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Adobe Audition für Mac

19.11.2010 | 12:47 Uhr |

Adobe hat die erste Beta des professionellen Audioeditors Audition vorgestellt. Das Urgestein in Sachen Tonbearbeitung macht auch auf dem Mac eine gute Figur, allerdings noch mit Einschränkungen.

Adobe Audition Beta
Vergrößern Adobe Audition Beta

Für all jene, die mit Tonbearbeitung zu tun haben und dabei auf den Mac setzen, dürfte dieses Jahr das reinste Freudenfest sein. Nicht nur hat Steinberg vor wenigen Wochen den professionellen Audio-Editor Wavelab erstmals auf den Mac gebracht, auch Adobe zieht nach. In der ersten Hälfte 2010 kündigte das Unternehmen an, Audition auf Apples Betriebssystem zu bringen. Nun ist es soweit, die erste - öffentliche und kostenlos nutzbare - Beta-Version ist da. Wir haben uns das Profi-Ton-Tool geschnappt und wollen sehen, wie Adobe die Umsetzung vom PC auf den Mac realisiert hat.

Schon der erste Blick auf Audition gefällt und verspricht einen vergnüglichen Test. Denn die Benutzeroberfläche des Audio-Editors sieht aus, wie wir es erwartet haben: Im Großen und Ganzen nämlich noch noch fast genau so wie der Urahn "Cool Edit". Lediglich die Tastenkombinationen unterscheiden sich ein wenig. Wem das nicht passt, der wechselt die Belegungen in den Grundeinstellungen.

Unter der Haube

Nach den Oberflächlichkeiten gehen wir nun ein wenig in die Tiefe. Adobe verspricht auf seiner Website, Audition habe einen völlig neuen Unterbau bekommen. Das ist in so fern klar, als dass der Wechsel von Windows auf den Mac kaum mit der gleichen Codebasis möglich sein kann. Die Entwickler haben sich jedoch große Mühe gegeben und so läuft das Programm auf unserem Test-Mac-Pro so geschmeidig, als hätte es Audition schon immer für die Apple-Plattform gegeben.

Der gute Eindruck ändert sich aber, als wir ein gutes Dutzend Spuren belegen und ein paar Effekte hinzufügen, die in Echtzeit auf die Spuren gerechnet werden sollen. Dann erscheint im Meldungsfenster der Hinweis "Detected Dropped Samples". Das heißt: Audition kann nicht mehr alle Spuren abspielen. Deaktiviert man nach und nach ein paar Effekte, wird aus Stille wieder Ton.

Ernüchterung bringt ein Blick in die Aktivitätsanzeige: Audition läuft noch im 32-Bit-Modus. Das bedeutet unter anderem, das Programm kann nicht mehr als vier Gigabyte Arbeitsspeicher adressieren. Bei richtig großen Projekten kann es knapp werden. Viel schlimmer wiegt jedoch: Audition nutzt die Möglichkeiten aktueller Mehr-Kern-Macs - trotz anders lautender Ankündigung auf der Website - nur unzureichend. Das Programm rechnet zumeist nur auf zwei der zur Verfügung stehenden Kerne. Auch bei mehreren gleichzeitig genutzten Plugins und Spuren werden nicht mehr Kerne angesprochen. Das ist schade und alles andere als Stand der Technik.

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