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Der beste Browser für Ihren Mac

03.08.2015 | 12:10 Uhr |

Zuverlässig sind Safari, Chrome und Firefox alle, in den Bereichen Sicherheit und Tempo stellen wir aber Unterschiede fest.

Auf dem Mac teilen drei Browser den Markt unter sich auf: Apples Safari, Google Chrome und der Open Source-Browser Firefox.

Leistungsvergleich

Ein Internetbrowser ist wohl das Programm, mit dem ein Anwender die meiste Zeit verbringt oder gar permanent nutzt. Je schneller ein Browser eine Webseite lädt, desto besser. Einfach die Ladezeit einer Webseite zu messen, ist aber heute nur noch wenig aussagekräftig - zu oft hängt bei Webseiten das Ladetempo von den gerade ausgelieferten Bannern und Overlays ab. Bei modernen Webanwendungen geht es außerdem  längst nicht mehr nur um das Laden und Kombinieren von Text und Bilddateien: Für das schnelle Laden einer Webseite ist zusätzlich das Abarbeiten von dutzenden Javascript-Dateien notwendig. Hier setzt jeder Browserhersteller auf eine eigene spezialisierte Javascript-Engine, die auf schnelle Skriptbearbeitung optimiert ist.

Als Standardmessung für das Tempo dieser Kerntechnologie gibt es mehrere Standard-Benchmarks wie Peacekeeper . Im ersten Testlauf schafft Firefox auf einem Macbook Pro von 2011 hier 3767 Punkte, Safari 3574 Punkte und Chrome ist mit 3389 Punkten das Schlusslicht. Anders sieht es bei den übrigen von uns verwendeten Bechmarks aus, die das Ausführen mehrerer Skripte messen - je kürzer desto besser. Das Ausführen des von den Safari-Entwicklern erstellten Sunspider -Benchmarks dauert bei Chrome lange 245 Sekunden, Safari gewinnt mit 218 Sekunden und Firefox landet mit 234 Sekunden im Mittelfeld. Nur 17774 Punkte erzielt Safari dagegen bei Googles Octane -Benchmark, Sieger ist Chrome mit 22343 Punkten vor Firefox mit 21101. Auch das Mozilla-Projekt hat einen Benchmark: kraken 1.1. Hier erzielt wiederum Chrome 1373 Punkte, Safari ist mit 2430 Punkten das Schlusslicht und Firefox mit 1386 Punkten gleichauf mit Chrome. Insgesamt schneidet Safari eher mittelmäßig ab, Chrome und Firefox sind etwas schneller - wenn auch meist nur wenige Prozent.

Benchmark-Ergebnisse der Browser:

Benchmark

Homepage

Safari

Chrome

Firefox

Einheit

Peacekeeper

http://peacekeeper.futuremark.com

3574

3389

3767

Messeinheit sind Punkte, mehr bedeutet besser

Octane

http://octane-benchmark.googlecode.com/svn/latest/index.html

17774

22343

21101

Messeinheit sind Punkte, mehr bedeutet besser

kraken

http://krakenbenchmark.mozilla.org

2430

1373

1386

Messeinheit sind Sekunden: weniger bedeutet besser

Sunspider

https://www.webkit.org/perf/sunspider-1.0.2/sunspider-1.0.2/driver.html

218

245

234

Messeinheit sind Sekunden: weniger bedeutet besser

Zum Thema Performance gehört für Macbook-Besitzer aber auch das Thema Ressourcen-Verbrauch. Hier kann Safari überzeugen. Laut vielen Nutzerberichten und Messungen hält beim Surfen mit Safari der Akku deutlich länger als bei Chrome und Firefox. Für Nutzer eines Desktop-Macs ist dies natürlich kaum von Belang.

Kompatibilität

Für viele Anwender vielleicht wichtiger als ein paar Millisekunden beim Laden einer Seite ist das problemlose Funktionieren im Alltag - nutzt man einen Webshop, sollte das Bestellen problemlos möglich sein. Grundfunktionen unterstützt jeder aktuelle Browser, bei fortgeschrittenen Funktionen oder Webanwendungen wie einem Redaktionssystem sieht es anders aus. Die Bewertung ist allerdings nicht ganz einfach - bei den aktuellen Webtechnologien gibt es keine festen Standards. Webseiten nutzen immer komplexere Funktionen, die man unter dem Schlagwort HTML5 zusammenfasst. Hier gibt es eigentlich keinen festen Webstandard - fortschrittliche Technologien werden im Web schneller umgesetzt, als jedes Komitee arbeiten kann. Ein guter Behelfstest für HTML 5 ist der HTML5test von Niels Leenheer, der zeigt, wo die Stärken und Schwächen eines Browsers liegen. Hier schneidet Chrome besonders gut ab, mit 526 von 555 erzielbaren Punkten schlägt er Firefox mit 467 Punkten deutlich. Enttäuschend schneidet Safari mit 396 Punkten ab. Ein wenig besser schlägt sich die aktuelle iOS-Version von Safari mit 405 Punkten, ebenso die Beta-Version unter El Capitan . Die Bereiche, in denen Safari versagt, sind Input und Peer To Peer - etwa der Zugriff auf Webcam und Gamepad sowie Technologien wie WebRTC, ein Standard für die Kommunikation zwischen Browsern. Offensichtlich geht Apple hier seinen eigenen Weg. Allerdings kann sich Apple darauf verlassen, dass Kompatibilität mit Safari von den meisten Webseitenbetreibern getestet wird - allein wegen der vielen zahlungskräftigen iPhone- und iPad-Besitzer. Ist doch die Mobilversion der neuen iOS-Versionen fast auf dem Stand der Desktop-Version. Hier muss man auch zukünftig auf Plug-ins wie Flash verzichten, zumindest Erweiterungen wie Werbeblocker soll es ja bald auch auf dem iPad geben. Wir nehmen an, dass Apple vor allem darauf Wert legt, dass sich die Mobil- und Desktop-Version von Safari immer mehr annähert.

Funktionsumfang und Bedienkomfort

Nutzt man außer seinem Mac ein iPad oder iPhone ist Safari sehr empfehlenswert – vor allem wegen der guten Sync-Funktionen. Abgleich von Bookmarks und offenen Seiten unterstützen auch Chrome und Firefox. Dank iCloud kann Safari aber außerdem mit dem Schlüsselbund zuverlässig Anmeldedaten abgleichen, die Seiten auf den anderen Geräten anzeigen und Webseiten lokal speichern. Vor allem Firefox hat hier das Nachsehen, gibt es doch immer noch keine iOS-Version von Firefox. Insgesamt macht hier Safari den besten Eindruck, wenn auch Apple eindeutig im Vorteil ist. Nutzt man wiederum ein Android-Gerät, hat man mit Google Chrome einige Vorteile. Firefox kann dagegen traditionell mit einem guten Angebot an Erweiterungen punkten. Google Chrome hat diesbezüglich stark aufgeholt, während es bei Safari mit Erweiterungen eher mager aussieht.

Sicherheit

Google Chrome und Safari haben gegenüber Firefox einen Vorteil: Sie nutzen eine so genannte Sandbox, um das übrige Betriebssystem vor Attacken aus dem Netz zu schützen. Erst kommende Versionen von Firefox erhalten diese neue Funktion. Ein mehr an Sicherheit gewährleisten außerdem integrierte Prüfroutinen, die vor jedem Aufruf eine Webseite Web-Datenbanken mit bekannten Malware-Seiten abfragen. Firefox und Safari prüfen außerdem jeden Download auf Malware - bei Safari kommt hier die Funktion Xprotect zur Verwendung.  Ein weiterer Pluspunkt für Chrome: Google setzt für das Erkennen einer Chrome-Sicherheitslücke eine Prämie aus, während Apple einigen Berichten zufolge kommunizierte Sicherheitslücken kommentarlos und oft verzögert korrigiert. Die Methode von Google ist zwar kostspielig, sorgt aber dafür, dass nur wenige Lücken unerkannt bleiben. Besser schneidet Firefox beim Thema Privatsphäre ab. Chrome überträgt in starkem Umfang Nutzerdaten an die Mutterfirma. Um dies zu verhindern, muss der Nutzer dies erst eigens untersagen. Die Firefox-Entwickler haben außerdem den Ruf, Sicherheitslücken schnell zu schließen.

Ausstattung und Bewertung

Safari 8

Firefox 39

Chrome 43

Hersteller

Apple

Mozilla

Google

Testurteil

Vorzüge: optimale Integration ins Betriebssystem, gute Performance Synchronisation mit iOS-Version. Nachteile: durchschnittliche Kompatibilität

Vorzüge: guter Funktionsumfang, beste Kompatibilität Nachteile: keine iOS-Version höhere Akkulast als Safari

Vorzüge: schnellster Browser im Test, komfortable Bedienung Nachteile: höhere  Akkulast als Safari

Gesamtwertung

1,7 gut

2,0 gut

1,8 gut

EINZELWERTUNGEN

Leistung (50%)

1,8 gut

1,7 gut

1,5 gut

Ausstattung (20%)

1,8 gut

2,0 gut

2,0 gut

Handhabung (20%)

1,5 gut

2,0 gut

2,0 gut

Hilfe (10)

1,5 gut

2,0 gut

2,0 gut

TECHNISCHE ANGABEN

Erweiterbarkeit

ja

ja

ja

Phishing-Filter

ja

ja

ja

Rendering Engine

Webcore

Gecko

Chrome

Sprachsteuerung

ja

ja

ja

Sychronisierungsfunktion

ja

ja

ja

Privates/Anonym Surfen

ja

ja

ja

Sandbox-Funktion

ja

nein

ja

Systemanforderungen

Mac-OS X 10.10

Mac-OS X 10.6

Mac-OS X 10.6

Tipp: Sicherheitsbewusste Safari-Nutzer sollten statt Adobes PDF-Plug-in den ins System integrierten PDF-Reader verwenden. Für alle Browser gibt es Erweiterungen wie Flash Block und Click to Flash, die Flash-Werbung unterdrücken, gleichzeitig aber auch für ein Mehr an Sicherheit sorgen. Bei allen drei Browsern sollte man außerdem Java nur bei Bedarf aktivieren, diese Webtechnologie ist einfach unsicher. Einen guten, aber Adobe sicher nicht begeisternden Weg geht seit kurzem Firefox: Das Flash-Plug-in ist als Standard deaktiviert. Will man eine Flash-Anwendung wie eine Animation oder eine Spiel nutzen zeigt der Browser zuerst eine Sicherheitswarnung. Komplizierter ist der Schutz vor gefährlichen Javascript-Attacken. (Lesetipp: So können Sie Flash deinstallieren ) Vor dieser Angriffsart schützt bei Safari die Erweiterung Java Script Blocker, bei Firefox No Script und bei Chrome Not Scripts. Da die Erweiterungen Vorwissen erfordern, eignen sie sich allerdings nur für erfahrene Anwender.

Fazit

Chrome und Firefox sind gute Browser und vor allem für Desktop-Besitzer zu empfehlen. Safari hat aber als ins Betriebssystem integrierter Browser immer eine Nasenlänge Vorsprung. Vor allem für Besitzer eines iPhone- und iPad ist Safari einfach die komfortabelste Wahl.

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