen, die Apple und Intel für die Thunderbolt-Ports eingeführt haben. Hält sich ein Hersteller nicht an diese Vorgaben, bekommt das Produkt keine Zulassung. Diese Einschränkungen sind auch der Grund, warum das Dock nicht als Ladegerät für ein iPad funktionieren darf, wenn kein Mac angeschlossen und eingeschaltet ist. Ein externes Superdrive von Apple funktioniert auch erst nach der Installation der Elgato Systemerweiterung. Ein externes Laufwerksgehäsue von Hartwrk leider nicht mal dann.

Praktisch: Ein kleines Tool in der Menüleiste meldet mit einem Klick alle externen Volumes ordnungsgemäß vom System ab, bevor man den Mac vom Dock trennt.
Vergrößern Praktisch: Ein kleines Tool in der Menüleiste meldet mit einem Klick alle externen Volumes ordnungsgemäß vom System ab, bevor man den Mac vom Dock trennt.

Der Audioein- und Ausgang meldet sich als USB-Audio-Device im System, sprich in den Audio-Einstellungen an. Eine weitere Systemerweiterung von Elgato benennt die Audio-Ports um in "Elgato Thunderbolt Dock Audio". Auch das ist ein nettes Detail, das sich in der Praxis positiv bemerkbar macht, zum Beispiel, wenn man mehr als ein USB-Audio-Interface benutzt. So ist immer klar, um welches Interface es gerade geht, wenn man Einstellungen vornimmt.

Praxistest

In der Praxis gibt es bis auf den Aussetzer des Hartwrk-Gehäuses keine Probleme mit dem Dock. Die Datenraten sind sehr gut, auch der Gigabit-Ethernetanschluss arbeitet mit voller Geschwindigkeit, wir messen etwas mehr als 100 MB/s. Der HDMI-Port arbeitet laut Hersteller nach den Spezifikationen der HDMI-Version 1.4, kann also Monitore mit bis zu 2560 mal 1600 Pixel (HDCP-fähig) ansteuern. Angeschlossene Thunderbolt- oder USB-Geräte arbeiten im Test stets flüssig. Der Stromverbrauch liegt im Betrieb ohne angeschlossene Geräte bei 5,3 Watt. Im Ruhezustand, also bei ausgeschaltetem oder abgeklemmten Mac messen wir noch 0,4 Watt. Ein akzeptabler Wert. Wir würden uns allerdings ein internes Netzteil wünschen, das würde den Kabelsalat unter dem Schreibtisch deutlich reduzieren. Außerdem vermissen wir eine Betriebsanzeige. Eine kleine LED wäre schon hübsch gewesen, und sei es nur, um zu erkennen, dass das Gerät arbeitet.

Empfehlung

Funktional bietet das Thunderbolt Dock von Elgato viele praktische Anschlüsse, die Besitzer eines Macbook Air oder Mac Mini sicher schnell zu schätzen wissen. Richtig punkten kann das Dock jedoch bei den durchdachten Details, angefangen beim durchgeschleiften Tunderbolt-Port bis hin zu den cleveren Systemerweiterungen zum Abmelden aller externer Laufwerke oder zum Umbenennen des Audio-Ports. Der Preis von 230 Euro erscheint zunächst happig, bedenkt man jedoch wieviele Anschlüsse man auf einen Schlag erhält sind die Kosten verschmerzbar. Das Konkurrenzgerät von Matrox ist zwar inzwischen geringfügig billiger , bietet aber auch weniger Leistung und Komfort.

Elgato Thunderbolt Dock

Hersteller: Elgato

Preis: € 230, CHF 281

Note: 1,4 sehr gut

Leistung (40%): 1,1

Ausstattung (30%): 1,8

Handhabung (20%): 1,3

Ergonomie/Verbrauch (10%): 1,4

Vorzüge: Schickes Design, stabiles Gehäuse, hohe USB-Datenraten, USB-Ports bootbar, clevere Software im Lieferumfang

Nachteile: kein internes Netzteil, keine Betriebsanzeige (LED), hoher Preis

Alternativen: Matrox DS 1

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