1974226

Unread - die angenehm andere RSS-App

28.07.2014 | 12:52 Uhr |

Reduziert auf das Wesentliche – wenn dieser Slogan auf eine App passt, dann auf den RSS-Reader Unread, mit seiner simplen, eleganten Gestaltung.

Als Google vor längerem ankündigte, seinen RSS-Reader einzustellen, sagten viele dem puristischen Schlagzeilendienst keine große Zukunft mehr voraus, denn Google bot nicht nur die passende Software, sondern sammelte auch Infos über abonnierte RSS-Feeds und ermöglichte so die Nutzung quer über Rechner, Smartphones und andere Geräte hinweg. Die fast immer nur auf Text basierenden, auf kurze Zusammenfassungen reduzierten Nachrichten passen scheinbar nicht in die Welt des durchgestalteten, modernen Internets und wirken ein wenig wie aus der Zeit gefallen.

Doch für den Abgesang auf RSS ist es deutlich zu früh, denn nach Googles Ausstieg haben andere Anbieter Serverdienste bereitgestellt, kaum eine Website hat das Veröffentlichen von RSS-Feeds aufgegeben, und die meisten Nutzer sind einfach dabei geblieben. Auch die Auswahl an RSS-Apps ist nach wie vor groß und reicht von mit Features vollgestopften Apps bis hin zu Apps wie Flipboard, die Feeds im Stil eines Magazins präsentieren.

Unread präsentiert neben der Liste eine schnörkellose Artikeldarstellung.
Vergrößern Unread präsentiert neben der Liste eine schnörkellose Artikeldarstellung.

Nur Unread fällt dabei irgendwie durchs Raster: Weder protzt diese App mit enormer Feature-Fülle und vielen Knöpfen noch mit einem aufwendig ausgeschmückten Layout. Unread ist elegant und zurückhaltend, bietet nur die Features, die man braucht, und überlässt den Nachrichten selbst das Feld.

Account benötigt

Wie bei RSS üblich benötigt man einen Account bei einem Dienst, der sich merkt, welche Feeds man abonniert und schon gelesen hat. Unread akzeptiert Accounts bei Feedwrangler, Feedbin, Feedly, Fever und Newsblur. hat man sich erfolgreich eingetragen, lädt die App sofort die Headlines der Feeds und eingebettete Bilder. Wie gewohnt präsentiert Unread alle Artikel, sortiert nach Kategorien und nach Abos gegliedert. So findet man schnell die Bereiche, die einen gerade interessieren. Um spätere Updates muss man sich nor- malerweise nicht kümmern, denn Unread lädt diese in der Regel automatisch.

Ungestört lesen

Die Liste der Artikel ist dabei jeweils sehr angenehm gestaltet. Unread nutzt einen eigenen, eleganten Zeichensatz und zeigt Bilder zu den Artikeln nur dann, wenn man dies in den Voreinstellungen bestimmt hat. Gesteuert wird die App ausschließlich über Gesten, Knöpfe aller Art wird man auf den Übersichtsseiten vergeblich suchen. Ein Tipp auf einen Artikel öffnet die erweiterte Übersicht, ein Klick darauf wiederum öffnet den Artikel im integrierten Browser in der Originalversion. Ein Wischer nach rechts kehrt zur letzten ebene zurück, ein Wischer nach links öffnet einen Schirm mit Optionen. Ist man in der Artikelansicht, besteht hier die Möglichkeit, den Artikel zu speichern, im Web anzusehen, als ungelesen zu markieren oder ihn über alle möglichen Wege von Twitter oder Mail bis Airdrop mit anderen zu teilen.

Eine Wischgeste öffnet die Optionspalette zu Artikeln, darunter die Möglichkeit, den Artikel über diverse Dienste weiterzureichen.
Vergrößern Eine Wischgeste öffnet die Optionspalette zu Artikeln, darunter die Möglichkeit, den Artikel über diverse Dienste weiterzureichen.

Zu simpel geraten?

Lang ist die Featureliste von Unread nicht, aber das muss sie beim Thema RSS natürlich auch nicht sein. Manche Features, die in anderen Readern den Blick aufs Wesentliche verstellen, vermisst man aber dennoch. Beispielsweise gibt es innerhalb von Unread keine Möglichkeit, nach neuen Feeds zu suchen oder sie zu abonnieren. Das muss man folglich über andere Apps oder mit einem Browser machen, was umständlich ist. Hat man sich allerdings erst einmal seine Feeds eingerichtet, lassen sie sich in Unread entspannter lesen als in jedem anderen RSS-Reader. eine wohltuende Art und Weise, sich sehr schnell und ohne Ablenkung über Neuigkeiten auf Stand zu halten.

Unread

Hersteller: Nice Boy LLC

Vorzüge: Elegante Präsentation, sehr einfache Bedienung

Nachteile: Keine neuen Abos möglich, recht hoher Preis

Preis € 4,49

Note: 1,7 gut

0 Kommentare zu diesem Artikel
1974226