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VPN: Norton Wi-Fi-Privacy fürs iPhone und iPad

17.08.2016 | 14:41 Uhr |

MIt VPN ohne Einschränkungen und sicher surfen: Ist Norton WiFi-Privacy besser als das kostenlose OperaVPN?

VPN-Apps gibt es aktuell im App Store wie Sand am Meer. Dies hat zwei Gründe: Man kann mit einem VPN-Service seine Internetverbindung zuverlässig absichern, aber auch Geo-Sperren wie die GEMA-Sperre bei Youtube umgehen. Symantec bietet jetzt mit der iOS-App Norton Privacy einen eigenen VPN-Dienst – für 30 Euro im Jahr. Kostenlose Dienste wie Opera VPN sind die große Ausnahme, kostet die Nutzung der Server die Anbieter doch hohe Gebühren. Wie unser Test zeigt, sind die Unterschiede zwischen den beiden Diensten aber nicht auf den ersten Blick zu entdecken.

Warum VPN?

So gut wie jeder Hersteller von Sicherheitssoftware ist mittlerweile auf diesen Software-Trend aufmerksam geworden, VPN-Dienste sind schließlich eine gute Ergänzung zu einem Virenscanner und die Server schnell gemietet. Surft man mit iPad und iPhone in einem Internet-Café, muss man sich dank VPN-Absicherung keine Gedanken um Hacker und Datenspione machen. Da der Dienst Webanfragen über einen anonymisierte und geschützten VPN-Server umleitet, ist das „Abhören“ der Verbindung nicht möglich.

Die Bedienung der App ist einfach, über einen Button schaltet man VPN ein oder aus.
Vergrößern Die Bedienung der App ist einfach, über einen Button schaltet man VPN ein oder aus.

VPN-Dienste sind aber nicht nur für die Absicherung von Datenverbindungen beliebt. Sie eignen sich gut um die Geo-Sperren von TV-Anbietern umgehen kann, etwa um in Deutschland gesperrte Youtube-Videos, Champions-League-Spiele oder aktuelle Top-Gear-Folgen zu sehen.

Funktionsumfang

Grundlage der VPN-Apps ist die „Umleitung“ des Datenverkehrs über einen entfernten Server – beispielsweise in Frankfurt oder in Washington. Der größte Unterschied ist die Auswahl an Ländern, unter denen man wählen kann. So bietet Opera gerade einmal fünf Länder, bei Norton kann man unter gleich sechzehn Serverstandorten wählen.

Fast schon Standard bei VPN-Diensten ist das Blocken von Adware und Malware, die Norton-App bietet die Option „Ad-Tracker“. Das Tool unterdrückt aber nur die Spähfunktionen der Werbeanbieter, Anzeigen blockt die App nicht. So kann man etwa mit aktivierter Funktion problemlos die Seite Bild.de oder andere Webseiten mit Adblocker-Sperre aufrufen. Die Bedienung ist einfach und komfortabel, nach der Installation ist  eine Aktivierung des VPN-Dienstes sowohl über die App als auch die Systemeinstellung VPN möglich.

Unter sechzehn Standorten kann der Nutzer wählen.
Vergrößern Unter sechzehn Standorten kann der Nutzer wählen.

Negativ fällt bei Symantecs App allerdings das Abo-Modell auf: Die App bietet zwar einen kostenlosen Probe-Monat an, dieser steht aber erst nach Abschluss eines Ein-Jahres-Abo zur Verfügung. Man muss also zum Ende des Monats kündigen, sonst wird die Jahresgebühr fällig. Bei vielen App-Testern hat dies zu wenig freundlichen Kommentaren geführt. Der Preis ist nicht überhöht, 30 Euro pro Jahr und Gerät sind für einen VPN-Dienst ohne Volumenbegrenzung ein üblicher Preis.

Nicht vergessen sollte man aber, dass Opera VPN sich durch die Auswertung von Nutzerdaten finanziert. So erfasst Operas Dienst wenn auch anonymisiert Webseiten, IP-Adressen und Geräte-Daten – etwa für Marktforschungszwecke. Symantec ist zwar an US-Gesetze gebunden, verspricht aber sorgsamen Umgang mit Kundendaten.

Leistung

Kostenlose Dienste ärgern ihre Nutzer oft durch begrenztes Datenvolumen und lahme Server. Von einem kostenpflichtigen Dienst wie Wifi Privacy kann man dagegen hohe Leistung erwarten. Unsere Messungen mit dem Speedtest der Telekom können dies zumindest bei der Auswahl eines europäischen Servers bestätigen. In der Praxis ist die Leistung allerdings Glückssache, die zufällig ausgewählten Server sind unterschiedlich leistungsfähig. Besonders am Abend scheint die Leistung zusätzlich zu schwanken. Die Downloadleistung unserer VDSL-Verbindung reduziert sich zwar im Schnitt von 32 auf knapp 20 Mbit, das Uploadtempo von 9 Mbit reduziert sich auf etwa 8 Mbit, für die meisten iPhone- und iPad-Aufgaben ist dies aber völlig ausreichend. Gebremst wird man bei einer VPN-Verbindung eher durch die mäßige Latenz, die Reaktionszeit des Servers. Wie bei fast allen VPN-Diensten ist die Performance bei Auswahl eines deutschen VPN-Servers hervorragend, bei entfernen Servern, etwa in den USA sinkt dagegen die Leistung rapide.

Opera VPN ist kostenlos, hat aber einige Nachteile.
Vergrößern Opera VPN ist kostenlos, hat aber einige Nachteile.

Die Nutzung einer US-Webseite kann dadurch merklich verzögert werden. Wir können aber problemlos Streaming-Videos aus den USA ansehen. Von dem kostenlosen Opera VPN kann sich Wifi Privacy bei den Messungen nicht abheben.

Unter der der Beta-Version von iOS 10 scheint das Tool bisher nicht zu funktionieren.

Fazit

Die App Norton Wifi Privacy bietet einen guten Funktionsumfang und einfache Bedienung. Gut ist das Angebot an verfügbaren Servern, bei der Performance kann sich die App aber nicht von Wettbewerbern abheben. Punkten kann die App aber vielleicht mit seinem Markennamen, verspricht doch ein renommierter Hersteller wie Symantec vielleicht mehr Datenschutz als manch anderer VPN-Anbieter.

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