Von Stephan Wiesend - 06.03.2014, 13:00

Vergleichstest: Internet-Browser

Der beste Browser für Ihren Mac – Safari, Chrome und Firefox im Test

Schnell soll ein Browser sein, jede Internetseite zuverlässig öffnen und Schutz gegen Malware bieten. Diese Grundanforderungen erfüllen Safari, Chrome und Firefox problemlos, in den Bereichen Sicherheit und Tempo stellen wir aber Unterschiede fest.
Unser Testfeld besteht aus den drei meistgenutzten Mac-Browsern, mangels Verbreitung verzichten wir auf Opera sowie auf Spezial-Browser wie Maxthon und Songbird. Die Mehrzahl der Mac-Nutzer verwendet Safari, mit Mavericks hat Apple den Browser weiter verbessert und bietet viele neue Komfortfunktionen. Googles Browser Chrome ist einer der erfolgreichsten Browser der letzten Jahre und hat sich in vielen Ländern gegen den Open-Source-Konkurrenten Firefox und den Internet Explorer behauptet.

Funktionsumfang und Erweiterbarkeit

Optisch haben sich die Browser angeglichen, auch Bedienung und Funktionsumfang sind recht ähnlich. Größter Unterschied ist die Eingabenleiste, so dient jetzt bei Safari und Chrome eine einzige Leiste zur Eingabe von Adressen und Suchanfragen. Ziel aller Browser-Hersteller ist offensichtlich eine möglichst einfache Bedienung. Man will den Browser nicht mit Funktionen überladen, so ist schließlich der mit zahlreichen Zusatzfunktionen wie E-Mail-Client und Torrent-Funktion ausgestattete Konkurrent Opera immer mehr ins Hintertreffen geraten.
Bei Safari verzichtet Apple auf einen integrierten RSS-Reader, bietet dafür aber unter Moutain Lion und Mavericks Unterstützung von Twitter, Facebook, Linkedin und iCloud. Vermisst man eine Spezialfunktion, beispielweise um RSS-Nachrichten im Browser abzurufen, kann man zu einer Browser-Erweiterung greifen. So steht jedem Browser ein reichhaltiges Archiv an Werbeblockern, Video-Downloadern und anderen nützlichen Tools zur Verfügung.
Nach unserer Meinung hat sich aber hier das Interesse der Nutzer und Entwickler auf so genannte Webapps verlagert. Erweiterungen für Chrome und Safari sind eher simple Tools, die auf CSS und Javascript basieren. Webanwendungen laufen dagegen auf einem entfernten Server und können die Funktionalität eines Desktop-Programms bieten, sind vollwertige Spiele oder erstellen eine Einkommensteuererklärung. Vollwertige Office-Suiten oder eine Bildbearbeitung wie Pixlr lassen sich dank Flash-Oberfläche wie ein herkömmliches Programm nutzen.
Alle Browser sind mit diesen Diensten kompatibel, Google Chrome wartet hier jedoch mit einigen Vorteilen auf wie etwa dem Chrome Webstore, einem eigenen Store mit Webanwendungen. In der Praxis macht es allerdings kaum einen Unterschied, ob man die Bildbearbeitung Pixlr als sogenannte Google-App in Chrome speichert oder in Safari ein Lesezeichen zu der Webanwendung sichert.
Was Erweiterungen betrifft, hat zweifellos Firefox das größte und beste Angebot. Diese richten sich oft an Profis, so gibt es über 1200 Erweiterungen für Webentwickler. Mit Fire FTP kann man einen FTP-Client integrieren, bei Webentwicklern ist Firebug fast schon ein Standard.
Ausstattung und Bewertung Safari 6 Firefox 16 Chrome 22
Hersteller Apple Mozilla Google
Testurteil Vorzüge: optimale Integration ins Betriebssystem, gute Performance Synchronisation mit iOS-Version. Nachteile: durchschnittliche Kompatibilität Vorzüge: guter Funktionsumfang, beste Kompatibilität Nachteile: durchschnittliche Performance Vorzüge: schnellster Browser im Test, komfortable Bedienung Nachteile: durchschnittliche Kompatibilität
Gesamtwertung 1,8 2,2 1,9
EINZELWERTUNGEN
Leistung (50%) 1,8 gut 2,4 gut 1,5 gut
Ausstattung (20%) 2,0 gut 2,0 gut 2,5 gut
Handhabung (20%) 1,5 gut 2,0 gut 2,0 gut
Hilfe (10) 1,5 gut 2,0 gut 2,0 gut
TECHNISCHE ANGABEN
Erweiterbarkeit ja ja ja
Phishing-Filter ja ja ja
Rendering Engine Webcore Gecko Chrome
Sprachsteuerung ja ja ja
Sychronisierungsfunktion ja ja ja
Privates/Anonym Surfen ja ja ja
Sandbox-Funktion ja nein ja
Systemanforderungen Mac-OS X 10.7 Mac-OS X 10.5 Mac-OS X 10.6

Cloud-Unterstützung

Apple hat dem Browser Safari einige Zusatzfunktionen spendiert, die tief in das Betriebssystem verankert sind. Vor allem iCloud ist hier entscheidend: Sichert man auf seinem Desktop-Rechner oder iPhone ein Lesezeichen, wird dieses auf allen Rechnern per iCloud abgeglichen. Offene Tabs auf einem anderen Rechner oder iOS-Gerät listet Safari unter OS X 10.8 und 10.9 auf und gleicht die Leseliste ab. Eine sehr praktische Funktion ist die Offline-Speicherfunktion der Leseliste: Speichert man eine Seite in der Leseliste, sichert Apples Webspeicher die komplette Seite und gleicht diese Seiten mit anderen Macs und iOS-Geräten (mit iOS 6 oder iOS 7) ab.
Etwas unfair: Firefox und Chrome können iCloud nicht ohne Weiteres integrieren, da Apple den Programmzugriff auf den App Store beschränkt. Safari zieht außerdem einen Vorteil daraus, dass eine mobile Version des Browsers auf jedem iPhone und iPad vorinstalliert ist. Sichert man auf seinem Macbook ein Lesezeichen, findet man dieses automatisch auf seinem iPhone. Synchronisationsfunktionen bieten zwar auch Chrome und Firefox, Chrome-Nutzer benötigen dazu einen Google-Account, trotzdem hat Safari unter OS X das komfortabelste Angebot.
Einen Browser isoliert zu betrachten, ist wohl nicht mehr zeitgemäß. Mittlerweile zählt das beste Gesamtpaket an Cloud-Diensten, Integration ins Betriebssystem und Unterstützung von Mobilgeräten. Firefox weist hier mangels Mobilversion und Cloud-Diensten Defizite auf, Google hat mit seinen unzähligen Online-Diensten einen Vorsprung.

Performance

Wichtigste Eigenschaft eines Browsers ist seine Geschwindigkeit. Das Tempo eines aktuellen Browsers wird dabei durch zwei Faktoren bestimmt – die Geschwindigkeit, mit der eine Seite aus Text- und Bilddateien zur Webseite zusammengesetzt wird und die Ausführung von Javascript-Befehlen. Ein moderner Browser bietet für diese Aufgaben zwei getrennte Module: Ein HTML-Renderer kümmert sich um das Anzeigen der Webseite und eine spezialisierte Javascript-Engine ist ausschließlich für den Javascript-Code zuständig.
Vor allem Letzteres ist bei modernen Webseiten entscheidend, je schneller diese Javascript-Engine arbeitet, desto schneller lädt ein Browser eine Webseite. So muss ein Browser beim Aufruf eines Webshops oder Zugriff auf eine Webanwendung wie Google Mail äußerst aufwendige Javascript-Befehle durchführen. Um die Performance bei diesen Aufgaben zu messen, haben sich eine Reihe von Online-Tests wie Peacekeeper und Robo Hornet durchgesetzt.
Schlechteste Werte erzielt in diesen Javascript-Tests der Browser Firefox, als schnellster Browser setzt sich Chrome klar durch. Aber auch Safari erreicht gute Ergebnisse, sodass viele Surfer in der Praxis kaum Unterschiede zwischen Chrome oder Safari feststellen würden. Der Titel des schnellsten Browsers geht jedoch eindeutig an Chrome. Jeder der drei Browser unterstützt zudem Hardwarebeschleunigung, um bei aufwendigen Animationen oder Videos die CPU zu entlasten.

Sicherheit

Auf dem Mac ist man vor Viren aus dem Internet immer noch relativ sicher. Bei Malware-Attacken haben sich allerdings immer wieder Browser-Plug-ins von Adobe wie Flash, Adobe Reader und Oracles Java als Schwachstellen herausgestellt. Hacker finden stets aufs Neue Programmierfehler in diesen Plug-ins, die Zugriff auf den Rechner des Surfers ermöglichen. Google nutzt aus diesem Grund ein eigenes Flash-Plug-in, das der Browser automatisch aktualisiert, und einen eigenen PDF-Reader.
Sicherheitsbewusste Safari-Nutzer sollten statt Adobes PDF-Plug-in den ins System integrierten PDF-Reader verwenden. Für alle Browser gibt es Erweiterungen wie Flash Block und Click to Flash, die Flash-Werbung unterdrücken, gleichzeitig aber auch für ein Mehr an Sicherheit sorgen. Bei allen drei Browsern sollte man außerdem Java nur bei Bedarf aktivieren, diese Webtechnologie gilt als unsicher.
Firefox ist etwas ins Hintertreffen geraten, da der Open-Source-Browser viele gute Sicherheitskonzepte aufweist, aber keine sogenannte Sandbox-Technologie bietet. Diese Technologie steht bei Safari und Chrome zur Verfügung und schottet das restliche Betriebssystem gegenüber dem Browser ab. Das gewährleistet einen zusätzlichen Schutz vor Attacken aus dem Internet. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt aus diesem Grund Mac-Anwendern ausdrücklich Chrome oder Safari.
Komplizierter ist der Schutz vor gefährlichen Javascript-Attacken. Vor dieser Angriffsart schützt bei Safari die Erweiterung Java Script Blocker, bei Firefox No Script und bei Chrome Not Scripts. Da die Erweiterungen einiges Vorwissen erfordern, eignen sie sich allerdings nur für erfahrene Anwender. Einen gewissen Schutz gewährleistet aber eine in jeden Browser integrierte Schutzfunktion, die vor bekannten Malware- oder betrügerischen Webseiten warnt. Dabei handelt es sich um eine von Google und anderen Quellen gepflegte Liste mit gefährlichen Webseiten. Beim Thema Sicherheit kann Google Chrome punkten.
Ein weiterer Pluspunkt: Google setzt für das Erkennen einer Chrome-Sicherheitslücke eine Prämie aus, während Apple einigen Berichten zufolge kommunizierte Sicherheitslücken kommentarlos und oft verzögert korrigiert. Die Methode von Google ist zwar kostspielig und führt zu vielen Berichten über aufgefundene Sicherheitslücken, sorgt aber wohl für wenig unbekannte Lücken.
Do-not-Track, eine Art Selbstverpflichtung von Webseitenbetreibern, Benutzer nicht auszuforschen, wird von allen Browsern unterstützt. Man muss diese Option aber manuell aktivieren.

Kompatibilität

Bei einem Test der Kompatibilität mit Webstandards gibt es einige Probleme: Man kann sich streng an Webstandards, etwa des W3C, halten oder man prüft in der Praxis die Kompatibilität mit Webseiten. Da Webstandards schnell veralten, ziehen wir letztere Methode vor. So gibt es mit HTML5-Test einen interessanten Benchmark, der die Kompatibilität mit HTML5-Technologien prüft. Da aber hier keine verbindlichen Standards vorliegen, sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen. 
Wohl nicht zuletzt dank konsumfreudiger iPad- und iPhone-User, die die Mobilversionen von Safari nutzen, haben viele Webseitenbetreiber für Kompatibilität mit Safari gesorgt. Beste Kompatibilität hat nach unserer Erfahrung weiterhin der in Deutschland sehr beliebte Firefox, da viele Webentwickler ihre Seiten und den Dienst mit diesem Browser testen. Das gilt auch für viele Webanwendungen: So müssen die Mitarbeiter der Macwelt für die Nutzung des verlagseigenen Redaktionssystems den Browser Firefox verwenden – Safari ist nicht kompatibel.
Grundsätzlich empfehlen wir, auf jedem Mac eine Version des Browsers Firefox zu installieren, falls Kompatibilitätsprobleme bei Safari auftreten sollten. Aufgrund seiner großen Verbreitung treten bei Chrome ebenfalls nur selten Probleme auf. Tipp für Nutzer von Parellels: In der aktuellen Version kann man aus Safari eine Seite im Internet Explorer für Windows öffnen.

Fazit

Für Mac-Anwender ist Safari der komfortabelste Browser, Google Chrome hat in den Bereichen Sicherheit und Performance seine Stärken. Firefox bietet hervorragende Kompatibilität mit Webseiten und Webanwendungen, außerdem gilt ihm als Open-Source-Produkt unsere Sympathie: Ist doch die Marktmacht von Google und Apple wohl manchem etwas suspekt. Unser Testsieger heißt unter OS X aber Safari - dies vor allem wegen der komfortablen iCloud-Funktionen.
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