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Uplink

23.06.2003 | 18:24 Uhr |

Neo macht es in der Matrix, Kevin Mitnick machte es in fremden Datenbanken, Matthew Broderick tat es in John Badhams "Wargames" - Hacken, was das Zeug hält. Falls Sie mal Lust haben, diesen prominenten Recken nachzueifern, dann sind Sie reif für Uplink.

Wie wird das Internet wohl im Jahre 2010 aussehen? Eine gute Frage, aber wahrscheinlich würde die fachliche Antwort darauf ziemlich nüchtern ausfallen. Mehr Server, mehr IP-Adressen, mehr Inhalt - und die Menschheit ist von diesem Informationsmedium noch abhängiger, als sie es jetzt schon ist. Mit dieser Vision spielt Ambrosias neueste Kreation "Uplink". Im besagten Jahr verdienen Sie Ihr Geld als Agent der Uplink Corporation, die mehr oder weniger professionelle Hacker an zahlende Kundschaft vermittelt. Als Basis Ihrer Operationen in fremden Server-Gefilden dient ein kraftvolles Gateway, eine mit moderner Hardware vollgestopfte Maschine, die in den heiligen Hallen von Uplink steht. Über dieses Gateway ziehen Sie im Auftrag des schnöden Mammon ins digitale Schlachtfeld.

Nachdem Sie über ein Missions-Forum an einen Auftrag gelangt sind, markiert die Gateway-Software automatisch den Zielserver auf einer Weltkarte. Für gewöhnlich müssen Sie bestimmte Dateien löschen, kopieren oder auch zerstören. Alle Details zur Mission trudeln per E-Mail bei Ihnen ein, damit Sie die Informationen im Zweifel immer parat haben. Schließlich machen Sie sich mit professioneller Hacker-Software daran, einen Weg in das Ziel zu finden. Wer gerne durch das Haupttor kommt, bemüht einen "Passwort Breaker", um den Schlüssel des Administrators zu ermitteln. Einmal im System sucht der Uplink-Agent seine Zieldatei, kopiert sie je nach Mission auf sein Gateway und beendet die Verbindung. Dann noch schnell die angeforderten Infos per E-Mail an den Auftraggeber verschickt, und wenige Sekunden später landet das vereinbarte Honorar auf dem virtuellen Konto.

Zeit ist der Feind

Soviel zum typischen Ablauf einer Mission im Uplink-Universum. Ganz so einfach ist es aber nicht: Sobald Sie in einem fremden System herumschnüffeln, arbeitet die Zeit gnadenlos gegen Sie. Manchmal erkennen Server einen Hacking-Versuch schon in den Anfängen und setzen den Eindringling im hohen Bogen vor die Tür. Ist aber erst einmal ein Hack geglückt, startet die Gegenseite nicht selten eine Verfolgungsroutine. Wie schnell diese Routine das Gateway des Uplink-Agenten identifizieren kann hängt von den Fähigkeiten des Hackers selbst ab. Zunächst ist es äußerst unklug, einen Server vom Gateway aus direkt anzuwählen - die zu verfolgende Strecke ist geradezu lächerlich kurz. Besser, Sie springen über möglichst viele Systeme zum Ziel; dann brauchen die Administratoren auf der anderen Seite schon eine ganze Ecke länger, bis Sie Ihnen auf die Schliche kommen. Wie dicht Ihnen das Gegensystem auf den Fersen ist, teilt Ihnen eine Software, der "Trace Tracker", mit. Ist die Situation einmal definitiv zu brenzlig, hilft nur noch der beherzte Druck auf den "Disconnect"-Button. Erwischt Sie das Zielpersonal sozusagen "in flagranti" hagelt es gleich mehrere E-Mails: Während das Opfer mit Bestrafungen und Polizei droht, nörgelt der Auftraggeber ob der fehlgeschlagenen Mission herum. Im schlimmsten Fall müssen Sie eine Strafgebühr zahlen und bekommen einen negativen Eintrag in die Personalakte. Letzteres kann sich in der Welt von Uplink schnell herumsprechen - lukrative Aufträge sind dann erst einmal schwer zu bekommen, da Sie leider als unzuverlässiger Dienstleister gelten.

Im Laufe des Spiels investieren Sie verdiente Credits in neue Hacker-Software, bessere Gateway-Hardware oder kaufen sich gleich ein komplett neues System. Spätere Missionen sind ohne die zahlreichen Verbesserungen gar nicht zu schaffen, denn die Vorsichtsmaßnahmen der anzugreifenden Server steigen stetig. Irgendwann ist es sogar soweit, dass Sie Überwachungskameras am eigenen Gateway installieren - sollte mal ein gut bezahlter Profi-Job daneben gehen, könnte nämlich die Polizei zur spontanen Beschlagnahmung im Uplink-Hauptquartier auftauchen. Bevor die Gesetzeshüter auch nur ein Kabel an Ihrem Gateway ziehen können, dürfen Sie - ein entsprechendes Modell vorausgesetzt - vorher die Selbstzerstörung aktivieren. Dann fangen Sie zwar wieder mit einem Einsteiger-Gateway an, aber Ihre Uplink-Personalakte bleibt weiterhin bestehen. Ansonsten ist das Spiel einfach aus.

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