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Vektor-Grafikprogramme

01.03.2008 | 17:03 Uhr |

Freehand-Benutzer mussten sich von jeher gegen Illustrator verteidigen, ähnlich wie Mac-Benutzer ihr System gegen Windows. Es liegt daher nahe, dass viele Freehand-Freunde nicht zu Illustrator wechseln wollen. „Alles, nur nicht Illustrator“ könnte das Motto für diesen Artikel sein

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Vorerst gibt es keinen zwingenden Grund für einen Wechsel. Freehand läuft tadellos unter Rosetta in Leopard und schließlich sind Vektor-Grafikprogramme nicht tempokritisch. Irgendwann jedoch könnten eine neue Systemversion oder neue Funktionsanforderungen im Publishing-Workflow zum Stolperstein werden und spätestens dann stellt sich die Frage nach Alternativen zu Freehand. Wir stellen hier neun höchst unterschiedliche Programme vor, von denen allerdings selbst der Testsieger keinen vollwertigen Ersatz für Freehand darstellt.

Intaglio

Info: Was ist eigentlich...
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Eine wahre Freude ist das Zeichnen mit Intaglio. Das Pfad-Werkzeug verhält sich so wie man es von Freehand gewohnt ist. Das betrifft auch das Mischen von Eck- und Kurvenpunkten, wobei Klick-Ziehen einen Kurvenpunkt erzeugt und nachträgliches Herausziehen von Kurven-anfassern aus Eckpunkten bei gedrückter Wahltaste vonstatten geht. Per Tastatur kann man zwischen den Werkzeugen umschalten. Nur beim Schließen eines Pfades stockt man einen Moment, da es wohl nicht vorgesehen ist, dass man den Endpunkt direkt auf den Anfangspunkt setzt. Entsprechend läuft auch die Füllung schon beim Zeichnen mit, was leider störend ist und nur unterdrückt werden kann, indem man auf die Option „keine Füllung“ klickt, statt eine Farbe zu definieren. Die zuvor verwendete Füllung muss dann nach Zeichnen des Objekts wieder neu eingestellt werden. Ansonsten wiederholt sich jeweils die zuletzt benutzte Füllung bei einem neuen Objekt. Die Verlaufsfunktion ist leicht zu handhaben. Ein separates Werkzeug hilft bei der Ausrichtung des Verlaufs, indem man einfach in der gewünschten Richtung über das Objekt hinweg zieht. Doch leider ist die Ausrichtung danach nicht als editierbarer Ankerpunkt vorhanden. Unangenehm ist auch, dass je nach gewähltem Objekt die entsprechenden Farben nicht in der Verlaufpalette ersichtlich sind. Sie bleibt in der zuletzt definierten Einstellung. Die Farbpalette lässt zwar sogar das Mischen von mehr als zwei Farben zu, doch wenn man einmal weitere Farben definiert, lassen sich diese nicht mehr löschen.

Die Farb- und Verlaufpaletten lassen sich speziell für CMYK-Farben definieren und es ist sogar möglich, vierfarbige PDF- und EPS-Dokumente zu exportieren. Dazu muss aber das Dokument mit der Programmvoreinstellung für den CMYK-Farbraum erstellt worden sein. Auch die einzelnen Farben müssen mit Vorsicht gewählt werden, da vor allem in Zusammenarbeit mit Farben aus der Systempalette die Tendenz besteht, dass Farben in RGB gemischt werden. Intaglios interne Farbmischer und die Farben und Mischer aus der Systempalette leben in diesem Programm nebeneinander und sind nicht aufeinander abgestimmt. Vorbildlich ist aber die Umwandlung importierter EPS- und PDF-Dokumente in editierbare Pfade. Kein anderes der getesteten Programme bringt dabei so perfekte Resultate zustande. Auf unserer Wunschliste steht einzig, dass die Farbe eines umgewandelten und dann aktivierten Objekts in der Farbpalette angezeigt und so in die Farbliste aufgenommen werden kann. Übrigens wird die nächste Programmversion auch auf Deutsch erhältlich sein, wie uns der Hersteller versichert.

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